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Canton Vento 886 DC im Test

Die Canton Vento 886 DC glänzt mit schwarzem polierten Lack einer schimmernden Titanschicht auf den Chassis. Doch wie klingt die schicke Standbox? Das verrät der Test.

Canton Vento 886 DC

© Canton

Canton Vento 886 DC

Pro

  • massives Klangbild
  • neutral und ausgewogen
  • sehr gute Ortbarkeit

Contra

Fazit

AUDIO-Klangurteil: 95 Punkte, Preis/Leistung: überragend

Oberhalb der Vento-Serie gibt es sich bei Canton nicht mehr viel: Genau eine Karat, dann geht’s schon in die Reference-Serie. Wir sind also mit der Vento 886 ziemlich weit oben angelangt, wobei sie preislich mit 2800 Euro das Pärchen nicht aus dem Rahmen fällt. Die Verarbeitung liegt auf den ersten und auch auf den zweiten Blick auf höchstem Niveau. Die betörenden Kurven werden durch den Hochglanz des schwarzen Lacks betont, der aufwendig in acht Arbeitsschritten aufgetragen, geschliffen und hochglanzversiegelt wird. Die Aluminium-Membranen sind mit Titan beschichtet, was ihnen einen faszinierenden, metallischen Glanz verleiht. Ob es auch besser klingt? Wir werden sehen.

Unterhalb des Keramik-Hochtöners schwingen kraftvoll zwei 18-Zentimeter- Bässe im Gleichtakt. Darüber thront ein Mitteltöner, der ebenfalls stolze 18 cm misst. Die Membran zeigt ein besondere Form, die Canton „Triple Curved Cone“ nennt und die an eine Nawi-Membran erinnert. Dabei handelt es sich, im Querschnitt gesehen, um eine Membran, die​​ zur Schwingspule hin immer steiler abfällt. Dadurch werden die Kräfte optimal auf die Membran übertragen und unerwünschte Biegewellen weitestgehend vermieden.​

Canton Vento 886

© Canton

Dass die Vento über einer Bodenplatte „schwebt“, hat einen guten Grund – der Bassreflexport schickt die tiefen Töne nach unten. Messtechnisch ist das nicht immer ganz einfach, aber rein optisch die beste Lösung.

Hörtest

Genug der Theorie, wir wollen wissen, wie’s klingt! Dazu legten wir die frisch in der Musikredaktion eingetroffene Lichtmond-CD in unseren Ayre-CD-Player, deren aufwendige Produktion im Vorfeld groß angekündigt wurde. Enttäuscht lauschten wir Esoterik-Gedudel, unterlegt mit pseudo-intellektuellen Texten a là Unheilig. Schnell tauschten wir die Scheibe gegen einen Stockfisch-Sampler (SACD). Die Stimme von Allan Taylor tat unserer Seele gut wie ein Glas mit feinem schottischen Whisky. Jetzt konnte die Canton auch zeigen, was in ihr steckt: ein Klangbild, so plastisch und solide wie das Präsidentendenkmal am Mount Rushmore. Druckvolle Bässe, schön modellierte Mitten, ausgewogene Höhen. Da war nichts, was störte oder den Hörer überforderte. Räumlich wurde gut sortiert und präzise platziert. Das sparsam eingesetzte Schlagwerk in „Beat Hotel“ kam klar aus der hintersten linken Ecke des Hörraums. Großartig.​

Es folgte der der 1. Satz aus der 6. Sinfonie von Gustav Mahler mit dem Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Benjamin Zander. Lebendig und körperhaft spielte die Canton auf, mit der richtigen Portion Emotion. Sie tat nie zu wenig, aber auch nie zu viel und traf immer die goldene Mitte, ohne dabei langweilig oder lustlos zu wirken. Das machte die Vento richtig gut.​

Fazit

Mit 95 Klangpunkten steigt die Vento 886 DC ohne Umwege in die High-End-Klasse ein. Klang und Verarbeitung liegen auf extrem hohem Niveau, die Liebe zum Detail macht den Lautsprecher zu etwas Besonderem. Wer bisher mit einer Reference K liebäugelte, aber sie nicht bezahlen konnte oder wollte, sollte sich eine der großen Ventos ansehen – die sind gar nicht so weit weg von einer Reference K.​

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