Testbericht

CD/SACD-Player Marantz SA 7 S 1

Der brandneue Zweikanal-Edelplayer SA 7 S 1 für 7000 Euro von Marantz ist für perfekte CD-Wiedergabe optimiert. Kann sich auch seine SACD-Technik hören lassen?

  1. CD/SACD-Player Marantz SA 7 S 1
  2. Technik im Detail: Galvanische Trennung
  3. Datenblatt
Marantz SA 7 S 1

© Archiv

Marantz SA 7 S 1
Gemessen an preiswerten Universalspielern, sind die Fertigkeiten des Marantz-Schwergewichts SA 7 S 1 für 7000 Euro bescheiden: Er beherrscht weder Videowiedergabe noch Mehrkanalton und spielt nur CDs und SACDs ab. Angesichts der Maßstäbe setzenden Verarbeitung und der technischen Raffinessen ist er dagegen außergewöhnlich. Schon das Laufwerk sucht seinesgleichen. Die Lasereinheit kaufte Marantz noch bei Sony zu, verzichtete aber auf die übliche Kunststoffarmierung und die Plastiklade. Die Japaner verstauten die Optik in einem Stahlschrank und umkleideten sie zusätzlich mit einem dicken Aluminium-Mantel. Die Leseeinheit bekommt die Disc auf einem massiven, gusseisernen Teller serviert.
Chassis, Netztrafo und Oszillator

© Julian Bauer

Unterbindet elektromagnetische Wechselwirkungen mit anderen Geräten und Baugruppen: Kupferbeschichtung des Chassis, des Netztrafos und des Oszillators (Pfeil).

So gefeit gegen schädliche Mikrofonie-Attacken, werden die ausgelesenen Rohdaten je nach ihrer Herkunft von den Decodern sortiert. SACD-Bits wandern schnurstracks zu den Konvertern, CD-Datenworte laufen über einen hochleistungsfähigen Digitalen Signalprozessor. Dieser Rechenbaustein enthält die Vorschriften für drei verschiedene Filter (siehe Interview Seite 124), die der Hörer je nach Geschmack aufrufen darf. Bevor die SACD- und CD-Daten beim Wandler eintreten, wird der drahtgebundene Weg unterbrochen (siehe Kasten rechts). Die D/A-Konverter der japanischen Nippon Precision Circuit (NPC) unterziehen die CD-Daten einer reinen Wandlung, den Binärcode von SACDs filtert der Konverterbaustein zusätzlich - mit von steil bis flach abfallenden Charakteristiken.

Im opulent bestückten Analogabteil des Marantz gilt das Gebot strikter symmetrischer Signalführung. Die Ausgangsverstärker- und Filterstufen sind komplett aus Einzeltransistoren aufgebaut. Auch das nichtinvertierte Signal für die Cinchausgänge läuft ohne zusätzliche Asymmetrierstufen. Lohn des sorgfältigen Aufbaus: Das Messlabor dokumentierte sensationell niedrige Jitterwerte (zeitliche Unpässlichkeiten im Taktsignal, die sich als Unschärfe im Signalverlauf äußern), mit 49 Ohm vorbildlich niedrige Ausgangswiderstände (sodass auch exotische Kabel keinen Einfluss auf den Frequenzverlauf haben) und eine sehr gute Fehlerkorrektur. Dem Lob seitens der Messcrew folgte dicker Applaus von den Hörtestern. Fantastisch, wie der SA 7 S 1 von der CD "Life Colours" (Jack Loeb, Label dmp) mit Filter 1 allerfeinste Details herausarbeitete, wie er im Bass Struktur und Kontur unterstrich und die Stimmen weder scharf noch vordergründig, sondern sichtbar plastisch reproduzierte.

Gegenüber solch unbändiger Spielfreude wirkte selbst der Röhrenklang des 1500 Euro günstigeren T+A D 10, seither CD/SACD-Referenzplayer und stereoplay Highlight, etwas statischer. Bei natürlichen Instrumenten (Mahler, Symphonie No. 2, Leonard Slatkin; Telarc) machte der T+A mit noch tiefer reichender Räumlichkeit das Manko wieder wett. Weitere Ergebnisse des Hörtests: Filter zwei des Marantz tendierte zum Abdunkeln, Nummer drei klang etwas gemütlicher und weniger atmosphärisch.

Ist der SA 7 S 1 mit seiner völlig luftigen und transparenten Wiedergabe schon als CD-Spieler der Hit, bewies er eindrucksvoll, welches Potential in der SACD schlummert. Der Korpus der Instrumente, die Stimmen untereinander und die Aufnahmeräume klangen von SACD noch echter. Kaum ein anderer Player macht die "analoge" SACD-Sanftheit gegenüber der "rauen" CD so deutlich. Der SA 7 S 1 ist der Perfektionist mit CD, der Meister mit SACD.

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