Testbericht

Chario Syntar 520 im Test

Der italienische Boxenspezialist Chario interpretiert den Begriff "Kompaktbox" sehr großzügig. Seine Syntar 520 erreicht ein Brutto-Gehäusevolumen von satten 30 Litern.

Chario Syntar 520

© H. Härle, Archiv

Chario Syntar 520

Dazu passend ist ein wuchtiger 8-Zoll-Konus verbaut. Vor 20 oder mehr Jahren waren solche Treiberformate bei Kompaktboxen an der Tagesordnung, nach heutigen Maßstäben ist die 520 fast ein Exot.

Die Auswirkungen der konservativen Bauweise sind ebenso eindeutig wie positiv. Die Chario erzielt zwar keine überragend hohe Maximallautstärke, dafür marschiert ihr Bassbereich selbst unter Freifeldbedingungen locker-lässig bis 42 Hertz, ohne Verluste bei der Intensität. Die Wettbewerber von Boston, Dali und PSB sind mit Werten um 60 Hertz deutlich weniger tiefbasspotent.

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Chario Syntar 520
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Bei wandnaher Aufstellung könnte dieser hervorragende Wert nochmals sinken, weil der im Gegensatz zu Mitten und Höhen kugelförmig abgestrahlte Bass durch Grenzflächen eine weitere Kräftigung erfährt. Dennoch sollten Syntar-Eigner diese Art Tuning unterlassen, denn damit würde der bereits bei freier Aufstellung sehr kräftige Tieftonbereich eindeutig zu fett. Im Gegensatz zu Standboxen, bei denen die Bauhöhe die Lage des akustischen Zentrums fest vorgibt, müssen Kompaktfans selbst für die richtige Stehhöhe sorgen. Am besten gelingt dies mit einem maßgeschneiderten Ständer, den aber nur die wenigsten Boxenhersteller im Programm haben. Chario ist eine löbliche Ausnahme und fertigt als Zubehör ein auf die 520 abgestimmtes Stativ.

Chario Syntar 520: Hörtest

Der große Vorzug der Chario ist ihre für Kompaktboxenverhältnisse sensationelle Basswiedergabe. Teilweise sind die Impulse in der Magengrube zu spüren. "Living Darfur", die bereits bei der Boston gespielte Soul-Hymne, klang über die Chario herrlich machtvoll und feingliedrig-elegant. Bei geschlossenen Augen würde wohl jeder auf eine ziemlich erwachsene Standbox tippen. Die messtechnisch zu leisen mittleren Frequenzen fallen gehörmäßig weniger als erwartet ins Gewicht. Die Chario tönt alles in allem nicht ganz so agil wie die Boston oder PSB, dafür stets kultiviert und keineswegs müde. Für lange Hörsitzungen, wo man gefühlt nicht permanent in der ersten Reihe sitzen möchte, ist die Syntar 520 ein sehr angenehmer Partner.

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