Testbericht

CD-Player Ayon CD 1

Dass man dem 11-Kilogramm-Schwergewicht Ayon CD 1 Ehrfurcht entgegenbringen muss, wird schon beim Auspacken klar: Mit im Karton liegen weiße Handschuhe und ein Kreuzschlitz-Schraubendreher zum Einsetzen der Batterien in die Ganzmetallfernbedienung.

  1. CD-Player Ayon CD 1
  2. Datenblatt
Ayon CD 1

© Archiv

Ayon CD 1

Respekt verdient auch das abgerundete Gehäuse mit 8 Millimeter starken Wänden und einer Luke, unter der ein Sony-Laufwerk die CD antreibt. Vor der Probefahrt will erst noch die Motorhaube, sprich der Gehäuseboden geöffnet werden. Was da zum Vorschein kommt, sprengt jegliche Vorstellungskraft. Ein stattlicher Netztrafo verteilt insgesamt neun unterschiedliche Versorgungsspannungen an Stabilisatoren, die auf großflächigen Kühlkörpern verankert sind.

Ayon CD 1 Innen

© Julian Bauer

Erhöht mit einem Samplingrate-Konverter den CD-Takt auf 192 kHz, verarbeitet das Analogsignal symmetrisch mit Röhren: schwergewichtiger, grundsolide verarbeiter Player Ayon CD 1.

Neben dem mit Bauelementen prall gesegneten Netzteil spendierte Ayon auch den einzelnen Signalverarbeitungsgruppen jeweils eigene Platinen. Die Umsetzung der von der Sony-Lasereinheit ausgelesenen Lichtreflexionen zu entsprechenden elektrischen Signalen findet direkt hinter dem Laufwerk statt. Eine weitere Platine bereitet den Bitstrom für den digitalen Cinch-Ausgang auf. Für die Wandler im Spieler erhöht ein Mikroprozessor den CD-Takt auf 192 Kilohertz. Dieses Upsampling schiebt die durch die Digitalisierung bedingten Störkomponenten weit weg vom eigentlichen Nutzsignal.

Ein rausch- und verzerrungsarmer 192-kHz-Konverter des texanischen Halbleiterspezialisten Cirrus Logic schickt die noch kümmerlichen Analogsignal-Pflänzchen ins Großraum-Analogabteil. Dort dürfen die Elektronen im freien Flug die mit je einem Pärchen russischer Doppeltrioden vom Typ 6922 EH und 6H30 bestückten Ausgangsstufen passieren. Die 6922 EH sind für die symmetrische Signalaufbereitung zuständig; die 6H30 bewirken die (single-ended) Ausgangsverstärkung. Sie sind extrem rauscharm und übersteuerungsfest. Die Röhrenstufen sind mit hochwertigen MCAP-Kondensatoren aus der deutschen Bauteilemanufaktur Mundorf verkoppelt. Eine Phalanx hochwertiger Solen-Kondensatoren siebt und stabilisiert die Versorgungsspannungen.

Ayon CD 1 Fernbedienung

© Julian Bauer

Dimmt auch das Display: schwere Ganzmetall-Fern-bedienung des Ayon.

Im Hörraum bewegte der Ayon kräftige Basstiraden minimal schwerfälliger als die Mitbeweber des Vergleichstests, dröselte aber den Hochtonbereich feiner auf und gab die Musikbeispiele flüssiger wieder. Beim Stück "How Can You Live In The Northeast?" vom Paul-Simon-Album "Surprise"arbeitet der Ayon CD 1 den atmosphärisch dichten Charakter der CD besser heraus während der Raysonic den treibenden Rhythmus der Produktion stärker unterstrich. Das bestätigte sich auch im weiteren Verlauf des Hörtests.

Unglaublich, wie realistisch der Ayon auf dem Stück "Rainmaker" von Michael Chapmans gleichnamiger CD das Regengeprassel der Musik hinterlegte, während der Raysonic die Tropfen mehr isolierte, dafür beim Einsetzen der Gitarren das Saitenspiel nachhaltiger betonte. Wunderschön, wie der Ayon jedwede Tempoänderung auf der legendären Kult-Platte "La Folia de la Spagna" (Harmonia mundi) befolgte, fast bedrohlich dagegen, wie der Raysonic die Percussions und Peitschen knallen ließ. Wenn die Schlaginstrumente den Rhythmus vorgaben, agierte die Bassdrum treibender; die schaukelnden Messingscheiben der Hi-Hats ließ der Ayon mehr funkeln.

Beiden Playern gemeinsam: eine uneingeschränkte, weite Raumabbildung und - beim Ayon besonders ausgeprägt - schimmernder Glanz in den Höhen. Wobei trotz aller Schönheit der Ayon etwas zu weich, der Raysonic einen Tick zu holprig reproduzierte. 

Stärken:

+ Räumlicher und filigraner Klang

+ Niedriger Jitter und Ausgangswiderstand

Schwächen:

- Nur Cinch-Digitalausgang

Ayon CD 1

HerstellerAyon
Preis0.00 €
Wertung60.0 Punkte
Testverfahren1.0

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