Testbericht

CD-Player Eera DL 1

Highender wie die französische Eera (ehemals Helios) wissen, dass aus einem universellen DVD-Laufwerk nicht viel zu holen ist. Der Ausgangspunkt für den Wohlklang des DL 1 (2800 Euro) ist also die "richtige" Abspielmechanik.

  1. CD-Player Eera DL 1
  2. Datenblatt
Eera DL 1

© Archiv

Eera DL 1

Die Suche endet zwangsweise bei Philips. Die letzten rassereinen CD-Laufwerke mit dem Logo des niederländischen Konzerns wurden ausschließlich für die Auslese der CD-Daten entwickelt.

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© Julian Bauer

Setzt auf mechanische Ruhe: Die französische Eera bedämpft im DL 1 das Gehäuse sowie die Abspielmechanik und leitet über eine Kugel (Pfeil) Vibrationen vom Laufwerk ans Gehäuse ab.

Das verspricht eine hohe Abtastsicherheit und eine gute Fehlerkorrektur. Schon in früheren Helios-Zeiten kamen die Entwickler zu der Erkenntnis, dass die Datenquelle durch gezieltes Tuning nochmals sauberere Bits sprudeln lässt. Folgerichtig stellten sie auch im DL 1 sensible Bereiche mit Matten aus einem Kohlefaser-Verbundwerkstoff (Sorbothan) ruhig. Er zeichnet sich durch eine große innere Dämpfung aus. Eera verkleidete die Bodenplatte und den Steg über dem Laufwerk mit diesen besänftigenden Belägen. An der Brücke fixierten sie zusätzlich noch Extra-Federklemmen, die sich gegen die Lade stemmen und sie am Vibrieren hindern.

Nachdem die mechanische Ruhe im Umfeld des Lasers sichergestellt war, hieß es, die Vibrationen von der  sensiblen Laserbühne abzuleiten. Wie schon beim Helios 2 (1/98) spannte Eera sie in einen massiven Messingrahmen ein. Er stabilisiert den Abspielvorgang doppelt: durch seine große Masse und über eine "Ableitung" der Schwingungen zum Geräteboden. Bei eingezogener Lade ruht der Rahmen auf einer in einem Metallblock eingelagerten Kugel. Der Pfeiler ist fest mit dem stabilen Geräteboden verbunden und soll wie eine verlängerte mechanische Masse agieren. Die Kehrseite: Trittschall leitet der Player in umgekehrter Richtung ungefiltert an den Laser weiter, der sich im Partygetöse mit Lesefehlern beschweren kann.

Die so vor äußeren Einflüssen isolierten Bit-Pflänzchen schickt der DL 1 nicht etwa über übliche Klingeldrähte von der zugehörigen, ebenfalls von Philips georderten Decoderplatine (wandelt das Lichtgeflacker zu Strömchen und sortiert Steuer- und Musikdaten auseinander) zum Konverter. Sondern über geschirmte Hochfrequenzkabel, die die kümmerlichen Signale vor Umwelteinflüssen schützen sollen. Im DL 1 kommen Wandlerbausteine der amerikanischen Manufaktur Crystal zum Zuge. Aber längst nicht alle Konverter-ICs erfüllen die Anforderungen der Franzosen: "Von den gelieferten Chargen sortieren wir rund 40 Prozent aus", verriet Entwicklungsleiter Didier de Luca stereoplay. In der Analogwelt bereiten Operationsverstärker die Signale für die angeschlossenen Komponenten auf. Auf symmetrische Ausgänge verzichtet der DL 1.Digitalsignale finden nur einen koaxialen Ausgang vor.

Wie aber schlug sich der DL 1 als rassereinen CD-Player gegen den neuen Marantz im Hörraum? Im Gegensatz zum pedantisch aufspielenden Mitbewerber aus Japan gab sich der Europäer Eera deutlich gelassener. Bei dramatischer Musik packte der DL 1 etwas weniger kämpferisch zu. Hingegen bewies er bei allerfeinsten Zwischentönen noch mehr Fingerspitzengefühl. Dabei vermied der Eera tunlichst jeden Anflug aggressiver Untertöne. Bei einem Saxofon etwa (Boris Vanderlek, "Blue & Sentimental") unterstrich er den durch das schwingende Rohrblatt verursachten oboenartigen Klang,  unterschlug aber etwas die kantigen Einsätze und Anblasgeräusche. Wo der Marantz Glanz und Glitter herausarbeitete, wirkte der Eera etwas matter, gab sich aber trotz eines gewissen Hangs zur Nachlässigkeit äußerst dynamisch.

Stärken:

+ intimer und rythmisch zwingender Klang

+ Niedrige Jitterwerte

Schwächen:

- Frequenzgang mit leichtem Höhenabfall

- Minimalischtische Ausstattung

Eera DL 1

HerstellerEera
Preis2800.00 €
Wertung61.0 Punkte
Testverfahren1.0

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