Testbericht

BMW 5er iDrive 2.0 2010

Mit seinem iDrive-System hat BMW bereits im 7er Maßstäbe gesetzt. Doch das Infotainment im neuen 5er ist tatsächlich noch einen Tick besser.

BMW 5er iDrive 2.0 2010

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BMW 5er iDrive 2.0 2010

Größer und besser - wer im neuen 5er BMW Platz nimmt, hat reichlich Auto um sich herum. Höchstens der nicht ganz so üppige Platz auf den Rücksitzen lässt erahnen, dass ein 7er eine Daseinsberechtigung hat; im Grunde bietet das ehemalige Modell der oberen Mittelklasse längst Spitzenklasseniveau.

Was für das Auto an sich gilt, gilt genauso für das optional erhältliche Infotaiment: Immer größer und immer besser. Das 10,2-Zoll-Display ist sowohl im Format wie in der Pixelzahl riesig: Es ist sehr übersichtlich, bietet eine gestochen scharfe Darstellung und ist dank transflektiver Bauart auch bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar.

Fantastisches iDrive-Konzept

Die Revision des ersten iDrive-Konzepts haben bereits beim 7er ausführlich getestet. In der aktuellen Version bietet das BMW-Infotainment einen enormen Funktionsumfang gepaart mit einem intuitiven Bedienkonzept. Der Spagat zwischen Einfachheit und Ausstattung hat allerdings eine leichte Schlagseite in Richtung Ausstattung. Wer nur von A nach B will und bei einer CD auf "Play" drücken möchte, für den ist das zu viel. Doch immerhin: Die Bedienebenen sind klar gegliedert - wer sie nicht benötigt, der bekommt viele Optionen im Alltag gar nicht zu Gesicht.

Ein Vergnügen - leider ein teures

Wer beim Online-Konfigurieren seines neuen 5ers einen lockeren Klickfinger hat, bekommt beim Infotainment die volle Packung. Quasi-Oberklasse-Standards wie Navi-System, Bluetooth-Freisprechanlage, Surround, Sprachsteuerung und DVD-Wechsler sind dann ebenso dabei wie ungewöhnlichere Extras: TV-Tuner, Internet-Anbindung, DAB-Radio und ein Headup-Display, wie es bislang eher aus Kampfjets bekannt war. Dass das alles dann weit über 6000 Euro extra ausmacht, erschreckt weniger, wenn man sich vor Augen hält, dass ein sehr gut ausgestatteter 528i sowieso locker jenseits 70000 Euro kostet. Ein BMW ist nun einmal nicht billig, aber gerade in Sachen Infotainment extrem gut.

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BMW 5er iDrive 2.0 2010
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Die Kartendarstellung kann man im 5er nach Gusto einstellen.

Geniale Sprachsteuerung

So gibt man dem Navi das anzufahrende Ziel in einem Satz per Sprache ein, kein gestückeltes Stadt - Straße - Hausnummer. Und die Trefferquote ist sehr gut - wenn man flüssig und deutlich kommandiert, sind Fehlinterpretationen sehr selten. Das gilt auch für den Anruf bei Telefonbuchkontakten, die man allesamt per Sprache anwählen kann. Schon nach kurzer Zeit ebenfalls eine Lieblingsfunktion ist das Headup-Display, das auch der Navi-Zielführung dient.

Die Zielführung an sich ist wiederum exzellent. Schon die eloquente und treffsichere Sprachausgabe allein ist ausreichend. Aber sich auf sie zu verlassen wäre schade, denn dann würde man keinen Blick auf die nahezu frei konfigurierbare Kartendarstellung werfen, die ebenfalls vorbildlich ist - so lange die Route nicht hinter den Gebäuden verschwindet. Allerdings sind die 3-D-Gebäude nur in manchen Innenstädten in der Karte digitalisiert und sowieso eine verzichtbare Spielerei. Wahlweise lässt sich das 10,2-Zoll-Kinoformat-Display auch zum Splitscreen umfunktionieren. Dann zeigen die linken zwei Drittel beispielsweise die Karte, während rechts Bordcomputer, Navi-Pfeile oder andere Informationen zu sehen sind.

Exzellentes Routing

Schnickschnack hin oder her - das Wichtigste bei einem einige tausend Euro teuren System ist neben einer exzellenten Zielführung auch eine exzellente Routenwahl. Und hier hält das Navi-System, was sein Preis verspricht. Im Test wählte es nie eine wirklich ungünstige Route. Von der in den letzten Jahren nach hunderten Testfahrten eruierten Ideallinie zwischen den Testzielen wich der Fünfer nur marginal ab. Nicht zuletzt, da er auch Verkehrsstörungen vorbildliche berücksichtigt - er zeigt sie an und umfährt sie auf Wunsch automatisch oder erst nach der Bestätigung durch den Fahrer.

Freispruch in Perfektion

Die Bluetooth-Freisprecheinrichtung überzeugt in Kombination mit der Top-Sprachsteuerung ebenfalls vollkommen. Die Kopplung und Synchronisation mit dem Test-iPhone klappte einwandfrei, das Adressbuch stand schon kurz nach dem Start zur Verfügung, alle Namen lassen sich per Sprachkommando anwählen.

Ebenso überzeugend ist der Klang - vor allem im Auto, wo der Gesprächspartner sehr gut klingt und auch die Verständlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt. Im Festnetz hätte der Fahrer gern noch etwas voller und lauter ertönen dürfen, aber absolut gesehen spielt der Freisprecher auch hier auf dem erwarteten Spitzenniveau.

Musik von der Festplatte

CDs kopiert sich das iDrive wenn gewünscht auf die interne Festplatte und betitelt die Stücke - wenn es ein gängiger Silberling ist - automatisch. So kann man sich eine umfangreiche eine Jukebox im Auto zusammenstellen. Die Standard-HiFi-Lautsprecher im Testwagen klingen ordentlich, aber wer wirklich HiFi möchte, sollte zum Professional-System greifen.

Fazit

Abgekommen bei der Zieleingabe im ganzen Satz, beim Headup-Display und so weiter fragt man sich allmählich, wie ein noch besseres Infotainmentsystem aussehen könnte. Wie schon mein 7er kann man konstatieren: Eineige der Features wären auf der Enterprise durchaus hilfreich gewesen. Aber das stimmt nur deshalb so euphorisch, weil die Standardfunktionen absolut überzeugen. Das Navi des Fünfers agiert ohne Fehl und Tadel, es bietet eine exzellente Zielführung gepaart mit sehr guter Routenwahl. Gleiches gilt für die Freisprecheinrichtung, die insbesondere in Kombination mit der Sprachsteuerung keine Wünsche offen lässt und sehr gute Verständlihckeit bietet. Lediglich der große iDrive-Funktionsumfang verlangt dem unbedarften Nutzer ein paar Minuten Eingewöhnungszeit ab. Doch fest steht: Jeder, der es sich leisten kann, sollte das Navi inklusive Sprachsteuerung mitbestellen. Und vielleicht das Headup-Display, weil es im Alltag überraschend hilfreich ist.

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