Testbericht

CD-Player Ayre C 5 XE

Ayre will mit dem C 5 XE (6800 Euro) den besten Klang aus allen Discformaten bieten - streng puristisch in Stereo und ohne Video. 

  1. CD-Player Ayre C 5 XE
  2. Datenblatt
CD-Player Ayre C 5 XE

© Archiv

CD-Player Ayre C 5 XE
CD-Player Ayre C 5 XE Analogplatine, Trafos

© Julian Bauer, Tilmann Schreiber

Analogplatine getreu dem Motto von Ayre: sauberer Strom, keine Gegenkopplung und vollsymmetrische Ausgangsstufen. Gleichwertige Trafos für das Digital- und das Analoglager. Die Siebdrosseln fürs Netzfilter sind eisenlos.

Filme will man meist nur ein Mal sehen, Musik aber immer wieder hören. Also, konstatierte Charles Hansen, Gründer und Entwickler von Ayre, muss man der Stereo-Gemeinschaft einen Player bescheren, der aus DVD-Audio, DVD-Video und SACD die besten Zweikanal-Tonformate auswählt und Video links liegen lässt. Doch das warf viele Fragen auf. Ist das Auffinden der Formate nicht ein Stochern im Nebel? Auf einer DVD finden sich Dolby- und DTS-Tracks mit unterschiedlichsten Datenraten, womöglich noch eine PCM-Stereospur. Ayre hat eine praktikable Lösung gefunden: In "Stop" kann man beim C 5 XE (6800 Euro) mit den Skip-Tasten durch die DVD-Formate wandern; LEDs auf der Front zeigen die Spuren mit komprimierter oder der höchsten Datenrate an.

Das nächste Problem: Wie kommt der Ayre von DTS- oder Dolby-Mehrkanal zu Stereo? Dolby hinterlegt auf den DVDs Vorschriften, wie Mehrkanal zu Stereo decodiert werden soll. Bei DTS gibt es diese Angaben nicht; Ayre musste sich auf Standardanweisungen verlassen und hoffen, dass sie passen.

Die Dolby-, DTS-, SACD- und DVD-Decodierung findet 1:1 auf Platinen aus einem Pioneer-Universalspieler statt. Es bekommt die Daten von einem markengleichen Laufwerk zugespielt, das Ayre mit einer aus Aluminium gefrästen Brücke stabilisiert.

CD-Player Ayre C 5 XE

© Julian Bauer, Tilmann Schreiber

Die eigentliche Großtat der Amerikaner liegt in der analogen Signalverarbeitung. Ab den ultrapräzisen, für SACD-Spieler entwickelten Konvertern läuft das Signal strikt symmetrisch. Getreu dem Leitsatz "keine Gegenkopplung, keine integrierten Schaltkreise" bereiten Einzel-Bauelemente die Signale auf. Jedes Detail im Player ist durchdacht: Das Netzfilter ist eisenlos, weil Ferrite allmählich in die Sättigung gehen und sich schleichend der Klang verschlechtert. Zwecks größeren Abstands gegenüberliegender Leiterbahnen verwendet Hansen nur zweilagige Platinen.

Die Dokumente aus dem Messlabor bezeugen die Wirkung der Detailarbeiten und des klanglichen Feintunings. Der Ayre zeigt ein Klirrverhalten wie ein perfekter Röhrenspieler; Störimpulse und Jitter sind vernachlässigbar niedrig.

CD-Player Ayre C 5 XE Rückseite

© Julian Bauer, Tilmann Schreiber

Nicht alle Player mit symmetrischen Ausgängen klingen dadurch besser. Der Ayre sehr wohl! Der Mikroschalter (auf der Rückseite) fürs Digitalfilter sollte wie beim Hörtest in Stellung "Listen" bleiben.

Unglaublich, mit welcher Überzeugungskraft der C 5 XE beim Hörtest die Musik von DVD-Audios in den Hörraum stellte, frappierend die Kontur im Bass, die Konzentration auf die Instrumente bei SACD. "Läuft da eine andere Scheibe?" fragte ein Jurymitglied beim A/B-Vergleich der Dolby-Spuren mit einem teuren DVD-Spieler. Um einen adäquaten Gegner zu finden, mussten die Tester hoch ins Regal bei den Kombiplayern für CD/SACD greifen. Die Referenz Marantz SA 7 S 1 (2/07) trat mit glasklarer Struktur und Transparenz an, während der Ayre mehr Lässigkeit und Glanz verbreitete.

Besonders bei CD spielte der Ayre den Trumpf seiner symmetrischen Anschlüsse aus: Nun konnte er sogar die Obertonanteile natürlicher Instrumente von den Hallanteilen des Raums trennen, was dem Marantz nicht so ausgeprägt gelang, da er die Resonanzen etwas ausdünnte. Der Ayre ist als Gerätetyp einzigartig - und einzigartig gut.

Ayre C 5 XE

HerstellerAyre
Preis6800.00 €
Wertung62.0 Punkte
Testverfahren1.0

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