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Denon DCD-100 & DRA-100 im Test

Die 100er-Serie von Denon glänzt im modernen Metall- und Glas-Look. Wir haben das Duo aus CD-Player DCD-100 und Vollverstärker DRA-100 getestet.

Denon DCD-100 & DRA-100

© Denon

Aluminium und Glas sind die vorherrschenden Designmerkmale. Auch wenn die Frontseite nicht aus echtem Glas, sondern nur aus Arcyl besteht – schick ist es!

Pro

  • intuitives Slot-In-Laufwerk (Denon DCD-100)
  • umschaltbare Fernbedienung (Denon DCD-100)
  • stabiles Gehäuse (Denon DCD-100)
  • frischer und offener Klang (Denon DCD-100)
  • knackiger, kerniger Sound (Denon DRA-100)
  • viele Funktionen (Denon DRA-100)
  • sehr gutes Display (Denon DRA-100)

Contra

  • kein optischer Digitalausgang (Denon DCD-100)
  • Smartphone-App arbeitet teilweise hakelig (Denon DRA-100)

Fazit

Denon DCD-100: AUDIO Klangurteil: 95 Punkte; Preis/Leistung: sehr gut; Denon DRA-100: AUDIO Klangurteil: 82 Punkte; Preis/Leistung: sehr gut
Hervorragend

Das Design dieser beiden Denon-Komponenten erinnert irgendwie an Smartphones. Warum? Nun, Aluminium und Glas, kombiniert mit ultrascharfen OLED-Displays, die hinter der Frontscheibe zu schweben scheinen – ja, das würde auch zu einem Smartphone von Apple oder Samsung passen. Das gilt teilweise sogar für die Bedienung. Zwar gibt es echte Knöpfe, etwa zum Regeln der Lautstärke oder zum Auswerfen einer CD, doch zumindest den Vollverstärker DRA-100 kann man auch mit der von Smartphones her bekannten Touchfunktion bedienen. Das Steuerkreuz, mit dem man durch die Menüpunkte navigiert, reagiert auf sanfte Berührungen der Finger. 

Auch die Technologie im Inneren ist gar nicht so weit von modernen mobilen Geräten entfernt. „Digital“ lautet hier die Devise. Fangen wir mit dem DRA-100 an. Stabil ist er schon mal, dafür sorgen seine massiven Aluminium-Ober- und -Unterteile, im Inneren kommen kräftige Stahlbleche zum Einsatz. Von billigem Plastik keine Spur, was sich auch im Gewicht äußert: Der DRA-100 bringt immerhin fast fünf Kilogramm auf die Waage. Das ist ganz ordentlich bei den vergleichsweise geringen Abmessungen, denn das Duo ist nicht einmal 30 cm breit. 

Denon DRA-100 von innen

© Denon

EIN-PLATINEN-COMPUTER: Die gesamten digitalen und die wenigen analogen Komponenten des DRA-100 befinden sich auf einer Platine. Nur die Stromversorgung und das Display liegen getrennt davon vor.

Praktisch ist der USB-Typ-A-Anschluss an der Vorderseite. Hier stöpselt man flugs mal ein iPhone oder einen iPod an, der Amp erkennt das Gerät prompt. Und man kann nicht nur die Musik vom mobilen Gerät genießen, es lässt sich sogar mit der Denon-Fernbedienung steuern. Dabei wird man von dem vergleichsweise großen Display unterstützt, das je nach Kontext kurze Hilfetexte einblendet. Damit erreicht man die meisten Funktionen in der Regel direkt und ohne Blick in das Handbuch. 

WLAN Anschluss & App

Alternativ bietet sich die Smartphone-App an, die man für iOS und Android-Geräte kostenlos herunterladen kann. Damit steuert man spielend die Streamingfunktionen des DRA-100, wenn er denn einmal Verbindung zum Netz aufgenommen hat. Das gelingt entweder per Kabel (Ethernet) direkt zum Router oder drahtlos per WLAN, zwei Antennen stehen dafür an der Rückseite bereit. 

Im Test hatte der DRA-100 zunächst einige Probleme, Kontakt zu unserem WLAN im Hörraum aufzunehmen. Erst, als wir die Zugangsdaten über ein per USB angeschlossenes Smartphone auf den Verstärker übertrugen, klappte es. Dann lief die Verbindung aber flüssig. Streaming über Spotify oder Deezer klappte auf Anhieb, auch die im Netz vorhandene NAS erkannte der Verstärker prompt, sodass wir unsere FLAC-Sammlung zuspielen konnten. 

Die App bietet eine unerlässliche Suchfunktion nach Künstlern, Titeln, Alben und Genres. Diese funktioniert sogar mit Netzwerkspeichern, was leider immer noch nicht selbstverständlich ist. Insgesamt arbeitete die App im Test zufriedenstellend, erwies sich aber in der Praxis hier und da als träge. Immer wieder legte sie kurze Pausen beim Wechsel der Funktionen ein. 

Besser machte das der DCD-100. Besonders sein flaches Slot-In-Laufwerk gefiel uns. Kein Warten, bis die CD-Schublade aus- und wieder eingefahren ist, einfach die CD in den Schlitz einschieben, nach ein paar Zentimetern zieht sie das Laufwerk von selbst komplett ein. Intuitiver geht’s nicht mehr. 

Denon DCD-100 von innen

© Denon

KLARE ORDNUNG: Aluminium außen, Stahl innen. Das flache Slot-In-Laufwerk des DCD-100 thront in der Mitte. Für das Schaltnetzteil spendiert Denon eine eigene Platine, damit es möglichst wenig in die anderen Komponenten einstreut.

Doppelte Fernbedienung

Prima gelöst hat Denon auch das Problem der doppelten Fernbedienung. Die dem Player beiliegende RC-1215 lässt sich mit einem Tastendruck zwischen dem DRA-100 und dem CD-Player umschalten. Ein Druck auf die Infotaste, und der jeweilige Knopf des gerade ausgewählten Gerätes leuchtet kurz auf – das vermeidet Missverständnisse. Clever! 

Ansonsten bietet der CD-Player die volle Palette an Funktionsvielfalt. Zufallstitel, Titel- oder Albumwiederholung, Anzeige der Spiel- oder Restzeit, alles da. Nur auf CD-Text muss man verzichten. Schade, denn das große Display würde sich ja gerade dafür anbieten. 

Denon DRA-100 Rückseite

© Denon

BACKSTAGE-SPASS: Nicht nur dem dem Digitalfan geht bei diesem Anblick das Herz über. Neben drei digitalen Eingängen gibt es auch noch zwei analoge Inputs. Ans Netz geht es wahlweise per Ethernetkabel oder (im Bild nicht zu sehen) über zwei WLAN-Antennen.

Der Klang

Im AUDIO-Hörraum spielte das Duo dann mächtig auf. Wir starteten mit dem Netzwerkplayer und spielten verlustlos komprimierte FLAC-Dateien direkt von unserer AUDIO-NAS zu. Bei Silje Nergaards „Run Run Run“ vom Album „For A Thousand Times“ kamen die perkussiven Instrumente wunderbar authentisch und präzise aus den Referenzboxen. Die stets jugendlich wirkende Stimme der Norwegerin brachte der DRA-100 mit einem angenehmen zurückhaltenden Timbre herüber, der manchmal aber leicht verwaschen wirkte, was sich besonders beim Song „Breath“ bemerkbar machte. 

Also mal etwas kräftigeres aufgelegt. Sons Of Apollo, die neuen Götter im Prog-Metal-Himmel, kamen da gerade recht. „Lost in Oblivion“ vom Debüt „Psychotic Symphony“ zeigte, was die Band alles zu bieten hat. Ein amtliches Keyboard-Solo und sogar ein kleines Drumsolo von Schlagzeuglegende Mike Portnoy donnerten durch den Hörraum. 

Wenn es richtig laut wurde, fühlte sich der Denon pudelwohl, also mehr davon: Wir wechselten auf den CD-Player DCD-100 und legten die neue Live-CD „Snow Live“ von Spock‘s Beard ein. Das Werk ist frisch, offen und kernig gemischt. Das lag dem DRA-100 noch deutlich besser als Sons Of Apollo, die Live-Atmosphäre bliebt stets authentisch. Die Mellotron-Passagen in „Devil’s Got My Throat“ schwebten mit der für dieses Instrument so typischen wabernden Tiefe durch den Hörraum, ohne dabei verwaschen zu wirken. Hier fühlte sich das Duo hörbar zuhause.

Testsiegel Audio Denon DCD-100 Klangtipp 1/18

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel Audio: Denon DCD-100 Klangtipp

Fazit

Dieses Duo hat mir richtig Spaß gemacht. Der Verstärker bietet alles, was man für modernes Streaming heute so braucht, und er packt mit seinen knackigen Class-D-Endstufen auch mal ordentlich zu. Kritik muss sich lediglich die App gefallen lassen, die zwar hübsch gestaltet ist, aber gerne mal ein, zwei Sekunden Pause einlegt. Der CD-Player passt wunderbar ins Konzept. Alles in allem ein rundes Paket.

Testsiegel Audio Denon DRA-100 Empfehlung Streaming 1/18

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel Audio: Denon DRA-100 Empfehlung Streaming

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