Testbericht

Clarion Map 780

Es war einmal im Jahr 1998, da durfte Clarion mit Fug und Recht als einer der Vorreiter in Sachen Navigation gelten. Die Japaner trumpften mit CD- und DVD-Festeinbau-Navis auf und hatten sogar einen echten Auto-PC im Angebot. Den Trend zur mobilen Navigation jedoch verschliefen sie genauso wie ihre damalige europäische Konkurrenz.

  1. Clarion Map 780
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Testbericht Clarion Map 780

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Hilfreiche Orientierung: 3-D-Gebäudeansichten

Erst seit wenigen Jahren gibt es unter dem Clarion-Label mobile Navis, die allerdings wie viele andere Fabrikate auch mit zugekaufter Hard- und Software ausgerüstet sind.

Wer nun erwartet, dass das neue Clarion MAP780 (349 Euro) ebenfalls ein reines Me-too-Produkt ist, wird angenehm überrascht. Zwar läuft hier als Navigationssoftware unverkennbar das weitverbreitete ungarische iGo, aber immerhin in der topaktuellen Version 8.

Videoplayer und Bildbetrachter an Bord

Und an der Bluetooth-Funktionalität hat Clarion sogar selbst geschraubt: So nimmt das MAP780 gerne A2DP-Geräte an die Leine, überträgt also im MP3-Modus Musik von Speicherkarte in Stereo-Qualität über Bluetooth und lässt sich von anderen Geräten via AVRCP-Profil auch noch fernsteuern. Als herkömmliche Auto-Freisprecheinrichtung taugt das System wie selbstverständlich auch. Videoplayer und Bildbetrachter sind ebenfalls an Bord.

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Realistisch: Höhenmodell im 2-D-Übersichtsmodus

Auch die iGo-Version 8 entspricht nicht hundertprozentig den bereits bekannten Ausführungen. So kommt im Clarion MAP780 eine Text-to-Speech-Sprachausgabe zum Einsatz, und bei Gebäuden und Landschaften in 3-D sind noch mehr Details zu erkennen als bisher. Die übrige Ausstattung mit Europakarte und TMC entspricht dem Klassenstandard.

Das Navi selbst ist etwas klobig und wirkt nicht sonderlich hochwertig, ist aber überaus robust und kommt mit einer stabilen Halterung. Die Kabel müssen allerdings quer über das Gerät verteilt angesteckt werden, was in voller Beschaltung wenig elegant aussieht.

Großes Display

Bei der Handhabung unterscheidet sich das Clarion kaum verwandten Geräten. Prinzipiell lässt sich das Navi über die großen Schaltflächen und animierten Menüs gut bedienen, dank des großen und guten Displays viel besser als das deutlich günstigere MyGuide m.imove 3218. Etwas klein geraten sind jedoch die Schaltflächen im Bereich der Kartendarstellung, mit der man die Karte im manuellen Modus justieren kann.

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Virtual Reality: Die Höhendarstellung bei der Fahrt durchs Gebirge

Es gibt jede Menge weiterer Optionen, die man erst einmal überschauen muss. Zur Not kann man auch in einen reduzierten Modus umschalten, der nur die nötigsten Funktionen anbietet und sich damit bestens für Einsteiger eignet.

Optik top, Akustik hopp

Die Kartendarstellung weiß wie bei den anderen iGo-Systemen mit ihrer enormen Detailtiefe zu begeistern - die 3-D-Gebäude und das Höhenmodell sind nett anzusehen und geben einen realistischen Eindruck der gerade durchfahrenen Gegend wieder - hier ist das Clarion ganz vorne mit dabei.

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Glanzstück: Die Bluetooth-Anbindung ist gelungen

Die Software läuft bei allen Rechenvorgängen beeindruckend schnell, wirkt bisweilen aber etwas wankelmütig: Schon kurze Verspringer der GPS-Position führen zu einer Neuberechnung der Route, oft auch in Situationen, wo dies nicht nötig gewesen wäre. Weniger überzeugen konnte die Text-to-Speech-Sprachausgabe, sowohl akustisch als auch inhaltlich.

Fazit: Vernünftiges System, ohne recht zu begeistern

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Integrierter TMC-Empfänger sorgt für staufreies Fahren

Das Clarion MAP780 ist ein ganz vernünftiges Navigationssystem, das in keiner Disziplin enttäuscht, aber auch außer bei der Bluetooth-Anbindung und vielleicht bei der Kartendarstellung an keiner Stelle so richtig zu begeistern weiß. Ein schlechter Kauf ist es deswegen noch lange nicht, angesichts der starken Konkurrenz wird es das Gerät dennoch schwer haben.

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