Standlautsprecher

Dali Ikon 6 MK II im Test

Die Dali Ikon 6 MK II hat Tief- und Mitteltöner mit Membranen aus zusammengepresssten Holzfasern. Ob dieser Aufbau tatsächlich die Eigenresonanzen eliminiert, zeigt der Test.

Dali Ikon 6 MK II

© Julian Bauer, Archiv, MPS

Dali Ikon 6 MK II

Pro

  • druckvoller Bass
  • detailreicher Hochton

Contra

  • Mitten im Vergleich zum Bass und dem Hochton etwas weicher
Vielversprechend

Der dänische Boxenhersteller Dali besitzt auch eine soziale Ader. Denn neben den highendigen, etwas kostspieligeren Lautsprechern erscheinen von Zeit zu Zeit auch Einsteigermodelle mit hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis. Zuletzt gelang das den Dänen mit der Zensor-Serie, die in der HiFi-Welt für Furore sorgte. Die Mittelklasse im Produktportfolio bildet die Ikon-Serie, die vor einiger Zeit Treiber- und Weichen-Updates erhielt.

Dali Ikon 6 MK II: Aufbau

Offiziell ist die Ikon 6 MK II eine Vier-Wege-Box. Genau genommen arbeitet sie aber mit 3,5-Wegen, da sich zwei Tweeter die Hochtonwiedergabe teilen. Bis 2,6 kHz werkelt eine große 28mm-Gewebekalotte, die ab 14 kHz das Zepter an ein üppig dimensioniertes Bändchen abgibt. Denn: Mit zunehmender Frequenz steigt die Bündelung der Gewebekalotte. Das Bändchen soll genau dies kompensieren. Die Mitten und den Tiefton teilen sich zwei 16,5cm-Woofer - die Übergangsfrequenz liegt bei 700 Hz. Beide Treiber weisen die für Dali typische Membran aus gepressten Holzfasern auf. Dieses Material soll die Entstehung von klangschädigenden Partialschwingungen und Eigenresonanzen im Keim ersticken.

Test: Dali Epicon 8

Ein auf 39,5 Hz abgestimmtes Reflexrohr will schließlich noch für etwas mehr Tiefgang sorgen. Die von Grund auf überarbeitete Weiche hängt direkt am Kabelterminal. Die akribische Positionierung der Bauteile auf zwei MDF-Plättchen und die sauber ausgeführten Lötverbindungen sind in dieser Preisklasse eine kleine Seltenheit. Die Verarbeitung unseres Testmusters mit seinem schicken Walnuss-Folien-Kleid ist makelos ausgeführt und macht zudem optisch mächtig was her.

Bildergalerie

Dali Ikon 6 MK II
Galerie

Die Membranen des Tief- und des Mitteltöners bestehen aus zusammengepressten Holzfasern, was sie immun gegen Partialschwingungen und Eigenresonanzen…

Dali Ikon 6 MK II: Hörtest

"Jupiter, der Bringer der Fröhlichkeit" von Gustav Holst (Die Planeten) überzeugte mit einem homogenen Klang und einer detailreichen, räumlichen Abbildung der verschiedenen Orchester-Sektionen. Zweifelsohne war die Tweeter-Kombi dafür verantwortlich: Tendenziell eher frisch in den Höhen bildeten sie selbst feinere Nuancen - wie die unterschiedlichen Spielweisen der Streicher oder Bläser - mit erstaunlicher Agilität und Präzision ab. Hauptverantwortlicher dafür war die flotte Art des Bändchen. Wegen dessen Abstrahl-Charakteristik entpuppte sich eine gerade Aufstellung der Boxen jedoch als zwingend notwendig, da sonst die zuvor erwähnte Frische in den Höhen überhand nahm.

Bei rythmischen Stücken wie etwa Nils Landgrens "Funk for Life" sorgte der pfundige Bass für gute Laune bei den AUDIO-Testern. Während des Hörtests konnte das nur noch die Wharfedale Diamond 159 toppen. Dabei behielt die Dali aber die Zügel fester in der Hand als ihr britisches Pendant und legte einen kontrollierteren, qualitativ besseren Tiefton an den Tag. Schnelle Trommelwirbel und saftige Bassgrooves - alles kein Problem für die schicke Box aus Dänemark.

Die Mitten besaßen indes einen eher wärmeren Charakter, der den Gesang beispielsweise bei "Hotel California" von den Eagles leicht in den Hindergrund rücken ließ. Anderseits gewann die Dali dadurch eine charmante, irgendwie gutmütigere Note. HiFi-Fans mit Vorliebe für unaufgeregte, langanhaltende Hörsessions dürften diese Qualität der Ikon 6 besonders zu schätzen lernen. Dann wollte die AUDIO-Crew es aber wissen und das leicht mittenbetonte Remaster des Hendrix-Klassikers "Voodoo Child (Slide Return)" musste herhalten: Der Sound wirkte nicht dumpf, verlor aber deutlich an Schärfe - sehr gut!

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