Testbericht

CD-Player mit SACD Marantz SA 11 S 2

Einen sehr soliden mechanischen Aufbau und geradezu verschwenderische Elektronikbestückung bietet der SACD/CD-Kombiplayer Marantz SA 11 S 2 (3500 Euro).

  1. CD-Player mit SACD Marantz SA 11 S 2
  2. Datenblatt
Marantz SA 11 S 2

© Archiv

Marantz SA 11 S 2

Einstreuungsempfindliche Baugruppen wie der Netztrafo, der Oszillatorschaltkreis und die Treiberstufen für die Digitaleingänge bekamen ein schirmendes Kupferkabinett, das Laufwerk ist mit Aluminiumwänden bewehrt, die präzise geführte Schublade vollständig aus Metall gefertigt. Die Lasereinheit orderte Marantz bei Sony; sie liest SACDs und herkömmliche CDs.

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© Julian Bauer

Kolossaler Aufwand: Das Laufwerk ist mit dickem Aluminium bewehrt, die Ganzmetall-Schublade präzise geführt; einstreuempfindliche Baugruppen wie der Netztrafo und der Oszillator sind komplett kupferüberdacht.

Die SACD-Daten laufen - nach entsprechender Decodierung, die sie vom Kopierschutz entblättert und Textinformationen extrahiert - ohne Umwege zu den Konvertern. Die CD-Daten unterzieht der SA 11 S 2 einer Sonderbehandlung: Drei verschiedene, vom Ex-Marantz-Deutschland-Geschäftsführer Diplom-Ingenieur Rainer Finck programmierte Rechenvorschriften, die der Hörer je nach Geschmack abrufen darf, verleihen dem Klang einen "analogen" (Filter drei), "transparent luftigen" (Nummer zwei) oder ultrapräzisen (Nummer eins) Klang. Damit nicht genug: Sollten auf fehlerhaft abgemischten CDs Gleichspannungsanteile vorhanden sein (die DC-gekoppelte Verstärker als lauten Knackser weiterleiten), regelt sie der Marantz mit einem zuschaltbaren Extra-Filter aus. In der Analogwelt des SA 11 S 2 herrscht strikte symmetrische Signalführung. Die Verstärker- und Filterstufen baute Marantz aus einzeln sichtbaren Miniatur-Bauelementen auf.

Der Unterschied zum preisvergleichbaren, 12/04 getesten SA 11 S 1: gewaltig. Die Differenz zur doppelt so teuren stereoplay-Referenz SA 7 S 1 (Test 2/07): marginal und nur mit der Lupe zu sehen. Der Netztrafo trägt eine andere Typenbezeichnung, die schirmenden Kupferkessel beider Modelle sind identisch. "Das Kernmaterial ist unterschiedlich", meint die Marantz-Deutschland-Zentrale.

Fernbedienung

© Julian Bauer

Die stereoplay-Referenz SA 7 S 1 ist das Vorbild, der halb so teure SA 11 S 2 steht mit fast gleicher Elektronik da. Ebenfalls gleich: die per Fernbedienung abrufbaren Filter zur individuellen Klangvariation.

Dem Augenschein nach gleich: der komplette Schaltungsaufbau und die Bestückung der Digital- und Analogelektronik. Nur zwei Chips fehlen dem SA 11 S 2 gegenüber dem SA 7 S 1: die i-Coupler - auf Chip-Ebene realisierte Übertrager zur Abkapselung der Analog- gegen die Digitalsektion.

Außer vielleicht den etwas höheren Jitterwerten lieferten beide Player im Messlabor identische Dokumente ab: Die Frequenzgänge glichen sich exakt, das Verzerrungsverhalten war nahezu gleich. Der einzige dokumentierte Unterschied: Auf Grund seines noch monumentaleren Gehäuses zeigt die Waage beim SA 7 S 1 satte 5,8 Kilogramm mehr Gewicht an.

Dass sich selbst scheinbar nebensächliche Änderungen im Klang auswirken, bewies der Hörtest. Der Marantz SA 11 S 2 überzeugte bei CDs auf Anhieb mit offenem, temperamentvollem Wesen. Großes Orchester setzte er mit besonders luftiger und weiträumiger Abbildung in Szene. Stimmen wirkten natürlich, wobei er allerfeinste Artikulationen verheimlichte, um lieber schnell zu den nächsten Lauten überzugehen. Mit gleichem Motor, aber besserem Fahrwerk: Der SA 7 S 1 gab sich bei denselben Musikbeispielen geschliffener und gewandter. Besonders deutlich wurden die Unterschiede bei Dialogen zwischen Bass, Schlagzeug und Klavier (Oscar Peterson Trio, "D&E"): Beim SA 7 S 1 knurrte der Bass, das Schlagzeug trieb und gaukelte, der Flügel hatte Wucht und Strahlkraft. Über den Debütant SA 11 S 2 verlor der Bass an Struktur, beim Saitenspiel ging etwas Spannung verloren.

Mit SACDs geriet dem SA 11 S 2 der Auftritt zwar atmosphärischer und runder. Aber auch der DA 7 S 1 legte in gleichem Maße zu. Trotz der Familienbande, der scheinbaren Baugleichheit blieb das Vorbild in jeder Disziplin der Sieger.So ist der Marantz ist in zwei Welten zu Hause: Er gibt  bedingungslos CDs wieder und bringt mit deutlich atmosphärischerem Spiel die Bitfülle von SACDs zur Geltung.

Stärken:

+ Hoher mechanischer und elektrischer Aufwand

+ Filter zur Klangvariation

+ Player für CD und SACD

Schwächen:

- Filterumschaltung nur mit Neustart der Disc möglich

Marantz SA 11 S 2

HerstellerMarantz
Preis3500.00 €
Wertung61.0 Punkte
Testverfahren1.0

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