Testbericht

Dell Latitude D630 FDE

Von außen ist das Dell Latitude D630 ein ganz gewöhnliches Notebook. An sein Inneres aber kommt man nicht so leicht heran - dank selbstverschlüsselnder Festplatte und jeder Menge Sicherheitsfeatures. Was der tragbare Datentresor draufhat, zeigt der connect-Test.

  1. Dell Latitude D630 FDE
  2. Datenblatt
Dell Latitude D630 FDE

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Dell Latitude D630 FDE

Wie sicher sind Ihre Daten im Notebook? Von einem Kennwort geschützt, oder nicht mal das? Solange nur Unwichtiges und Unkompromittierendes auf Ihrer Festplatte lagert, ist das auch egal. Aber wer vertrauliche geschäftliche Daten auf seinem Notebook hat, sollte noch weit mehr unternehmen, als nur ein Windows-Kennwort zu vergeben.

Leichtes Spiel für Datendiebe

Fingerabdrucksensor

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Das D630 verlangt bei der Windows-Anmeldung neben dem Kennwort auf Wunsch auch noch die Fingerabdrücke des Nutzers.

Denn das Login-Kennwort verhindert unbefugte Zugriffe nur oberflächlich. Wer ein so "geschütztes" Notebook einschaltet und das Passwort nicht kennt, bleibt zwar zunächst außen vor. Aber wenn das Notebook unbeaufsichtigt ist, ist der Weg zu Ihren Daten selbst für Nicht-Spezialisten ein Spaziergang. Denn die Festplatte selbst ist in einem modernen Mobilrechner meist nur mit einer Schraube "gesichert". Wer einen Schraubenzieher, einen für ein paar Euro fünfzig erhältlichen USB-IDE-Adapter und einen Computer hat, kann sofort auf Ihre Daten zugreifen: Einfach die Festplatte rausschrauben, Adapter anstecken - fertig. Schon lassen sich Ihre Dateien lesen, kopieren oder löschen.

Verschlüsselte Laufwerke

Festplattenverschlüsselung

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Ist die Festplatte einmal verschlüsselt, kann man das Latitude nur noch mit Passwort zum Starten überreden.

Eine Möglichkeit, seine Daten gegen solche Attacken zu schützen, sind verschlüsselte virtuelle Laufwerke, wie man sie mit dem Steganos Safe (www.steganos.de ) erstellen kann. Diese schützen allerdings nur die im virtuellen Laufwerk gespeicherten Dateien. Die Windows-Dateien liegen trotzdem wie ein offenes Buch vor einem ungebetenen Späher - und haben es in sich. Wer sich versteckte und System-Dateien anzeigen lässt und weiß, wo er suchen muss, kann beispielsweise temporäre Kopien der zuletzt bearbeiteten Word-Dokumente, besuchte Internetseiten, Google-Suchen und Ähnliches auslesen. Wer seine Daten wirklich sicher schützen will, braucht daher eine komplett verschlüsselte Festplatte. Fujitsu Siemens bietet entsprechende Notebooks im Projektgeschäft an, und mit dem Latitude D630 bringt Dell nun einen Mobilrechner mit optionaler FDE (Full Disk Encryption) auch für Einzelkunden. Die selbstverschlüsselnden Festplatten stellt Seagate mit bis zu 160 Gigabyte her. Als zusätzliche Sicherheitsoptionen bietet das Dell ein Trusted Plattform Modul (TPM 1.2) und einen Fingerabdruckleser. Wie das in der Praxis funktioniert, konnte connect an einem Dell-internen D630-Testgerät ausprobieren. Diese Testkonfiguration mit nur 40-GB-Festplatte gibt es so nicht zu kaufen; der angegebene Preis gilt für eine 120-GB-Platte. Zudem kam das Testgerät mit Windows XP, da Vista erst ab dem Service Pack 1 die FDE-Technik unterstützen wird. Beim ersten Start verhält sich der Rechner noch ganz normal, auf dem Desktop findet sich dann aber gleich die Anleitung zur Verschlüsselung der Platte. Zur zentralen Verwaltung der Sicherheitsoptionen dient das Embassy Security Center, mit dem sich sämtliche Sicherheitsfeatures an- und ausschalten und die nötigen Passwörter vergeben lassen. Erfreulich ist, dass allzu einfache Passwörter wie "connect" von der Software gar nicht erst akzeptiert werden. Beim folgenden Neustart der verschlüsselten Platte erscheint sogleich eine Eingabemaske für das soeben vergebene Passwort - dies passiert künftig bei jedem weiteren Systemstart. Zusätzlich kann man die Windows-Anmeldung mit einem Passwort und/oder dem eigenen Fingerabdruck absichern.

Das spannendste Experiment war nun der eingangs beschriebene Versuch, die Daten der Festplatte durch Ausbauen abzugreifen. Und siehe da: Die Platte zeigt sich gegenüber dem Auslesen via USB-IDE-Adapter resistent. Das unerlaubt auf die FDE zugreifende Windows stellt fest, dass diese nicht lesbar ist, und schlägt vor, sie deswegen erst einmal neu zu formatieren. Erfreulicherweise macht sich die Echtzeit-Verschlüsselung nicht einmal im Arbeitstempo bemerkbar, da sie direkt in der Festplatte stattfindet und keine Systemressourcen abzwackt.

Solides Business-Notebook

Sicherheits-Suite

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Das Embassy Security Center bietet gebündelten Zugriff auf alle Sicherheitsfunktionen des Latitude D630.

Abgesehen von seinen umfangreichen Sicherheitsfeatures bewährt sich das D630 aber auch im Business-Alltag. Zwar ist es kein Leichtgewicht, wirkt dafür jedoch ausgesprochen stabil. Auch seine Ausstattung gehorcht nicht den üblichen Discounter-Prospekt-Gesetzen, sondern den Anforderungen eines professionellen Arbeiters. So bietet es Anschluss für eine Dockingstation, neben dem Trackpad auch einen Trackpoint und zudem eine serielle Schnittstelle. In Sachen Rechenleistung sorgte im Testmuster ein Intel Core 2 Duo T7700 für satte Systemleistung. Nur der Intel GMA X3100 Grafikchip war bei 3-D-Aufgaben vom 1440 x 900 Pixel auflösenden Display schnell überfordert. Dafür ist Letzteres schön hell und blickwinkelunabhängig. Etwas störend war auch der Lüfter, der bei 3-D- und hoher CPU-Last vernehmlich zum Angriff blies, was in ruhiger Umgebung nerven kann. Davon abgesehen ist das D630 aber ein komfortabler Datentresor und ein stabiler Business-Begleiter.

Dell Latitude D630 FDE (80852 LD6301)

HerstellerDell
Preis1769.00 €
Wertung372.0 Punkte
Testverfahren1.0

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