NAS mit DSD-Server

Buffalo Linkstation 420 im Test

Wer einen Netzwerk-Player hat, braucht einen schnellen, möglichst flexiblen Server. Soll auch DSD-Streaming funktionieren, ist die Auswahl klein - die neuen Buffalo Linkstation-Modelle gehören dazu.

Buffalo Linkstation 420

© Hersteller/Archiv

Buffalo Linkstation 420
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EUR 288,99

Pro

  • unterstützt DSD-Streaming
  • Sonderversion von Twonky 7 vorinstalliert
  • RAID-1-Betrieb möglich
  • schneller Prozessor

Contra

Vielversprechend

Alle Mediaserver-Programme, vom allgegenwärtigen Twonky Media bis hin zu Audio-only-Software wie etwa AssetUPnP, waren bislang auf den DSD-Auge komplett blind. Die Files konnten also säuberlich im Musikordner der Hörraum-NAS liegen, wurden aber dem DSD-fähigen Netzwerkplayer - etwa dem Lumin oder dem Pioneer-Receiver SC-LX87 - gar nicht erst angeboten.

Zunächst war der einzige Server, der DSD-Formate korrekt in die NAS-Sammlung einbindet, eine Freizeit-Fleißarbeit namens MinimServer - stabil, erstaunlich lückenlos in der Funktion, aber nicht für alle NAS-Betriebssysteme verfügbar und schon gar nicht beim Kauf fix und fertig vorinstalliert. Diesen entscheidenden Schritt geht der NAS-Spezialist Buffalo nun als erster - in Kooperation mit Pioneer, deren neuer AV-Receiver SC-LX87 auch mit DSD-Streamingfähigkeit kommt und dringend auf eine leicht verfügbare, fix-und-fertige, nicht zu teure Serveroption angewiesen ist.

Eine Sonderversion des Serverprogramms Twonky 7, das auch DSD-Dateien unterstützt, ist serienmäßig auf den neuen Buffalos der LS400-Serie installiert, diese NAS-Systeme werden voraussichtlich auch als Bundle mit den DSD-fähigen Pioneer-Receivern angeboten. Unser Vorab-Testmuster machte schon einen sehr guten Eindruck: Dank ordentlicher Schreibgeschwindigkeit verlor auch der Transfer eines knappen Terabyte an Daten vom Hörraum-Server einen Teil seines Nervpotentials.

Pioneer SC-LX87 Kontroll-App

© Hersteller/Archiv

Läuft wie geschmiert: Am Buffalo- Server spielte der Pioneer SC-LX87 (hier die Kontroll-App) DSD mit einfacher und doppelter Rate (2,4 und 5,8MHz) ohne jedes Problem.

Musikdateien übertragen und sichern

Schön wäre hier, wenn Buffalos Backup-Manager aktiv von externen Laufwerken auf ein lokales Share kopieren könnte. Ohne diese Fähigkeit, und wenn der Quell-NAS die Fähigkeit fehlt, sich selbst extern zu sichern, bleibt zur Datenmigration nur der Weg über den Rechner. Umso angenehmer ist bei großen Musiksammlungen, dass der schnelle Prozessor der Buffalo die Bibliothek bei Änderungen sehr schnell aktualisiert und die Listen sich auf den Steuer-Apps auch dann noch zügig und flüssig  aufbauen, wenn sie z.B. 2.000 Einträge umfassen. 

Digitale Audioformate: DSD vs. PCM

Einen Twonky-Bug fanden die Tester noch in der Vorab-Version: Während DSD- und CD-Material völlig problemlos und kontinuierlich streamte, bekamen die Player (nicht nur der Pioneer, sondern auch etwa ein Linn Klimax DS) bei HiRes-FLACs (mit z.B. 96 oder 192kHz Samplingrate) offenbar missverständliche UPnP-Botschaften, die sie zu willkürlichem Titelsprung mitten im laufenden Track veranlasste. Da Twonky hier bisher nie Probleme machte, sollte sich das aber problemlos mit dem nächsten Firmware-Update der Linkstation beheben lassen.

Um die 400 Euro kostet die LS420 mit zwei Platten a 2TB; auch 2x3 und 2x4 TB sind lieferbar, das Volumen kann entweder komplett verwendet (RAID0) oder als RAID1-Verbund mit redundanter Sicherung und folglich halbierter Kapazität betrieben werden - was AUDIO ausdrücklich empfiehlt. Ein separates Backup ist dennoch Pflicht, aber im RAID-Modus bleibt der Server (und damit für viele die Haupt-Musikquelle) auch mit einer ausgefallenen Platte nutzbar. Die NAS läuft sehr leise, aber natürlich nicht ganz geräuschlos - zwei 3,5-Zoll-Festplatten und den für deren Kühlung unvermeidlichen Lüfter bekommt man nie zu 100% gedämmt.

Twonky 7

© Hersteller/Archiv

Twonky 7 sortiert akribisch nach Genre (mit dreierlei Untersortierungen). Mit einem Trick lässt sich dieses Feld aber auch für Jahr und/oder Komponist zweckentfremden.

Musik-Sortierung mit Twonky 7

Da Twonky 7 aktuell in keiner Version nach Erscheinungsdatum sortiert und auch den Zugang nach "Composer"-Tags nicht anbietet, müssen sich Musikfreunde, die einen dieser Zugänge unbedingt brauchen, mit Tricks behelfen: Die Player von Linn und Lumin lassen sich mit der Lumin-App steuern, die auch Daten abfragt, nach denen Twonky selbst nicht sortiert - und diese dann für eine eigene Sortierung heranzieht - dort ist dann auch der Zugang über "Year" möglich.

Praxis: HiRes-Musik-Downloads - besser als Audio-CDs

Ein weiterer Workaround besteht darin, den von vielen Hörern kaum genutzten "Genre"-Tag aufzubohren: Dieses Feld darf mehrere Werte enthalten, separiert durch ein Komma und ohne Abstand. Stünde hier also nicht nur "Jazz", sondern "Jazz,2013" würde das Album unter "Genre" einmal im Ordner "Jazz" und einmal im Ordner "2013" auftauchen. Unter "Genre" kommen dann also zunächst alle in der Sammlung vorhandenen Erscheinungsjahre, weil Zahlen an den Anfang sortiert werden. Dann folgen die Genre-Ordner in gewohnter alphabetischer Reihenfolge.

Man kann das eigentliche Genre auch ganz opfern und stattdessen den Komponisten hinzunehmen, also Genre-Tags der Form "Händel, 2009" vergeben. Dann bekäme man unter "Genre" erst die Jahres- und dann die Komponistenliste. Die Änderung der Genre-Tags lässt sich mit Programmen wie MP3Tag nach etwas Ausprobieren bequem automatisieren, aber auch hier gilt: keine Massenänderung ohne Backup!

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