Mobiler Kopfhörer

Bowers & Wilkins P9 Signature im Test

Bowers & Wilkins feiert das 50-jährige Jubiläum mit dem Vorzeige-Kopfhörer P9 Signature. Wie klingt der mobile HiFi-Kopfhörer im Test?

Bowers & Wilkins P9 Signature

© Bowers & Wilkins

Bowers & Wilkins P9 Signature

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EUR 899,00

Pro

  • vollmundig, bassstark und klar aufspielender Edel-Mobil-Kopfhörer

Contra

  • mit gut 400 Gramm im Mobilbereich kein Leichtgewicht

Fazit

AUDIO-Klangurteil: 91 Punkte; Preis/Leistung: sehr gut
Hervorragend

Wenn man sich nach Dienstschluss eine Brise Atlantikluft um die Nase wehen lassen kann, beflügelt das offensichtlich auch die Ohren. Zumindest in Worthing in der südenglischen Grafschaft Sussex, dem Firmensitz von Bowers & Wilkins: Die Väter der Referenzbox 800 D3​ haben nun den neuen Flaggschiff-Kopfhörer P9 Signature entwickelt und wollen ihn im Sinne von Gründer John Bowers als den luxuriösesten der 50-jährigen Firmengeschichte in die HiFi-Welt entlassen – in erster Linie als Outdoor-Entertainer.​

In puncto Design und Haptik des geschlossenen, ohrumschließenden dynamischen Hörers gibt’s schon mal nichts zu meckern. Die Briten hielten die Optik stilvoll-konservativ, Leder-Applikationen aus italienischem, handgearbeitetem Saffiano versprühen Designer-Flair, auch dank einer eigenständigen Stanztechnik und Prägeoptik. Den stabilen Alubügel entkoppelten die Entwickler akustisch von den Ohrmuscheln, um gegenseitige akustische Übergriffe zu vermeiden. Die​ sanfte Memory-Schaumstoffpolsterung soll Umgebungsgeräusche reduzieren.​

Die inneren Werte des P9 Signature haben nur eines im Sinn: Topklang mit Raumtiefe und Plastizität – aus diesem Grund schwingt die nylonbedämpfte 40-Millimeter-Composite-Membran in einer durch Finite-Elemente-Analysen optimierten Form auf einer Aluminiumplatte. Ziel: mögliche Resonanzen in nicht hörbare Bereiche zu verschieben.​

Bowers & Wilkins P9 Signature

© Bowers & Wilkins

Auf Reisen schlüpft der P9 Signature in sein handgearbeitetes Alcantara-Täschchen​.

Potente Schwingspule 

​Im P9 Signature setzen die Briten klassische Lautsprechertreiber mit einer steifen Membran ein (gut für feine Höhen), „weich“ aufgehängt in einer „hochflexiblen“ Einspannung (gut für stramme Bässe). Im Team mit einer potenten CCAW-Schwingspule mit Kupfer-/Alu-Materialverbund und einem starken Magneten stehen technisch gesehen die Ampeln auf Grün für eine hochkarätige Klangperformance – zum Beispiel unterwegs.​

Fürs flexible Hörvergnügen draußen lassen sich die beigepackten 5-Meter-​Kabel mit 3,5-Millimeter-Klinke einfach unter der linken, abnehmbaren Muschelkapsel gegen eine kürzere Strippe inklusive Kabelfernbedienung nebst Mikrofon (für Apple-Gerätschaft) mit einem Klick austauschen. Übrigens: Schon bald will B&W ein Lightning-Kabel anbieten – kostenlos für diejenigen, die ihren P9 Signature auf www.bowers-wilkins.de​ registrieren. Mit 22 Ohm Impedanz ist der Neue selbst für die oft schwachen Ausgänge mobiler Geräte prima gerüstet.​

Hörtest

Und so durfte der P9 Signature sein Klangtest-Debüt auch an iPod und iMac zunächst ohne Kopfhörerverstärker geben: Klar, druckvoll und mit prima Auflösung nebst treffenden Klangfarben tönten so beispielsweise London Grammar live in Montreux. Sein wahres Können musste der britische Kopfschmuck dann mit traditionellem Home-HiFi-Equipment, angeleint an Kopfhörerverstärker, unter Beweis stellen: Der Sitz wirkte angenehm und durchaus langzeittauglich, auch wenn er anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war – immerhin sind gut​ 400 Gramm für einen Mobil-Kopfhörer eine gewichtige Angelegenheit.​

Michael Stipe, Sänger der US-Band R.E.M., ließ zum Start seinen „Man On The Moon“ auf der australischen Gold-CD-Version von „Automatic For The People“ tanzen – druckvoll, farbecht und mitreißend. Auch Zaz dufte auf ihrem charmanten Album „Paris, Encore!“ in kräftigem Bass-Ambiente und mit sonorem Grundton schwelgen. Allerdings hätte ihr hier und da etwas mehr Luft und Raum noch besser getan, was auch für Klassikeinspielungen wie „The Chopin Album“ mit der fantastischen Cellistin Sol Gabetta und den „String Quartets“ von Schubert, aufgeführt vom Cuarteto Casals, galt. Dagegen gefielen Körperhaftigkeit und Grundton.

Bowers & Wilkins P9 Signature

© Bowers & Wilkins

Auch die mitgelieferten Kabel und Adapter passen in die Tasche.

Bei der hervorragenden ECM-Jazz- Einspielung von Jack De- Johnette und Co („In Movement“) schleuderte der P9 Signature zackige Trommelwirbel aus den Hörmuscheln und ließ die Klangfarben von Ravi Coltranes Saxofonen vollmundig leuchten. Pop-Schmankerl wie Elton Johns Super-Album „Captain Fantastic“ inszenierte der britische Hörer bei Stücken wie „Someone Saved My Life Tonight“ mit grollendem Flügel-Anschlag und fein angerauter Stimme des geadelten britischen Stars; die Bassgewalt beeindruckte wiederum beim Song „Curtains“, Auflösung und Feindynamik gerieten recht sauber. Der P9 Signature lieferte damit eine packende, bassstarke und stimmenschmeichelnde Performance ab, die mobil wie im Wohnzimmer für großen Spaß sorgt.

Fazit

Beste Verarbeitung und Haptik, ein packender und mitreißender Klang, der auf akustische Klarheit setzt, Bassgewalten freitreten kann und Stimmen gerne schmeichelt: Bowers & Wilkins darf sich zum 50. Geburtstag über das gelungene Debüt seines mobilen HiFi-Kopfhörers P9 Signature freuen. Der kann’s draußen als musikalischer Reisebegleiter und drinnen auf der Wohnzimmercouch. Das ist feinster Britpop zum großen B&W-Jubiläum.

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