AV-Receiver

Denon AVR-X2000 im Test

Seit Mai liefert Denon die ersten AV-Receiver der neuen X-Serie aus. Rechtfertigen die Neuerungen das "X" im Namen für "Xcellence"?

Denon AVR-X2000

© Hersteller/Archiv

Denon AVR-X2000

Pro

  • kraftvolle 7-Kanal-Endstufe mit zwei Netzteilen
  • gemeinsame Versorgung des Center-Kanals
  • symmetrische XLR-Eingänge
  • Cinch-Ausgänge zum Durchschleifen
  • klingt kraftvoll, präzise und musikalisch

Contra

Vielversprechend

Denon macht bei seinen aktuellen Brot-und-Butter-Receivern einen kompletten Schnitt in Sachen Namensgebung. Das neue "X" im Namen leitet sich vom englischen "excellence", modern "Xcellence" geschrieben, ab. Die neue "Exzellenz" soll das gesamtheitliche Konzept der aktuellen Serie ausmachen. Und die repräsentiert der hier getestete AVR-X2000 in vorzu?glicher Weise.

Technisch hat Denon im Inneren auf- und äußerlich bis auf die wirklich wichtigen Anschlu?sse und Funktionen abgeru?stet. Diese Reduktion weg von schierer Masse an Anschlu?ssen, Tasten und Funktionen wirkt wie eine Wohltat.

Denon AVR-X2000 - Anschlüsse

© Hersteller / Archiv

Reduced to the Max: Denon hat die Anzahl der analogen Audio- und Video-Eingänge praxisgerecht reduziert und bietet im Gegenzug immerhin sieben HDMI-Eingänge. Pfiffig: Dem Verstärker liegen Klebefähnchen für die Lautsprecherkabel bei mit der gleichen Beschriftung und Farbgebung wie die Anschlüsse am Verstärker. An beiden Enden beschriftete Kabel vertauscht man eben nicht mehr.

Das Mini-Max-Prinzip

Der X2000 kostet nur 600 Euro. Dafu?r mussten die Entwickler an den richtigen Stellen sparen. So bietet der Receiver weder Alufront noch Klappe, aber einen ausgewachsenen Kopfhörer-, einen iPod-tauglichen USB- und einen HDMI-Anschluss. Und die unauffällige Tastenreihe unter dem großen Matrix-Display erlaubt, gern gesuchte Funktionen direkt statt via Menu? anzusteuern.

Test: Denon AVR-X4000

Ähneln die Ru?ckseiten vieler Mitbewerber immer noch einem Streuselkuchen, so bietet Denon nur noch die wirklich wichtigen Buchsen fu?r den typischen Kunden und spart etwa die meisten analogen Anschlu?sse bis auf wenige Exemplare ein. Im Gegenzug bietet er hinten sechs HDMI-Quellen, einen hochauflösenden Anschluss mit 4K/ UHD, 3D, Audio bis 192 kHz und fast alle Formate, nur DSD von SACD versteht er nicht.

Des Weiteren besitzt er einen Netzwerk-Anschluss und u?ber diesen den gleichen Komfort, den bislang nur die teuren Geschwister boten. Der X2000 lässt sich daru?ber steuern - via Denon "Remote App" (iOS und Android) - und per Web-Interface mit jedem Browser im lokalen Netz. Über die Web-Schnittstelle kann man ihn auch sehr komfortabel und vor allem u?bersichtlich einrichten.

Denon AVR-X2000 - Audysseys MultEQ XT

© Hersteller / Archiv

Denon hat im AVR-X2000 Audysseys MultEQ XT als automatische Einmessung und Raumkorrektur verbaut. Es arbeitet, korrekt angewandt - Mikrofon auf Stativ, Messung in absolut stiller Umgebung - zuverlässig und praxisgerecht. Denon ergänzt das System um eine eigene Schaltung zur genauen Phasenanpassung des Subwoofers, die hervorragend funktioniert und klingt.

Hochauflösende Musik

Zudem erlaubt der LAN-Anschluss das Beschicken mit Daten in Form von Apple AirPlay, per Internet-Radio und Online-Fotobu?cher und natu?rlich mit hochauflösender Musik bis 192 kHz in Stereo in allen gängigen Formaten von MP3 bis FLAC. Musik spielt der Denon sogar gapless (unterbrechungsfrei).

Praxis: HiRes-Musik-Downloads

Mit der Firmware des Testgerätes ließ sich zumindest beim integrierten Media-Player sogar spulen und suchen. Über externes Zuspielen via UPnP/ DLNA geht das derzeit leider noch nicht.

Stets weiterentwickelt wurde der ausfu?hrliche Einrichtungsassistent (selbst Teil des "X"- Konzeptes), der nun sogar Extra-Hilfe fu?r Laien mit Animationen anzeigt. Und fu?r manch einen sicher der erfreulichste Aspekt des Konzepts der Reduktion ist die Fernbedienung, die wohl die aktuell u?bersichtlichste und aufgeräumteste aller AV-Verstärker sein du?rfte. Trotzdem fehlt ihr nichts.

Denon AVR-X2000 - Fernbedienung

© Hersteller / Archiv

Die Tasten der Fernbedienung sind groß, logisch durchdacht und durch Farbe, Form und Anordnung gruppiert und daher auch ohne stetes Hinschauen quasi blind verwendbar.

Hörtest: Ausgewogene Klang-Balance

Im Hörraum konfrontierten die Tester den Neuling mit einem typischen 5.1-Boxen-Set aus Stereo-Standlautsprechern, Center, Kompaktlautsprechern fu?r Surround-Sound plus aktivem Subwoofer aus Hecos Celan-GT-Serie und ließen sich durch den Einrichtungsassistenten leiten. Das Ergebnis: ein ausgewogener Klang mit sattem Bass, klaren Mitten und homogener Raumaufteilung.

Schon beim Test des Marantz AV8801, der viele gleiche Teile des D&M-Baukastens verwendet, fiel die außerordentlich gut gelungene Anbindung des Subwoofers auf. Denon verwendet sogar in diesem kleinen Modell die dem Audyssey-Messsystem nachgeschaltete Phasenkorrektur, die genau diesen Übergang kontrolliert.

Praxis: Diese Apps steuern AV-Receiver

Des Weiteren fiel beim Test auf, dass die Entwickler eine neutralere Klang-Balance gewählt hatten als beim sehr auf Transparenz bedachten AVR 4520. Der X2000 erreichte zwar nicht ganz die Auflösung und Autorität seines großen Bruders. Er lieferte aber fu?r seine Preisklasse eine ausgezeichnete Performance mit allenfalls einem Hauch Zuru?ckhaltung beim Glanz und im Grundtonbereich. Und er offenbarte knackige Mitten und wunderbar vollmundigen und konturierten Bass bei guter Stabilität - selbst bei kräftigen Lautstärken.

Schön auch, dass der X2000 mit allen Quellen Spaß machte. Der integrierte Streamer navigierte schnell und klang ausgezeichnet, selbst Internet-Radio ließ sich gut genießen. Auch per AirPlay gefunkte Musik klang angenehm und musikalisch. Das gilt auch fu?r das Bild: Selbst analog angelieferte Videos strahlten knackig scharf auf dem Fernseher nach Behandlung im Denon-Scaler.

Mit dem AVR-X2000 ist Denon eine wunderbar ausbalancierte Musik- und Kinozentrale mit einem vorbildlichen Bedienkonzept gelungen. Dass eine solche Allround-Performance schon fu?r 600 Euro m.glich ist, ist beachtlich.

Übersichtliche Bedienung auf drei Wegen

Den aktuellen Denon-AV-Receivern mangelt es wahrlich nicht an Übersicht. Das aufgeräumte Konzept der Xcellence-Serie zieht sich von den Anschlu?ssen u?ber die fast schon minimalistische Infrarot-Fernbedienung bis in die Displays jenseits des On-Screen-Displays auf dem TV.

  • Zunächst gibt es das große, klare Front-Display mit seiner Punktmatrix plus ein paar Statussymbolen fu?r Audyssey, Dolby, DTS etc. und einem numerischen Feld fu?r die Lautstärke. Das Front-Display ist mehrstufig dimmbar.
  • Fu?r Apple-Touchscreen-Geräte und Android bietet sich die Remote App an, die vor allem das Streamen von Musik u?ber- sichtlicher und angenehmer macht als die Fernbedienung und das einzeilige Matrix-Display. So lässt sich bequem durch Titellisten und Alben navigieren, auch die grafische Cover-Darstellung ist gelungen.
  • Ohne die App zu benutzen, kann man die IP-Adresse des Receivers in einem Web-Browser im lokalen Netzwerk eintippen und bekommt das neue, mit HTML 5 aufgehu?bschte Web-Interface zu sehen. Es ist so programmiert, dass es mit Maus oder Touchscreen gut zu handhaben ist, und bietet neben der reinen Kontrolle und Steuerung der Remote App auch eine komplette Setup-Sektion zur Konfiguration und Einrichtung des Verstärkers. Wer das Web-Interface mit dem Internet Explorer öffnet, erhält zudem die Möglichkeit, das gesamte Setup auf die Festplatte zu sichern und gegebenenfalls zur Datenrettung auch wieder zuru?ck in den Receiver zu spielen - sicher ist sicher.

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