Testbericht

Creek EVO CDP

Der Creek klingt einfach angenehm, ohrenfreundlich und zugleich spannend. Für rund 760 Euro.

  1. Creek EVO CDP
  2. Datenblatt
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© Archiv

Wer ältere Geräte der 1982 gegründeten Firma Creek kennt, vermisst heute vielleicht deren radikales Non-Design. Die erschreckend kompakten, kantigen Gehäuse mit den schwarzen, giftgrün bedruckten Blech-Fronten waren doch noch ein klares Statement gegen die zeitgleich erstarkenden Goldknopf-Popper und Acryl-Polierer. Heute sind aus Punks Politiker geworden. Und auch Creek ist äußerlich wie technisch eine "Evo"-lutionsstufe weiter.

Einfacher ist besser

Der Evo ist das Einstiegsangebot der Firma und muss noch ohne kostspielige Upsampling-Tricksereien auskommen. Die Budget-Beschränkung hat aber einige schlaue Ideen hervorgebracht, die nicht nur Geld sparen, sondern auch bessere Ergebnisse liefern. So taktet ein und derselbe Oszillator im Evo nicht nur die Wandler, sondern mit der gleichen Frequenz auch den Steuerungs-Mikroprozessor. Das spart einen Taktgeber und soll nebenbei Intermodulations-Probleme, wie sie beim Parallelbetrieb unterschiedlicher Oszillatoren drohen, gar nicht erst aufkommen lassen. Vielleicht liegt es an diesem Kniff, vielleicht auch an der sorgfältigen Nachtaktung zwischen (Philips-)Laufwerk und (Burr-Brown-)Wandler, dass der Evo als günstigster Player den besten Jitter-Wert im Test zeigte. Auch die anderen Messwerte waren blitzsauber. 

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So geradlinig wie der technische Aufbau ist auch die Ausstattung und Bedienung des Creek: Er ist ein CD-Player, basta. Zusätzliche Digitaleingänge gibt es nicht, dafür immerhin Digital-Out in Koax- und optischem Toslink-Format sowie eine schicke Fernbedienung, die in der Hand und auf dem Couchtisch allemal einen besseren Eindruck macht als der etwas überladene Burmester-Systemdrücker oder die betagten Designs von Accuphase und Audionet. In einem kleinen Rückfall in den alten Minimalismus zeigt der Evo zwar die verstrichene Titelzeit an, aber keine Gesamt- und schon gar keine Restzeiten - das nur, damit Sie nicht sagen, AUDIO hätte Sie nicht gewarnt.

Der kleine Unterschied

Von Restzeitanzeige-Fetischisten abgesehen dürften nur wenige Hörer dem charmanten Klang des britischen Players widerstehen (der streng genommen, wie es in dieser Preisklasse üblich ist, aus China kommt). Wer für die 760 Euro erst mal ein Weilchen sparen muss, fragt sich zu Recht, was dieser unscheinbare Spieler denn nun so viel besser kann als eine 200-Euro-Kiste - oder gar ein x-beliebiger DVD-Player, der ja auch CDs schluckt.

Bitte schön: Der Creek klingt einfach angenehmer, ohrenfreundlicher und zugleich spannender. Er schafft es, mit guter Musik ein Kraftfeld aufzubauen, das unsere Aufmerksamkeit mit dem ersten Takt gefangen nimmt und bis zum letzten Takt festhält. Er spielt sich nicht einfach mit mehr Höhen, einem dickeren Bass oder einem ähnlichen quantitativen Merkmal in den Vordergrund - derartige Unterschiede machen nicht die Qualität eines Players aus. Nein, es ist die subtile Stimmigkeit, das perfekte rhythmische Zusammentreffen aller Elemente, was den Hörspaß vom HiFi-Frust unterscheidet. Diese wichtigste Bedingung ist schon mit dem Evo erfüllt - die anderen Player bauen lediglich mehr oder weniger kunstvoll darauf auf.

Creek EVO CDP

HerstellerCreek
Preis765.00 €
Wertung100.0 Punkte
Testverfahren1.0

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