Testbericht

CD-Player Linn Majik CD

Der brandneue Linn Majik CD für 2900 Euro beschränkt sich trotz eingebauter DVD-Technik auf reine Zweikanal-CD-Wiedergabe - und wird damit zum besten CD-Player der Schotten.

  1. CD-Player Linn Majik CD
  2. Datenblatt
Linn Majik CD

© Archiv

Linn Majik CD

Die DVD ist auf dem Vormarsch; reine CD-Player spielen eine immer kleinere Rolle. Wenn nun Linn mit dem Majik CD für 2900 Euro einen solchen Puristen vorstellt, muss dies handfeste Gründe haben. Schließlich hat man mit den Unidisk-Brüdern ja schon Universalspieler im Programm, die für ihren CD-Klang berühmt sind. Dennoch vermissten Linn-Fans nach der Einstellung des Ikemi und des Sondek CD 12 einen reinen CD-Player. Denn klar ist: Er könnte bei ähnlich gutem Klang günstiger sein als die Universalspieler, die neben SACD- und DVD-Schaltkreisen auch Baugruppen für die Bildwiedergabe besitzen. Und das kostet nun mal.

image.jpg

© Julian Bauer

Digitale Magie durch hochintegrierte Bauteile: Der Spartan-3-Chip (Pfeil) übernimmt beim Linn Majik CD das Upsampling und die Digitalfilterung.

So beschränkt sich der Majik CD ausschließlich auf die CD-Wiedergabe, obwohl er ein vollwertiges DVD-Laufwerk besitzt, das auch im Classik Movie (2/06) zuverlässig seinen Dienst tut, und sogar einen DVD-Processor-Chip (ESS Vibratto S) sein Eigen nennt. Die Drehzahl des Laufwerks bremsten die Linn-Ingenieure ein, während der große Chip nur dafür da ist, das Laufwerk zu steuern und dessen Auslesedaten aufzubereiten, damit der folgende Chip seine Digitalfilter-Tätigkeiten verrichten kann. Dass dies ein komplexer Xilinx Spartan ist, den die findigen Schotten auch noch ein 8-faches Upsampling erledigen lassen, zeigt, auf welchem digitalen Niveau man in Glasgow ist.

Majik Netzteil

© Julian Bauer

Geschaltete Power: Das getaktete Netzteil ist bei Linn Standard, wobei die Schotten ihm Hochfrequenzstörungen abgewöhnt haben wollen.

Das Digitalfilter legte das Entwicklungsteam um Ivor Tiefenbruns Sohn Gilad eher zahm aus (erste Ordnung), da dies zu weniger dynamischen Verzerrungen führt. Beim Digital/Analogwandler ging Linn kein Risiko ein und setzte den bekannt guten Stereo-Konverter Wolfson WM 8740 mit 24 Bit und 192 Kilohertz ein. So lag es wohl an dieser klugen Konzeption, dass der Majik CD im stereoplay-Messlabor Bestmarken setzte.Bei solch massivem Einsatz von Digital-Elektronik verwundert es nicht, dass der Majik CD auch MP3-CDs abspielt, deren Verlaufsbäume er komfortabel anzeigt, sowie HDCDs mit voller Qualität und sogar DTS-CDs wiedergibt. Zudem spendierten ihm die gar nicht geizigen Schotten einen optischen sowie einen koaxialen Digital-Ausgang. Die RS-232-Ein- und -Ausgänge für die Anbindung an moderne Heimsysteme oder Touchscreen-Fernbedienungen sind bei Linn hingegen schon länger Standard.

image.jpg

© Julian Bauer

Der brandneue Linn Majik CD beschränkt sich trotz eingebauter DVD-Technik auf reine Zweikanal- CD-Wiedergabe - und wird damit zum besten CD-Player der Schotten.

Aber solche Ausstattungsdetails spielten im Hörraum keine Rolle, denn hier galt es, sich gegen den Unidisk 1.1 (7/03) durchzusetzen - was dem Majik CD vor verblüfften Testern recht locker gelang. Der Universal-Bruder stemmte sich zwar mit einem konturierteren und tieferen Bass gegen seine Niederlage, konnte aber letztendlich dem natürlicheren Farben- wie auch Detailreichtum des Majik CD nicht Paroli bieten. So erklang die Stimme von Sandrine Kimberlain ausdrucksvoller, das Harmonium am Anfang von "Loin Derriere" ("Manquait plus Qu'Ca....", siehe CD-Rezensionen) natürlicher, der Schellenkranz feiner.

Sogar im Vergleich zum superben Naim Audio CD 5x mit FlatCap-Netzteil (3/05) konnte der Linn leichte Vorteile verbuchen, da er den etwas standfesteren Bass und die sehr direkte Ansprache des Naim mit mehr Eleganz und Klangfarbe sowie einer etwas losgelösteren Wiedergabe parierte. Zudem erspürte er mehr Zwischentöne in langgezogenen Passagen wie etwa auf "The Shine Of Dried Electric Leaves" von Cibelle (siehe CD-Tips), wo er der Stimme der Brasilianerin mehr Spannnung verlieh und den vielschichtigen Hintergrund klarer darstellte.

Einen weiteren Klangpunkt blockierte der Sondek CD 12, der noch ein wenig mehr Übersicht in komplexen Passagen behielt und im Bass mehr Souveränität besaß. Da ihm der Majik CD aber ansonsten sehr ähnelte, verlieh ihm stereoplay freudig ein Highlight.

Linn Majik CD

HerstellerLinn
Preis2900.00 €
Wertung62.0 Punkte
Testverfahren1.0

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

Linn Akurate CD
Testbericht

Der brandneue Linn Akurate CD für 5900 Euro spielt alle Tonformate ab. Und verzichtet dabei - sozusagen eine Weltpremiere - konsequent auf …
Exposure 2010 S2 IA & 2010 S2 CD
Stereo-Kombi

Wenn es so etwas wie einen ewigen Geheimtipp gibt, dann wäre Exposure aus England sicher ein ganz heißer Anwärter auf die Auszeichnung. Wie…
Yamaha CD S 3000 & A S 3000
Stereo-Kombi

Auf opulente und ebenso trendsetzende wie zeitlose Verstärker- und Digital-Elektronik von Yamaha haben die Fans schon lange gewartet. Nun hat das…
Marantz CD 6005 & PM 6005
Stereo-Kombi

Der Vollverstärker Marantz PM 6005 und der dazugehörige CD-Player CD 6005 bieten unglaublich viel Ausstattung und Musikqualität für einen…
Pro-Ject CD Box RS Pre Box RS Digital Audio
Digital-Kombi-Testbericht

Wir haben die Digtal-Kombi Pro-Ject Pre Box RS Digital mit CD Box RS im Test. Wie schneiden CD-Player und Verstärker in der Redaktion ab?
Alle Testberichte
Acer Switch Alpha 12
Detachable
75,4%
Das Acer Switch Alpha 12 ist das erste lüfterlose 2-in-1-Gerät mit Core-i-Prozessor. Im Test hinterlässt es einen…
Huawei P9 Plus
5,5-Zoll-Smartphone
88,0%
Huawei optimiert das P9 und heraus kommt ein echter Überflieger: Wir haben das Huawei P9 Plus getestet.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.