Testbericht

Dali Mentor Menuet im Test

Die Mentor Menuet von Dali ist ein auffallend zierlicher und leichtgewichtiger Schallwandler. Wie klingt die Kompaktbox im Test?

Dali Mentor Menuet

© H. Härle, Archiv

Dali Mentor Menuet

Pro

  • Sehr detailreich und lebendig bei hoher Präzision
  • Überragende Verarbeitung

Contra

  • Formatbedingt kein sehr tiefer Bass

Ganze vier Kilogramm bringt der Boxenzwerg auf die Waage, dessen Schallwand deutlich kleiner ausfällt als das Cover einer Langspielplatte. Dafür sind Technik und Verarbeitung vom Allerfeinsten.

Dali Mentor Menuet: Aufbau

Die aus Dänemark stammende Box ist nicht deshalb so massearm, weil der Hersteller am Material gespart hätte, sondern weil bei gerade mal 10 Litern Volumen (brutto wohlgemerkt) schlicht keine zentnerschweren Wände und Versteifungen erforderlich sind, um ein Boxengehäuse klanglich neutral zu bekommen. Hier kommen die grundsätzlichen Vorzüge kompakter Bauformen zum Tragen, deren kleine Kammern und Flächen deutlich weniger Energie speichern als konstruktiv vergleichbar ausgeführte Standboxen.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Apropos Gehäuse: Die betont zierlichen Abmessungen sind für viele sicher ein Kaufargument, das beim Anfassen noch eine haptische Dimension erhält. Der weiße oder schwarze Mattlack schimmert samtig-weich und man wird ihn vermutlich auch in vielen Jahren noch gerne betrachten, wenn die derzeit allgegenwärtige Hochglanzeuphorie längst wieder abgeklungen ist. Parallel bietet Dali ein Kirschfurnier, so dass auch Holzfreunde auf ihre Kosten kommen.

Dali Mentor Menuet: Hörtest

Wie bei den meisten Kompaktboxen sind "nur" zwei Chassis verbaut, was den Filteraufwand schon mal per Definition überschaubar hält. Dali hat sich darüber hinaus für eine minimalistische Ausführung der Frequenzweiche entschieden, die aus lediglich vier Bauteilen besteht. Der Verzicht auf komplexe Filter fördert die Lebendigkeit, allerdings etwas zu Lasten der Linearität im Frequenzbereich. Grobdynamisch leistet die kleine Dänin deutlich mehr als ihr Format vemuten lässt. Stattliche 96 Dezibel zeigt das Messgerät in 1 Meter Entfernung, bevor die Verzerrungen überhand nehmen. Im Stereobetrieb mit zwei Boxen ist es sogar möglich, die 100-Dezibel-Marke zu knacken.

Dali Mentor Menuet

© H. Härle, Archiv

Mehr Platz in der Box: Anschlussfeld und Bassreflexrohr bilden eine mechanische Einheit. Die puristisch ausgelegten Weichenbauteile sind untereinander hartverdrahtet, was den Klang verbessern soll. Weiße Acrylwatte optimiert die Gehäusedämmung.

Auch um den Gewebekalottenhochtöner muss man sich keine Sorgen machen. Er trägt an der Rückseite seines Magnetsystems einen Kühlkörper, der einen Hitzetod unwahrscheinlich macht. Bei deutlich wandferner Aufstellung - üblich bei großvolumigen Standboxen - liefert die Menuet ein trockenes und sehr spritzig-feines Klangbild ohne jedes Wummern und Dröhnen. Schallreflektierende Flächen wie Wände oder Regale in der Nähe der Boxen führen zu einer satteren und wärmeren Balance, die der Menuet ausgesprochen gut steht. Man kann sie ruhigen Gewissens ins Bücherregal stellen oder sogar direkt an die Wand hängen.

Kaufberatung: Top-Speaker um 2.000 Euro

Das sieht auch der Hersteller so und liefert deshalb auf Wunsch eine passende Wandhalterung. Dass der Abstand zwischen Boxenrücken und Wand dadurch auf wenige Zentimeter schrumpft, ist unproblematisch, weil das Bassreflexrohr etwas zurückversetzt im Terminal sitzt, damit die Luftsäule im Rohr stets ungehindert schwingen kann. Die direkte Wandnähe führt im Bass zu einer besonders intensiven Kopplung an den Raum und lässt die Menuet klanglich regelrecht aufblühen.

Nach der Aufstellungsoptimierung ist man ziemlich verblüfft, wie lebendig und kraftvoll eine derart kleine Box klingen kann. Bei unserem Paradestück "Living Darfur" von Mattafix lässt die Menuet die Musiker gutgelaunt und hochmotiviert toben, als gäbe es kein Morgen. Spätestens hier verstehen weniger Erfahrene, dass der Erwerb von Kompaktboxen bei knappen Platzverhältnissen die deutlich klügere Alternative sein kann. Der bei freier Positionierung etwas zu präsente Charakter wird an der Wand durch sattere Grundtonanteile egalisiert, so dass man die kleine Nobelbox auch tonal sensiblen Hörern uneingeschränkt empfehlen kann.

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