Kompaktbox

Cabasse Bora im Test

Hoher Wirkungsgrad und tiefer Bass aus einer Kompaktbox? Um diese miteinander konkurrierenden Ziele in Einklang zu bringen, bedarf es nicht unbedingt exotischer Technologien, aber viel Knowhow beim Chassis-Bau.

Cabasse Bora

© Hersteller/Archiv

Cabasse Bora

Pro

  • extrem spielfreudig
  • hohe Dynamik
  • Klangfarben eher warm homogen als analytisch
  • passt zu sehr vielen Röhren super

Contra

Vielversprechend

Das haben die französischen Spezialisten von Cabasse zweifelsohne: Insbesondere ihre bei den Koax-Chassis angewandte Technik, leichte, aber harte Schaumstoffe einzusetzen, ist wie geschaffen fu?r wirkungsgradstarke Boxen.

Übertragen auf die Drei-Wege-Box Bora, heißt das: Mache das Gehäuse etwas größer als u?blich, kombiniere den Koax mit einem ebenfalls in Leichtbauweise optimierten 21er-Bass - und fertig ist die röhrentaugliche Box mit beeindruckenden 87 Dezibel Kennschalldruck (aus 2 Volt) und relativ gutmu?tiger Impedanz nicht unter 4 Ohm. Der 13 Zentimeter messende Mittelton- Ringstrahler wird erst bei sehr hohen 800 Hz eingeblendet und kann sich somit unbelastet von großen Hu?ben seiner Arbeit widmen. Zusammen mit Hochtonkalotte und Schallfu?hrung, die auf derselben akustischen Achse verbaut sind, ergibt sich ein ungewöhnlich homogenes Abstrahlverhalten mit schon deutlicherer Richtwirkung.

Test: JBL Studio 4365

Im Bereich 40 bis 50 Hz hilft statt eines Reflexrohrs eine breite Schlitzkonstruktion, die allerdings nicht in vollem Pegel mitspielt und deshalb auch bei der Impedanz einem mittelstabilen Verstärker kaum Schwierigkeiten bereiten du?rfte.

Cabasse Bora

© Hersteller/Archiv

Leichtbau im Schwingsystem und PA-mäßige Antriebskraft beim Magneten sind das Cabasse-Rezept für den Wirkungsgrad. Rechts die Ringmembran aus verformtem und gehärtetem Spezial-Schaumstoff

Cabasse Bora: Hörtest

Im Hörtest war davon jedenfalls nichts zu bemerken - selbst am schwächlichen Cayin entfaltete die Cabasse bei Kings of Leons "Because Of The Times" ein Dynamikfeuerwerk. Ansatzlos trafen Bass und Schlagzeug auf den Punkt, druckvoll tönten die Gitarren, knackig trieb der Rhythmus nach vorn.

Am kräftigeren Octave wurde es nochmals dynamischer, klang livehaftiger, aber blieb beim dynamisch- erdigen Grundcharakter. Smetanas "Moldau" (Susskind, MFSL) begeisterte mit Weiträumigkeit und zartem Schmelz in den Streichern, blieb jedoch unabhängig vom Verstärker einem etwas historisch-homogenen Charakter treu und klang weniger detailverliebt als u?ber eine B&W 805 Diamond . Doch das machte die Bora mit Spielfreude und Klangfu?lle wieder wett. Wer eine Kompakte mit Standboxen- Qualitäten sucht, wird hier mehr als glu?cklich.

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