Testbericht

Blue-ray-Player Sherwood BDP 6003

Sherwoods Neuling BDP 6003 (300 Euro) kam dem JVC charakterlich recht nahe und galoppierte forsch und erstaunlich präzise voran, machte aus der Big Band fast eine Marschkapelle.

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Blue-ray-Player Sherwood BDP 6003

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Blue-ray-Player Sherwood BDP 6003

Für ihre Preisklasse wirken alle Kandidaten ganz ordentlich. Die Kunststofffront des Sherwood wirkt fast langweilig, bis man die Laufwerks-Sensortasten berührt, die er zart und indirekt illuminiert.

An Medienvielfalt vertragen alle Player die üblichen Kaufmedien und die gängigsten selbst hergestellten Dateien von JPEG-Fotos bis zu komprimierter Musik im MP3- und WMA-Format. Das darf man ihnen gerne von selbstgebrannter DVD oder CD anliefern oder in einem externen Speichermedium.

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Als einziger im Testfeld bietet der BDP 6003 einen analogen Stereo- plus einen 5.1-Ausgang und ebenso eine der aussterbenden S-Video-Buchsen.

In dieser Disziplin drängelte sich der Newcomer JVC mit herausragender Navigationsgeschwindigkeit vor. Die Qualität der Fotos in High-Definition-Qualität sah auf der Leinwand des Hörraums stets gut aus, wobei der Scaler des Pioneer am schärfsten abzubilden schien und sich der Sherwood bei einigen Motiven leicht, aber merklich im Seitenverhältnis verrechnete. Das macht er mit Klartextangabe von Titel und Interpreten per ID3 wieder wett, von der seine Anleitung noch nichts wusste. Es mag aber auch am Firmware-Update liegen, das vor dem Test noch eintraf und das die Kollegen vom Messlabor TESTfactory einspielten. Nach dem Update verringerte sich auch das unüberhörbare Betriebsgeräusch des Sherwood auf ein immer noch hohes, aber tolerables Maß. Direkt vor oder neben sich möchte man ihn aber bei leiser Musik nicht stehen haben.

Trotz neuer Firmware wartete der Sherwood mit ein paar Fehlern auf, die andere Hersteller hinter sich gelassen haben, etwa bei der Blu-ray des Science-Fiction-Abenteuers "Serenity", wo der Bild-im-Bild-Kommentar von Regisseur Joss Whedon im Seitenverhältnis nicht stimmte und er kaum zu verstehen war, weil der Player nicht wie vorgesehen den Filmton während des Monologs reduzierte. Hier müssen sich die Programmierer wohl nochmal dransetzen. Alle anderen Player gaben dieses Feature wie vorgesehen wieder.

Was jeder der Kandidaten problemlos beherrschte, war die Anbindung an das Netzwerk, das sich quasi selbsttätig konfigurierte, und jeder Player konnte per integriertem Netzwerktest auch gleich vermelden, dass alles geklappt hat. Das ist erfreulich. Ein Netzwerkanschluss sollte heutzutage immer bei der HiFi- und Heimkino-Anlage ankommen - man braucht ihn immer öfter, auch für Internet-Radio, und neueste Fernseher zeigen sogar den aktuellen Wetterbericht aus dem Netz gefischt an.

Nach der Inbetriebnahme müssen die Tester vor der Hörvergleichs-Kür erst einmal durch den Funktionstest-Parcours. Nachdem ja die meisten dieser Player einen DVD-Spieler in der Anlage ablösen sollen, müssen sie auch mit den Standard-Definition-Scheiben gut umgehen können. Das fordert vor allem die Videosignalverarbeitung, deren Hauptaufgabe im Umrechnen in Vollbilder (De-Interlacing) und der Vermehrung der Pixel (Skalierung) besteht. Nachdem hier früher Blu-ray-Player allenfalls Mittelmäßiges auf die Leinwand bemühten, stimmen die Ergebnisse aktueller Player positiv, und da machen die vier Testkandidaten allesamt keine Ausnahme.

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Die betont schlichte Front des Sherwood BDP 6003 überrascht mit seinen dezent illuminierten Sensortasten. Den USB-Anschluss versteckt eine kleine Klappe.

Sherwood verarbeitet komplexe Mixed-Mode-Motive am besten, die sich aus progressiven und Interlaced-Bestandteilen zusammensetzen, etwa ein aus Vollbildern bestehender Film mit Interlaced-Untertiteln. Auch Sony schaltet blitzschnell und stabil einrastend in den passenden Umrechnungsalgorithmus. Skalieren können alle vier Probanden recht ordentlich, nirgendwo geht Schärfe objektiv verloren, doch erst mit komplexem, laufendem Film lässt sich erkennen, wie gut oder schlecht, sprich wie plastisch ein Bild erscheint.

Selbst bei unskaliertem HD-Bild von Blu-ray auf einem Full-HD-Beamer wie dem Panasonic PT AE 1000 im stereoplay-Hörraum zeigen die Player unterschiedliche Charaktere, finden doch bereits im Decoder zahlreiche Verarbeitungs- und Filterstufen statt. Hier zeigte sich überraschend, dass Routinier Sony ein zwar scharfes, aber irgendwie lebloses, flächiges Bild erzeugt - da haben die Entwickler wohl etwas zuviel des Guten gegen Artefakte getan. Deutlich unruhiger, aber sehr viel plastischer zeigte der Sherwood die Testsequenzen aus "Big Buck Bunny" und "Wall-E". Vor allem sein DVD-Bild, etwa von "Ab durch die Hecke" oder "Der Herr der Ringe", wirkte erstaunlich knackig.

Der Hörtest gestaltet sich mit Blu-ray-Playern immer etwas aufwendiger als bei anderen Quellengattungen, gilt es doch für die Tester alle gängigen Trägermedien und Decodervarianten zu prüfen und daraus ein Gesamtbild zu ermitteln. Dabei zeigt sich interessanter Weise, dass sich die Klangcharaktere der Player von einem zum anderen Tonverfahren und in der Regel sogar vom Digital- auf den Analogausgang übertragen lassen. Swingt ein Player schön mit PCM von CD, dann klingt er charakterlich ähnlich, spielt man Dolby Digital von DVD oder DTS HD Master Audio von Blu-ray-Disc ab. Die geringsten Unterschiede zwischen verschiedenen Playern ergeben sich bei Bitstrom-Weitergabe an den Verstärker, der sich dann um alles kümmert. Die größten Klangunterschiede stellen sich zwischen den Playern per Analogausgabe ein. Von den Testgeräten liefert nur der Sherwood analoge Mehrkanal-Signale, also ergab sich bei den Stereo-Cinchanschlüssen das spannendste Rennen.

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Klar strukuriert und dadurch übersichtlich: das Menü des Sherwood. Manche Übersetzung ermuntert zum Schmunzeln, etwa "Return" = "Ausfahrt".

Dem JVC kam die fetzige Big-Band-Aufnahme sehr gelegen, er spielte fast explosiv dynamisch, konnte aber bei genauerem Hinhören nicht verbergen, dass es ihm bei all der Grobdynamik ein wenig an Feingefühl fehlt, etwa beim Messingglanz der Becken. Erstaunlicher Weise klang der XV BP 1 analog entgegen seinen Mitbewerbern bulliger, körperhafter. Sherwoods Neuling kam dem JVC charakterlich recht nahe und galoppierte forsch und erstaunlich präzise voran, machte aus der Big Band fast eine Marschkapelle. Doch für einen ausgewachsenen Spielmannszug klang er bei aller vorpreschenden Gangart doch etwas zu substanzlos. Analog stereo tönte er ähnlich wie per HDMI: zackig, aber etwas körperlos. Das galt auch für den Mehrkanalausgang, der allenfalls noch einen Hauch geringer auflöste.

Es zeigte sich erneut, dass in dieser Preisklasse für audiophile analoge Ausgabe schlicht das Budget fehlt, wenngleich die Qualität dieser Klasse steigt. Per HDMI-Bitstromausgabe hängt die Audioqualität größtenteils vom angeschlossenen Verstärker ab, und die Unterschiede blieben gering, aber wahrnehmbar. Immer, wenn der eigene Taktgeber das klangliche Sagen hatte, verstärkten sich die Unterschiede zunehmend. Und wer alle Blu-ray-Features nutzen möchte, der muss nun einmal den Player alles decodieren lassen und dann fertige PCM-Signale per HDMI an den Verstärker weiterreichen. Die zunehmende Zahl an Verstärkern und Receivern mit HDMI-Eingängen könnte in absehbarer Zeit dazu führen, dass die analogen Ausgänge seitens der Hersteller nur noch als Behelf angesehen werden.

Sherwood BDP 6003

HerstellerSherwood
Preis300.00 €
Wertung102.0 Punkte
Testverfahren1.0

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