Testbericht

D/A-Wandler Audio Research DAC 8

Der neue D/A-Wandler DAC 8 von Audio Research (5300 Euro) kann 24-Bit-/192-kHz-Daten selbst über USB wiedergeben. Bringt ihn das klanglich an die Spitze?

  1. D/A-Wandler Audio Research DAC 8
  2. Datenblatt
Audio Research DAC 8

© stereoplay

Audio Research DAC 8

Die Entwickler des Audio Research DAC 8 für 5300 Euro hatten ein klares Ziel. War der günstigere Bruder DAC 7 (Test in 2/10) noch auf die S/P-DIF-Eingänge optimiert und nicht auf den USB-Port, widmeten die Amerikaner beim DAC 8 vor allem dem Letzteren besondere Aufmerksamkeit. So bietet der D/A-Wandler sogar die Möglichkeit, hochauflösende Dateien mit 24 Bit / 192 Kilohertz in voller Qualität abzuspielen.

Audio Research DAC 8

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Volle Symmetrie: Ab den zwei D/A-Wandlern beginnt die symmetrische Signalführung per FET-Einzeltransistoren.

Da dies die gängigen Betriebssysteme von Microsoft und Apple aber nicht unterstützen, schrieben die Ingenieure von Audio Research gleich mal Treiber für Windows und Apple, welche die jeweilige interne Architektur umgehen und die Daten unbearbeitet vom Rechner zum DAC 8 leiten. Hierbei waren Vollprofis am Werk - was man daran sieht, wie einfach die Installation ist und wie reibungslos es nachher im Betrieb funktionierte.

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Für die Digital-Abteilung steht ein EI-Kern-Trafo bereit (vorne), für den analogen Bereich ist ein wertiger T-Typ zuständig.

Dass die Daten neu getaktet werden und somit asynchron zum wackeligen Takt des Sende-Computers sind, ist eine weitere Zutat für guten Klang über die USB-Verbindung. Darüber hinaus gibt es beim DAC 8 zwei unterschiedliche Taktkreise. Einen für die Vielfachen von 44,1 kHz und einen für die Daten auf 48-kHz-Basis. So will Audio Research eine genauere Datenverarbeitung sicherstellen.

Sehr sinnvoll ist die galvanische Trennung per Übertrager, die alle elektrischen Digitaleingänge des DAC 8 vorweisen können. So schleichen sich keine Brummschleifen durch den Computer ein, der oft an einer anderen Steckdose hängt.

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Die Extraplatine an der Rückwand ermöglich einen 24-Bit-/192-kHz- Datentransfer über USB.

Konsequent, dass es pro Kanal einen Stereo-D/A-Wandler gibt, der im Mono-Mode symmetrische Signale weiterleitet. Das ist ein weiterer Unterschied zum kleineren Bruder DAC 7, der mit nur einem D/A-Wandler auskommen muss. Gemeinsam hingegen haben die Geschwister die vollsymmetrische analoge Signalverarbeitung mit FET-Transistoren.

Beliebte Integrierte Operationsverstärker kamen für die Schmiede aus Minnesota nicht in Betracht. Man ist dort weiterhin der Meinung, dass entweder Röhren oder mit ähnlichen Kennlinien gesegnete FET-Transistoren den intensiven Klanggenuss befördern.Scharfe Augen erkennen aber zwei Chips (TL 072), die nahe an den Ausgangsbuchsen sitzen. Bei genauerer Betrachtung der Schaltung erweisen sich diese Chips jedoch als Regler, die eine Gleichspannung auf dem Musiksignal verhindern.

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Der DAC 8 findet mit seinen unterschiedlichen Digitaleingängen wohl zu jeder digitalen Quelle Kontakt.

Alle HiFi-Fans, die an ihren Verstärkern keine symmetrischen Eingänge besitzen, werden sich freuen, dass Audio Research die Cinch-Outputs nicht künstlich asymmetriert, sondern parallel zum Plus-Signal der XLR-Buchsen geschaltet hat. So muss das asymmetrische Signal keine zusätzliche Stufe durchlaufen.

Eine nette Dreingabe ist die Anzeige der Taktraten auf der Front. Noch sinnvoller ist die Option, das Musiksignal in der Phase zu invertieren. Daher lässt sich der DAC 8 auch an Geräte anschließen, bei denen die Plus- und Minus-Pins in den XLR-Buchsen vertauscht wurden - was wegen der fehlenden Normierung vorkommt. Zudem kann der Nutzer Aufnahmen mit falscher Phase korrigieren.

Audio Research DAC 8

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Frequenzgang: Stets sehr ausgewogen und breitbandig

"Hui, das ist mal ein Brett", entfuhr es einigen Testern, als die ersten Takte von Gomez' ,"Army Dub" ("In Your Gun", Virgin) mit CD-Daten über den USB-Eingang des DAC 8 kamen. Denn der Wandler ließ nicht nur die Basstrommel satt treten und setzte die saftige Bassline klar davon ab, er stellte auch die Becken aus dem Hintergrund fein und schillernd in den Hörraum. So souverän bewahrte er den Überblick, dass die Referenz Cantata MCS von Resolution Audio (Test in 1/11) zum Vergleich antreten musste.

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Jitterspektrum: Vom Netzstöreinfluss geprägter Jitter

Selbst dieser Wandler konnte nicht so einen packenden und druckvollen Auftritt wie der DAC 8 liefern. Dafür separierte der Cantata MCS Einzelinstrumente in Tutti-Passagen ein wenig genauer. Er grenzte etwa die zwei Solo-Stimmen in Bachs Kantate "Alles was von Gott geboren" ("6 Favourite Cantatas", Joshua Rifkin, The Bach Ensemble) etwas genauer voneinander ab und gab die Cembalo-Töne zupfiger wieder.

Der Vergleich zwischen den Digitaleingängen fiel beim DAC 8 anders aus als beim kleineren Bruder DAC 7. Lautete beim 7er die Empfehlung, USB eher zu meiden, brachte diese Option beim 8er die Musik fast noch ein wenig feiner und differenzierter rüber als etwa S/P-DIF oder auch der symmetrische AES/EBU-Eingang.

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Klirrspektrum: Relativ hohe, aber harmonisch günstig abgestufte Klirrkomponenten; deutlicher Netzstöreinfluss

Dies galt ebenso für 24-Bit-/ 96-kHz-Daten. Hier lief es wieder auf ein Patt mit der stereoplay-Referenz hinaus. Bei Neil Youngs "Heart Of Gold" ("Greatest Hits") erschien aber nun der DAC 8 sogar etwas sympathischer. Er vernachlässigte zwar den Teppich der Snare-Trommel, dafür wirkte das Klangbild insgesamt stimmiger. Die Hörer konnten ganz genussvoll in die Musik eintauchen und waren davon abgelenkt, sie analytisch zu betrachten. Diese Unterschiede blieben auch bei 24-Bit-/ 192-kHz-Daten und den S/P-DIF-Eingängen bestehen.

Beim Durchgang mit dieser Top-Auflösung und USB-Verbindung hatte der DAC 8 die Nase vorn, da der Cantata MCS mit 24/96 begrenzt ist. So konnte der DAC 8 noch ein wenig feiner und klarer musizieren - und eroberte überzeugend die Co-Referenz-Position.

Audio Research DAC 8

HerstellerAudio Research
Preis5300.00 €
Wertung69.0 Punkte
Testverfahren1.0

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