8-Zoll-Tablet

Dell Venue 8 im Test

Intels Real-Sense-Kamera mit drei Objektiven ist nur eines der Highlights, das das Dell Venue 8 (7840) im Test offenbart. Mit gerade mal sechs Millimetern Bauhöhe revolutionieren die Amerikaner nicht nur die eigene Tablet-Familie.

  1. Dell Venue 8 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Dell Venue 8

© Dell

Dell Venue 8

Pro

  • hochwertige Verarbeitung
  • für Stylus geeignet
  • aufwändige Kamera

Contra

  • kein HDMI

Fazit

connect Testwertung: gut (381 von 500 Punkten)
76,2%

Das Dell Venue 8 (7840) setzt mit seinem sechs Millimeter dünnen Gehäuse neue Maßstäbe und weist damit nicht nur Apples aktuelles iPad mini 3 (Test) in die Schranken, sondern unterbietet sogar hauchdünn das superschlanke, größere iPad Air 2 (Test). Und hüllt seinen Newbie kaum weniger stilvoll in Aluminium und Glas.

Gehäuse und Verarbeitung

Auch auf der Rückseite, wo sonst Kunststoff im Antennenbereich eine gefällige Optik zerstört, haben sich die Designer und Ingenieure bei Dell auf Glas verständigt. Das Aluminiumgehäuse ist rundum sauber verarbeitet, die farbgleiche seitliche Lautstärkewippe nimmt sich optisch zurück.

Ebenso der Powerbutton, der funktional eigentlich nur zum Ausschalten gebraucht wird: Der intelligente Intel-Sensor-Assistent aktiviert das Tablet selbstständig, wenn es schräg aufgenommen oder gehalten wird; in der Tasche werden die Transportbewegungen bei festem senkrechtem Sitz weitgehend ignoriert.

Display und Ausdauer

Dank OLED geben die 2560 x 1600 Pixel des 8-Zoll-Displays ein überwältigendes Bild wieder. Den gegenüber typischen IPS-Displays höheren Energieverbrauch will Dell gesenkt haben, und so fällt denn auch der gemessene Verbrauch des Tablets im connect-Labor bei keinem aktiven Nutzungsszenario aus dem Rahmen: Mit acht Stunden holt dasDell Venue 8 wichtige Punkte für die Ausdauer. Positiv wirken hier auch Intels sparsamer Quad-Core-Atomchip Z3580 und der trotz minimalistischem Gehäuse mit 5210 mAh nicht zu knapp bemessene Akku.

Ausstattung

Zwei Lautsprecher bringen Ausstattungspunkte, die gerade kleinere Tablets sonst aus Platzgründen liegen lassen. Das Klangvolumen der Minispeaker wird durch die Software MaxxAudio hörbar verstärkt; ihre räumliche Nähe auf der kürzeren Seite geht allerdings zulasten des Stereoeffektes. Ohne Modem, HDMI-Ausgang oder NFC bleiben jedoch auch beim Venue 8 7840 einige Punkte auf der Strecke, die für eine bessere Bewertung der Ausstattung nötig gewesen wären.

Kamera

Auch eine LED für die Kamera fehlt. Die demzufolge größeren Dunkelanteile bei Innenaufnahmen zeigen Bildrauschen. Immerhin stellt sich die Belichtung gut auf das fokussierte Objekt ein. Bei den besonderen Tiefenschnappschüssen von Intels Real-Sense-Kamera wird auf die zeitraubende Fokussierung verzichtet; dadurch fehlt in diesem Modus die einfache Möglichkeit der Belichtungskorrektur.

Das Kunststück der nachträglichen Fokussierung gelingt dank zweier zusätzlicher Objektive: Die Bilder der etwa in Augenabstand zueinander sitzenden 720p-Kameras werden hier nicht zu einem 3-D-Bild kombiniert, sondern zur Ermittlung der Tiefeninformationen des Hauptbilds der 8-Megapixel-Kamera benötigt.

Vermessungstool

© Hersteller

Wenn ein Zollstock nicht weiterhelfen kann, gibt das Vermessungstool der Intel-Kamera einen Richtwert. Verlässliche Ergebnisse liefert die Software aktuell jedoch noch nicht.

Die Berechnung der zusätzlichen sogenannten Z-Pixel für die Nachbearbeitung auf dem Tablet dauert bis in den Minutenbereich, blockiert aber nicht die Kamera für weitere Aufnahmen. Wie von Smartphones wie dem HTC One bekannt, lassen sich auch andere Bildeffekte anhand der Tiefeninformationen selektiv auf Vorder- oder Hintergrundobjekte anwenden, wodurch ansprechende Bildkreationen gelingen.

Software

Weniger glücklich läuft es im Augenblick noch mit dem Vermessungstool der Kamera-Software. Selbst bei guter Ausleuchtung, kontrastreichem Hintergrund und Einhaltung des empfohlenen Abstands von einem bis fünf Metern liefert eine Messung bei mehreren Durchgängen immer wieder voneinander abweichende Werte. Auch bei gegenüberliegenden Kanten rechtwinkliger Flächen und Quader.

Darüber hinaus liegt bei Aufnahmen im Querformat immer wieder gerne mal ein Finger über einer der Linsen. Weil diese Gefahr im Zuge der Kamerabedienung rechts größer ist als links, forciert Dell für das Querformat eine Drehung der Linsen zur linken Seite. Als sanftes Druckmittel klebt die Menüzeile bei Drehung des Tablets aus dem Hochformat nach rechts hartnäckig am oberen Bildschirm und steht auf dem Kopf (ausschließlich im Kameramodus).

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Den hardwareseitigen Schwächen tritt Dell also mit Software-Mitteln entgegen, auch wird eine verdeckte Linse erkannt und durch einen roten Rahmen im Display signalisiert (Bild rechts oben). Liegen die Finger allerdings nicht direkt auf der Linse, sondern beim Halten nur dicht davor, verfälschen sie immer noch die Tiefenmessung; die nachträgliche Fokussierung liefert dann durchaus interessante, aber eher ungewollte Effekte.

Stiftbedienung optional

"Stift-Ready" könnte man sagen, denn ein aktiver Stylus liegt dem Venue 8 7840 nicht bei; die Verwendung eines optionalen Digitizers für präzise handschriftliche Notizen und Skizzen ist aber möglich und steuert auf der Zielgeraden Pluspunkte zur Handhabung bei.

Bei Dells neuem Stylus (knapp 50 Euro auf dell.de, bei anderen Onlinehändlern um 30 Euro) scheinen die Schwächen des Vorgängers erfreulicherweise ausgemerzt zu sein: Die Schreibeigenschaften sind gut, die handelsübliche Batterie zeigte im Testzeitraum keine Ermüdung. Sie verbraucht auch in Ruhe geringe Energiemengen, da der Stylus in Bereitschaft bleibt. Im Internet geben Nutzer eine Haltbarkeit von etwa sechs Wochen an.

Zubehör: Dell Cast

Zubehör als solches fließt nicht in die Bewertung ein, ist connect aber immer eine Erwähnung wert, wenn es den Aktionsradius vergrößert. Das gilt auch für den HDMI-Stick Dell Cast: Im Entertainment-Modus überträgt er Bilder, Filme und Präsentationen via Miracast oder Intel WiDi an einen Fernseher oder Monitor.

Dell Cast

© Dell

Der Dell Cast (UVP 86 Euro) ist mehr als ein gewöhnlicher HDMI-Stick. Wie diese verbindet Dell Cast das Tablet mit einem HDMI-fähigen Endgerät, um zu Hause Bilder und Videos auf den Fernseher oder im Büro Präsentationen auf einen großen Monitor zu werfen. Neben dem USB-Connector für die Stromquelle besitzt der Stick noch einen zweiten Eingang für den Anschluss von Maus und Tastatur via Kabel oder Funk. In dieser Kombination, zusammen mit dem größeren Monitor, lassen sich leicht E-Mails beantworten und andere Aufgaben erledigen.

Das ist nicht neu. Zusätzlich lassen sich jedoch eine USB- oder Funktastatur respektive -maus anschließen. Im Produktivitätsmodus dient der Stick dann als Docking Station zwischen diesen, dem Tablet und dem Monitor. Ideal im Grunde für die Verwendung des Tablets mit der jüngst im Play Store erschienenen Microsoft Office Suite für Android-Tablets. Die allerdings läuft aktuell nur auf Tablets mit ARM-Prozessoren und somit nicht auf dem Dell Venue 8 7840 mit Intel-Chip. Für den Stick wird ein Einführungspreis von 86 Euro ausgerufen.

Zum Vergleich: die reine Medienübertragung erledigt Googles Chromecast (Test) für 35 Euro deutlich günstiger, die Dock-Funktionalität lässt sich Dell also gut bezahlen.

Fazit

Der Preis für die reine Wi-Fi-Version des Tablets mit 16 Gigabyte Speicher, die laut Hersteller per Micro-SD um 512 Gigabyte aufgestockt werden können, liegt bei 379 Euro. Das wiederum ist ein fairer Preis für das hochwertig verarbeitete, handliche Gerät, das am Ende einen guten Platz in der connect-Bestenliste ergattert.

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