NAS-Server

Buffalo Dela N-1: Music First

Musikfans mit edlen Netzwerkspielern mussten in ihren Anlagen bislang einen Stilbruch in Kauf nehmen: Ihre NAS-Server sahen aus wie Bürogeräte und waren auch so verarbeitet. Buffalo will das jetzt ändern.

Buffalo Dela N-1

© Buffalo

Buffalo Dela N-1

Unterm Drucker, im Keller, im Besenschrank, heißen die typischen Lebensräume der meisten NAS-Platten. Und das nicht ohne Grund: Bei ihrer Entwicklung standen Büros im Vordergrund, nicht audiophile Musiktempel. Also kühlt sich die typische NAS mit fauchendem Lüfter, lässt ihre Platten munter klackern und tut mit ihrem dünnwandigen Plastikgehäuse auch nichts dagegen, dass diese Geräusche nach draußen dringen.

Mit der Tochtermarke DELA nimmt der NAS-Riese Buffalo die immer größer werdende Gruppe jener Nutzer ins Visier, die ein HiFi-taugliches NAS suchen, das auch im Rack, direkt unter dem Player, eine gute Figur macht. Die N-1A ist mit voraussichtlich 2000 Euro (die endgültigen Preise standen noch nicht fest) das günstigere der zwei neuen Modelle. Eine Stange Geld für einen Netzwerkspeicher, aber dank zahlreicher Besonderheiten für audiophile Streaming-Fans durchaus eine Überlegung wert

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Buffalo Dela N-1: von hinten

© Buffalo

Buffalo Dela N-1: von hinten

Die HiFi-Optimierung geht mit dem Gehäuse los, das die N-1A auf den ersten Blick aussehen lässt wie einen sehr edlen Tuner. Die Japaner haben an alles gedacht, von der präzise geschliffenen Massiv-Metallfront bis hin zu den Füßen aus Zypressenholz und Gusseisen, auf denen auch esoterische High-End-Geräte gerne stehen würden.

Das Netzteil, sonst meist billigst und extern, steckt in ausgesuchter Qualität und üppiger Dimensionierung im Gehäuse, man kann die DELA also sauber per Kaltgerätestecker unter Strom setzen. Ein Tipp auf den Power-Taster, und der leidgeprüfte Netzwerkhörer traut weder Augen noch Ohren: Man hört - nichts. Sieht aber nach kaum glaublichen 15 Sekunden an der Statusmeldung im fein auflösenden, kontrastreichen OLED-Display, dass die NAS bereits hochgefahren und einsatzbereit ist.

Buffalo Dela N-1

© Buffalo

Buffalo Dela N-1

Ermöglicht wird der Blitzstart von einem behutsam verschlankten Betriebssystem und einem sehr schnellen Prozessor. Die gute Motorisierung hat natürlich noch andere Vorteile im täglichen Umgang mit dem Server: Selbst sehr lange Listen laden auf den Steuer-Apps der Player blitzartig, und ein Neuscan der Musikbibliothek, nach dem Hinzufügen neuer Alben ist in Sekunden erledigt.

Auch das Front-Display lernt man schnell lieben. Es zeigt den Füllgrad der internen Platten an, die IP-Adresse und im Streamingbetrieb sogar, welches Musikstück gerade vom Player angefordert wird. Zusammen mit vier Steuertasten gibt es außerdem direkten Zugriff auf viele Einstellungen, die in anderen NAS irgendwo im Web-Interface versteckt sind - zum Beispiel auch den erwähnten Datenbank-Rescan des Mediaserver-Programms. Bei letzterem handelt es sich um Twonky Media, allerdings in einer wirklich sinnvoll getunten Sonderausführung mit voller Unterstützung für DSD-Dateien, detailreichem Suchbaum und absolut stabiler Funktion.

Das Sahnehäubchen bilden die auf Störarmut optimierten LAN-Buchsen, die intern durch einen Switch parallel geschaltet sind. So kann die "Player"-Buchse direkt mit dem Spieler verbunden werden, während die andere mit dem restlichen Netzwerk Kontakt hält. Was, warum auch immer, in unseren Test sogar einen Hauch besser klang.

Fazit

Bei unserer täglichen Hörraum-Arbeit haben wir die edle, leise DELA-NAS so schnell ins Herz geschlossen, wie sie zum Hochfahren braucht. Buffalo sollte aber unbedingt eine Version mit größeren Platten anbieten. Das eine Terabyte unserer Test-NAS war mit unseren rund 30.000 Tracks schon zu drei Vierteln voll - und es gibt ja auch deutlich größere Sammlungen.

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Wer ist die Nummer eins? -

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