Windows-Tablet

Dell Venue 8 Pro 5855 im Test

Das Venue 8 Pro von Dell gehört zu den Pionieren der Windows-Tablets in 8 Zoll. Der jüngste Nachfahre 5855 erleidet im connect-Test allerdings beinahe Schiffbruch.

Dell Venue Pro 8

© Dell

Dell Venue Pro 8 mit Windows.

EUR 219,00

Pro

  • handliches Windows-Tablet
  • Windows 10 Pro
  • schnelle Datenübertragung dank USB Typ-C
  • mit Stift bedienbar (optional erhältlich)
  • robustes, griffiges Gehäuse

Contra

  • schwache Ausdauer
  • nur 2 GB Arbeitsspeicher
  • keine mobilen Daten
  • keine Kamera-LED
  • keine automatische Helligkeitsregulierung
  • schwaches Kontrastverhältnis bei Tageslicht

Fazit

connect Testurteil: befriedigend (337 von 500 Punkten)
67,4%

Wir schreiben das Jahr 2013: Das iPad mini ist gerademal ein Jahr, das Format aber bereits ein Erfolg. Microsoft und Windows 8 bläst dagegen ein heftiger Wind entgegen. Microsoft lockert schließlich die starren Display-Vorgaben gegenüber den Herstellern und sticht mit einer Armada jugendlicher 8-Zöller in See, darunter das Dell Venue 8 Pro. Drei Jahre später: Die Anwender bekamen von Microsoft mit Windows 10 den Desktop zurück und arrangieren sich im Gegenzug nun auch mit den Kacheln. 8-Zoll-Tablets konnten dennoch kaum Boden gutmachen, im Kommen sind eher größere Formate, die den Windows-Desktop besser darstellen. Das Venue 8 Pro aber ist geblieben.

Zwar bedient auch Dell das Segment darüber, hat parallel dazu aber das Venue 8 Pro zu einer kleinen Flotte ausgebaut. So gibt es bereits Nachfolger in der preisgünstigen 3000er- wie auch in der höherwertigen 5000er-Serie. Zu den Unterschieden gehört die Verwendung eines aktiven Stylus, den Dell als optionales Zubehör schon für das erste Venue 8 Pro (Test) anbot. Der Stylus der ersten Generation wird vom neuen Tablet allerdings nicht mehr unterstützt. Der Grund: Beim neuen Stylus (für 50 Euro im Dell-Webshop zu haben) vertrauen die Amerikaner mittlerweile auf Technologie von Wacom.

Schwächen im Labor

Das mit 269 Euro vergleichsweise günstige Windows-Tablet der ersten Generation schloss den connect Test insgesamt "gut" ab, vor allem dank sehr guter Messwerte im Labor. Der Nachfolger erzielt im connect-Labor nur ein befriedigendes Teilergebnis. Nachgelassen hat vor allem das Display. Das Direct-Bond-Verfahren, mit dem Dell aus dem herkömmlichen Display-Aufbau eine Schicht eliminiert hat, soll eine härtere Beanspruchung ermöglichen. Gamer wird das nicht beeindrucken: Die für sie relevante HD-Grafik der Cherry-Trail-Architektur gibt für anspruchsvolle Spiele nicht allzuviel her. Für ansonsten flüssige Abläufe reicht die Intel-Atom-CPU x5 Z8500 allerdings absolut aus, deren vier Kerne im Burst-Modus mit bis zu 2,24 Gigahertz takten.

Stillstand bei der Ausdauer

Trotz des etwas größeren Akkus kommt das aktuelle Venue 8 Pro im connect-Ausdauertest nicht über sieben Stunden hinaus; genauso viel oder wenig also wie der Erstling mit kleinerem Akku. Im Labor fiel vor allem ein hoher Stromhunger im Standby-Betrieb auf. Obwohl für die Messung alle aktiven Programme geschlossen wurden, sank der Verbrauch auch nach längerer Ruhezeit nicht auf ein gleichbleibend niedriges Niveau, sondern stieg zeitweilig sogar auf 100 Milliampere. Die Hintergrundaktivitäten kann der Nutzer mit Bordmitteln nicht feststellen. Optimistisch kann man vermuten, dass es sich bei den verborgenen Arbeiten um Routinen für die Systemsicherheit handelt, anhand derer Dell das Venue 8 unter anderem für den Einsatz in Unternehmen empfiehlt.

Das Testgerät gibt zudem auf Druck deutlich nach - ein unschönes und vermeidbares Detail. Gestalt und Optik übernimmt das Venue 8 Pro 5855 von seinen Vorgängern. Das Chassis liegt gut in der Hand und hat eine griffige Rückseite. Dafür zeichnen unter anderem erneut die konzentrischen Kreise um das Logo verantwortlich. Sie sorgen auch für einen hochwertigen Look, obwohl kein Aluminium zum Einsatz kommt.

Dell Venue Pro 8 mit Stift

© Dell

Dell Venue Pro 8 mit Stift

Anschlussvielfalt nur extern

Viele Verbindungsmöglichkeiten bietet das Venue 8 Pro nicht. Neben dem obligatorischen Headsetanschluss und einem Fach für Speicherkarten bis 128 Gigabyte zeugt immerhin ein neuer USB-Typ-C-Anschluss von technischem Fortschritt: Der ist nicht nur schneller als der alte, sondern unterstützt zusätzlich die Videoübertragung.

Passendes Zubehör bietet Dell unter anderem mit einem mobilen Multiport-Adapter (HDMI, VGA, USB 3.0, Gigabit-LAN) zu 77 Euro und einer stationären Dockingstation, die über ein Kensington-Schloss gesichert werden kann. Das mit 244 Euro nicht ganz billige Dell Dock verbindet das Venue 8 Pro mit bis zu fünf USB-Geräten, zwei Full-HD-Monitoren, Audio und dem LAN. Für das Tablet selbst verlangt Dell bei 2 Gigabyte Arbeits- und 64 Gigabyte Datenspeicher 389 Euro. Ein Blick in den Webstore verrät, dass der interne Datenspeicher in keiner Modellvariante über 64 Gigabyte hinausgeht.

Anders sieht das bei Arbeitsspeicher, Displayauflösung und Mobilfunk aus: Für 429 Euro kann man das Venue 8 Pro auch mit 4 Gigabyte und Full-HD (1920 x 1200 Pixel) bestellen, mit LTE kommen 80 Euro dazu. Als Betriebssystem wird noch Windows 8.1 Pro angegeben. Auch hier Stagnation? Nein: In der weiteren Konfiguration kann man ohne Aufpreis Windows 10 Pro wählen. Wie auf Nachfrage zu erfahren war, wird sich an dem Ablauf zunächst nichts ändern.

Windows 10 war auch auf dem Testgerät bereits installiert und empfiehlt sich vor allem bei geplanter Verwendung des Zubehörs. Denn es unterstützt in besonderer Weise die Zusammenarbeit zwischen einem portablen Windows-Gerät und großem Bildschirm, Maus sowie Tastatur. So kann das Dell-Tablet wieder Fahrt aufnehmen - als handliches Windows-Device mit Desktop-Qualitäten.

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