Testbericht

Dynaudio Focus 110 A

Auf einen deutlichen Hinweis, dass die neue Focus 110A eine Aktivbox ist, verzichtet der Nobelhersteller Dynaudio - nicht einmal eine kleine Lampe auf der Front signalisiert den eingebauten Verstärker. Erfreulicherweise verzichten die Dänen auch auf einen saftigen Preisaufschlag, nur 600 Euro über dem passiven Modell (AUDIO 3/06) liegt die Neue.

  1. Dynaudio Focus 110 A
  2. Datenblatt
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© Dynaudio

Pro

  • Neutraler, zauberhaft feiner, entspannter Mini mit erstaunlich großem Klang

Contra

  • Geht nicht laut, bevorzugt kleine Hörabstände

Fazit

Und obwohl beide in der Sprache der Techniker nur wenige DeziBel trennen mögen, konnte sich die aktive Variante subjektiv mit ihrem stimmigen Klangbild einen deutlichen Vorsprung erarbeiten.

Die im übrigen wiederum nicht mit der Schreibtisch-Box MC15 (AUDIO 7/07) oder der professionellen BM-Serie verwechselt werden sollte. Von HiFi-Fans fast unbemerkt hat sich Dynaudio längst zum Aktiv-Spezialisten entwickelt und baut fleißig für Multimedia-Anwendungen und den Studiobereich eigene Serien.

Die 110 A zielt nun als erste Aktive in die Herzen der Dynaudio-Fans und will auch deren Wohnzimmer mit ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten erobern. Die beiden Chassis - ein 12-Zentimeter-Magnesium-Polymer-Konus und eine 28-Millimeter-Gewebekalotte - werden von jeweils eigenen 50-Watt-Verstärkern angetrieben und bei erstaunlich tiefen (und passiv kaum realisierbaren) 1300 Hertz getrennt, was zwar die Pegelreserven in Grenzen hält, jedoch für eine besonders homogene und weite Abstrahlung sorgt.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Passive Filterelemente zwischen Endstufe und Chassis fallen weg, was optimale Dämpfung, Verzerrungsarmut und Dynamik verheißt. Doch auch für Nicht-Technik-Fans dürfte die neue Focus interessant sein, einfach weil sie eine flexible Klanganpassung an den Aufstellungsort ermöglicht: Der Bass lässt sich je nach Wandabstand vierstufig anpassen, für die Aufstellung auf dem Tisch oder dem Rack gibt es einen Mittenkorrektur-Schalter, ebenso lassen sich in hell reflektierenden Räumen die Höhen absenken.

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© Dynaudio

Doch damit nicht genug. Für den Betrieb mit einem Subwoofer, etwa dem exzellenten wie smarten Sub 250 (AUDIO 10/08) lässt sich die Box per Knopfdruck hochpassfiltern. Dabei ist das Konzept an sich schon praktisch, spart man sich doch zusätzliche Endstufen, dicke Kabel und einen Stapel Geräte: Ein Zuspieler mit regelbarer Lautstärke genügt, sei es ein PC oder sogar ein hochwertiger Flachbildfernseher.

Focus vs. Focus

Im Schwester-Wettstreit mit der passiven Focus 110 war die tonale Verwandtschaft der beiden unverkennbar: sanft und seidig flirrten die mehrfach geteilten Violinen in den höchsten Tönen (Vorspiel "Lohengrin", Bychkov, Profil), strahlend und weit leuchteten beide Blechbläser und Schlagwerk im tiefen Raum aus. Und obwohl beide in der Sprache der Techniker nur wenige DeziBel trennen mögen, konnte sich die aktive Variante subjektiv mit ihrem stimmigen Klangbild einen deutlichen Vorsprung erarbeiten.

Einerseits, weil sie bei ähnlicher Detailfülle und Genauigkeit noch eine Spur sauberer, durchgezeichneter agierte, zum anderen weil sie den knackigeren, dynamischeren und erwachseneren Tieftonbereich mitbrachte. Der erwies sich als perfektes Balance-Gewicht zum detailverliebten Hochton, der bei der passiven Variante, gerade wenn sie anzu schwachen Verstärkern betrieben wird, zuweilen ins Helle zu kippen drohte.

Ohne einen Anflug von Schwäche meisterte die Kleine auch härtere Bass-Attacken wie Joe Satrianis "Engines Of Creation" (Sony) und blieb dabei souverän wie eine weit größere Box - sofern man die Lautstärke im normalen Bereich hielt. Denn bevor es zu laut wird, bewahrt ein Begrenzer Ohren und Chassis vor Schäden - auch dies ein exklusives Merkmal von Aktivboxen.

Fazit

Es gibt 1000 gute Gründe für den Umstieg auf Aktivboxen. Die Focus 110A bringt besonders viele davon mit. Man kann sie mit dem Herzen wählen - oder mit dem Kopf: So flexibel einsetzbar ist kaum eine andere Box. Wer sie mit Netzwerkplayer, CD-Preceiver oder direkt am Musik-PC betreiben will, wird schnell merken, dass sie für 1800 Euro mit eingebauten Endstufen auch ein echtes Schnäppchen ist.

Dynaudio Focus 110 A

  
HerstellerDynaudio
Preis1800.00 €
Wertung83.0 Punkte
Testverfahren1.0

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