Testbericht

Kompaktlautsprecher Dali Ikon 2 Mk 2

Selten hatte im AUDIO-Hörraum ein Lautsprecher, zudem so kompakt und so bezahlbar wie die Dali Ikon 2 Mk 2 (860 Euro das Paar), bereits mit den ersten Takten derart losgelegt.

  1. Kompaktlautsprecher Dali Ikon 2 Mk 2
  2. Datenblatt
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Wer die neu aufgelegte Ikon-Serie des dänischen Traditionsherstellers Dali betrachtet, reagiert als HiFi-Fan für gewöhnlich überrascht - "Was, hier spielen zwei unterschiedliche Hochtöner gleichzeitig?". Wer sich für eine solche Box entscheidet, kann schon einmal sicher sein, nicht im HiFi-Mainstrem gelandet zu sein. Und ist nicht die Exklusivität mit ein Antrieb für das Hobby HiFi, insbesondere in bezahlbaren Preisregionen? Doch auch deutsche Hersteller, namentlich Elac und German Maestro, wagen sich im dreistelligen Preisbereich an Hochtonkonzepte, die nicht jeder hat.

Dali Ikon 2 Mk 2

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Auseinander: Die Hochtonkalotte mit Ferrofluid zur besseren Kühlung ist großzügig mit Watte bedämpft, ebenso das in sein eigenes Volumen strahlende Superhochton-Bändchen.

Doppelt hält besser?

Dabei ist die Beschaltung des Dali-Doppelpacks gar nicht so ungewöhnlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag: Die mit 28 Millimetern sehr große, beinahe durchsichtige Seidenkalotte ist zwar ein Hochtöner, der ab 2500 Hz eingesetzt wird - in der obersten Oktave, genauer gesagt mit der Übergangsfrequenz von 14 Kilohertz (kHz), wird sie jedoch ausgeblendet und ein spezieller Bändchen-Superhochtöner übernimmt. So wollen die Dali-Ingenieure den homogenen Präsenzbereich und die Klarheit der Kalotte mit der detailliert-luftigen Charakteristik des Bändchens in Einklang bringen.

Fast unaufregend liest sich da der Rest des Steckbriefs: Konustieftöner von 17 Zentimetern Durchmesser mit Bassreflexunterstützung. Doch auch hier wissen die Dali-Ingenieure, das Besondere zu servieren: Die aus Zellfasern gepresste, bräunlich gefärbte Konusmembran enthält extra einige originäre Holzfasern, um ein optimales inneres Dämpfungsverhalten zu erreichen.Drang nach vorn

Selten hatte im AUDIO-Hörraum ein Lautsprecher, zudem so kompakt und so bezahlbar, bereits mit den ersten Takten derart losgelegt und die Hörer unvermittelt in seinen Bann gezogen. Das schaffte die kleine Dali mit einer beispiellosen Kombination aus Auflösungsfreude und Sinn für Timing. Stefan Gwildis' "Papa will hier nicht mehr woh'n" ("Neues Spiel", 105 Music) groovte so satt auf den Punkt, dass kein Fuß mehr stillhalten konnte. Die in den Höhen durchaus etwas exponierte Abstimmung fand im präzisen, konturierten und angesichts der Größe erstaunlich schlagkräftigen Tiefbassfundament einen nach vorne treibenden Counterpart.

Dali Ikon 2 Mk 2

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Highendig: Für diese Preisklasse ungewöhnlich, ist die Weiche der Dali frei verdrahtet. Die Bauteile im Signalweg - Luftspulen und Folienkondensatoren - sind nur vom Feinsten.

Weniger gut passte das zu tendenziell hellen Rock-Aufnahmen aus den 1980ern wie Marillions "Fugazi" (EMI), wo sich die Ikon doch allzu sehr auf die fragwürdige Höhenabmischung konzentrierte. Klassik wie Tschaikowskys "Manfred-Sinfonie" (Oehms) spielte sie mit einer explosiven Dynamik und fast überbordender Detaildarstellung, stellte Instrumentalisten und Chöre allerdings auch gern mal mit etwas verengter Tonalität direkt vor den Zuhörer. Wer es eher distanziert, mit Ruhe im Klangbild bevorzugt, wird mit der quirligen Dänin wohl auf Dauer weniger glücklich als der Freund rhythmischer Klänge und harter Grooves.

+ Präzises Timing, höchste Auflösung; vollständige, sehr rhythmusstarke Box.

- Kaum Raumtiefe, Stimmen etwas eng, gnadenlos bei hellen Aufnahmen.

Dali Ikon 2 Mk 2

HerstellerDali
Preis860.00 €
Wertung78.0 Punkte
Testverfahren1.0

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