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Kompaktverstärker

ELAC EA101EQ-G im Test

ELAC drängt ins Verstärkersegment. Aber nicht mit Macht und High End, sondern mit einem trickreichen Kompakt-Verstärker. Und der ELAC EA101EQ-G klingt im Test auch noch super.

ELAC EA-101EQ-G

© ELAC

ELAC beweist, dass Verstärker nicht riesengroß sein müssen, um Verbraucherbedürfnisse zu erfüllen.

Pro

  • schlichtes Design
  • hochwertige Verarbeitung
  • hervorragend audiophiler Klang
  • Bluetooth-Funktion
  • optimale Klang- und Frequenzeinmessung per App

Contra

  • Abstriche bei Dynamik und Kraft

Fazit

stereoplay Testurteil: gut (67 Punkte); Klang: Spitzenklasse (43 Punkte); Preis/Leistung: sehr gut
Gut

Wenn es einen Preis gäbe für Understatement im HiFi-Bereich, hätte der brandneue ELAC-Verstärker einen Platz auf dem Siegertreppchen sicher. Nicht nur, dass er mit 700 Euro vernünftig bepreist und betont sachlich designt ist, es deutet auch von außen nicht das Geringste auf die außergewöhnlichen Features hin, die im Inneren des kleinen Kraftpakets stecken. Und mit Features sind in diesem Falle nicht AV-Receiver-typische ultrakomplexe Funktionen mit Hunderten von Knöpfchen gemeint, die ohnehin nie jemand benutzt, sondern absolut alltagstaugliche, aber erstaunliche Möglichkeiten, die besonders für diejenigen Nutzer​ interessant sein werden, die den nüchtern EA-101EQ-G genannten Amp als Hauptanlage einsetzen werden.​

Auf der Frontplatte verbergen sich genau drei Bedienelemente: Lautstärkeregler, Quellenwahl und der Ein-/Aus-Schalter. Für Weiteres benötigt man die mitgelieferte Fernbedienung oder, noch besser, ein Smartphone mit der kostenlosen App. Mit der ergründet sich dann auch schnell die Welt des kleinen ELAC. So verfügt er über nicht weniger als sieben Eingänge: Neben zwei analogen Cinch-Pärchen gibt es einen digitalen und noch zwei optische sowie einen USB. Letzterer dient dem Zuspielen von Daten direkt vom Computer, er ist asynchron ansteuerbar, sämtliche Digitaleingänge sind mit bis zu 24/192 HiRes Streams beschickbar, die „herkömmlichen“ Digitaleingänge decodieren dagegen zusätzlich auch Dolby-Digital-Streams direkt vom DVD/Bluray-Player oder vom Fernseher.​

ELAC EA-101EQ-G

© ELAC

Hervorragend gemacht ist das Gehäuse mit der gebogenen Alu-Platte mit dem eingelassenen Display. Als Front-Anschluss befindet sich nur eine 6,3-mm-Kopfhörerbuchse neben dem Drehknopf.

Komfort wird großgeschrieben 

Zusätzlich geht es drahtlos hinein mit der Musik, was per Bluetooth im A2DP/aptX-Standard möglich ist. Welcher der Eingänge gerade aktiv ist, zeigt das kleine Matrix-Display auf der Frontseite des Geräts an, und die Namen lassen sich – wiederum über die App – frei programmieren.​

Im Kontrast zur puristischen Front und der kaum variantenreicheren IR-Fernbedienung steht der über die App erreichbare Funktionsumfang des ELAC: So verbergen sich in den Tiefen der Menüs auch Balance- und Klangregler für den Fall, dass Raumakustik oder Aufstellort der Boxen eine Korrektur erfordern. Dasselbe gilt für Filterung und Ansteuerung eines optionalen Subwoofers; in dieser Betriebsart wird der ELAC dann auch noch zur aktiven 2.1-Frequenzweiche.​

Doch auch hier kann er noch eine Schippe drauflegen: Langes Gefummel mit Trennfrequenz und Pegel entfällt, mit der App und einem Smartphone kann man eine kleine Einmess-Prozedur starten, die die optimale Übergangsfrequenz, Pegelverhältnisse und Phasenlage zwischen Subwoofer und Hauptlautsprechern selbst herausfindet und optimal einstellt. Auch wer keinen Woofer anschließt, kann die Einmessfunktion zur groben Überprüfung der akustischen Qualität nutzen und bei Bedarf eine Korrekturkurve errechnen lassen, die die Raumeinflüsse nach einem​ trickreichen Algorithmus herausrechnet und den Frequenzgang am Hörplatz glättet. Beim Funktionsumfang ist durchaus noch Raum für Neues: Über die zusätzliche USB-A-Buchse kann ein Speicherstick mit Software-Updates andocken, die sich der EA-101EQ dann einfach selbst hochlädt.​

ELAC EA-101EQ-G Rückseite

© ELAC

Neben zwei analogen Eingängen stehen vier digitale zur Verfügung, einer davon ein asynchroner USB. Der zweite USB-Anschluss ist nur für Updates gedacht.

Ein ernsthafter Amp 

Vor lauter Digitalfunktionen und – pardon – Spielerei könnte man glatt vergessen, einmal nach der Verstärkersektion des Pakets zu schauen. High-Ender sind ja generell skeptisch, wenn das magische Dreieck aus klein, leicht und hohem Leistungsversprechen den Prospekt ziert. Ist hier womöglich simple Standard- Schaltverstärkertechnologie von der Stange verbaut?​

Mitnichten. Obwohl kein exorbitanter Kühlkörper sichtbar ist, arbeiten die Endtransistoren des EA101EQ im klassischen Class-A/B-Modus – ein Transistor übernimmt die negative, der andere die positive Halbwelle, das Signal wird allerdings ganz klassisch analog geregelt. Doch wie soll das gehen in einem so kleinen Kästchen, das mit der resultierenden Abwärme von immerhin versprochenen 2x 80 Watt fertigwerden muss?​

Durch eine besonders trickreiche Netzteilbeschaltung! Die Stromversorgung ist nämlich in Schalttechnologie ausgelegt, mit einer Pulsfrequenz von 400 kHz wird die optimale Betriebsspannung für die analoge Verstärkersektion geregelt. Das geschieht nicht statisch ​stabilisiert, sondern in Abhängigkeit von der Auslenkung des Musiksignals dynamisch. Das bedeutet nichts anderes, als dass das Netzteil selbst durch eine Art Schaltverstärker (Class D) ersetzt wurde, der die Betriebsspannung als Hüllkurve mit etwas Sicherheitsreserve an die zu verstärkenden Signale anpasst.​

Diesen auch als „BASH“ bekannten Verstärkertypen wird die Klang- und Dämpfungscharakteristik eines A/B-Amps nachgesagt, hängen die zu treibenden Lautsprecher doch direkt ohne weitere Filter an den Endtransistoren. Doch trotzdem ermöglicht diese Schaltungstopologie sehr geringe Verlustleistungen und ähnliche Wirkungsgrade wie ein vollwertiger Schaltverstärker, was im Falle des ELAC das kompakte Gehäuse und die geringen Kühlkapazitäten erklärt.​

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