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Plattenspieler

Elipson Omega 100 RIAA BT Carbon Black im Test

Beim Elipson Omega 100 Carbon Black trifft analoge Technik auf ein modernes Gewand. Wir haben den Plattenspieler für Sie getestet.

Elipson Omega 100 Carbon Black

© Elipson

Elipson Omega 100 RIAA BT Carbon Black.

Pro

  • integrierte Vorstufe
  • praktische drahtlose Bluetooth-Übertragung
  • USB-Port

Contra

  • Phono-Vorstufe lässt sich nicht umgehen
  • kleine Verarbeitungsmängel

Fazit

AUDIO Klangurteil: 77 Punkte; Preis/Leistung: gut
Gut

Carbon dürfte eines der meistverwendeten Materialien des 21. Jahrhunderts sein. Es ist so vielseitig einsetzbar wie kaum ein anderes, und wenn man es richtig verwendet, sieht es auch noch verdammt gut aus – so wie beim Plattenspieler Elipson Omega 100 RIAA BT Carbon Black. Ein langer Name für einen Scheibendreher, doch in dem Namen steckt schon drin, was er alles kann. „Carbon Black“ dürfte klar sein, hier kommt der schwarze Verbundwerkstoff in Form geflochteter Matten zum Einsatz. Nicht nur beim Tonarmrohr selbst, auch die Oberfläche der Zarge ist mit diesen Matten belegt. Sie sind mit einer dünnen, matten Lackschicht überzogen und verleihen dem Riementriebler einen angenehm modernen und technischen Look.

„RIAA“ bedeutet: Das Laufwerk ist bereits mit einer internen Phonovorstufe ausgestattet, die die typische Entzerrung nach RIAA-Standard vornimmt und den Ausgangspegel auf Line-Niveau anhebt. Eine extra Phonovorstufe kann man sich sparen. Damit ist der Elipson Omega 100 an jeden Verstärker anschließbar, auch wenn dieser keinen dedizierten Phono-Eingang besitzt. Die Vorstufe lässt sich über einen Schalter auf der Rückseite von MM- auf MC-Tonabnehmer umschalten. 

„BT“ steht für Bluetooth. Moment, ist das nicht ein digitaler Standard für drahtlose Signalübertragung? Richtig, neben der Phono-Vorstufe beinhaltet der Player auch noch einen 24-Bit-A/D-Wandler (fest eingestellt auf 48 kHz Sample-Frequenz) und einen Bluetooth-Chip. Damit kann man Bluetooth-fähige Kopfhörer oder Lautsprecher direkt ansteuern.

AUDIO Testsiegel 11/2017 Empfehlung Flexibilität

© WEKA Media Publishing GmbH

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Außerdem gibt es noch eine USB-Buchse zum Anschluss an den Mac oder PC. Mit der richtigen Software können Sie darüber Ihre wertvolle Plattensammlung digitalisieren und beispielsweise auf ein NAS im Heimnetzwerk speichern. 

Verarbeitet ist das Laufwerk insgesamt gut, aber nicht überragend. Auf kleine Mängel muss man sich einstellen. Die Acryl- haube ist kratzanfällig, da reicht schon ein Fingernagel. Die Scharniere der Haube sind wackelig, der Tonarmlift hebt die Nadel lediglich 1 bis 2 Millimeter über die Plattenoberfläche. An Einstellmöglichkeiten gibt’s nur das Nötigste. Die Auflagekraft stellt man mit einer Schablone ein, die man zwischen Tonarmaufhängung und Gegengewicht hält. Das ist nicht besonders genau, passt aber für das mitgelieferte MM-System von Ortofon. 

Das Antiskating wird direkt am oberen Tonarmlager justiert. Den Hörtest begannen wir mit aktuellem Progressive Rock. Blind Egos „Backend“ vom Album „Liquid“ ist ein Musterbeispiel für virtuose Drums und breite Gitarrensounds, gepaart mit hochmelodischen Gesangslinien. Der Elipson brachte den knackigen Song mit dem nötigen Druck rüber, die Stimmen lösten sich gut von den Instrumenten ab. In den heftigsten Impulsen fehlte uns nur eine Spur Präzision und Tiefgang. Dem wollten wir genauer nachgehen, also flugs eine der legendären Direktschnittaufnahmen von Charly Antolini aus den 80er-Jahren aufgelegt: „Teachers Result“ vom Album „Countdown“ verlangte der Laufwerks-Tonarm-System-Kombination alles ab. 

Elipson Omega 100 Carbon Black Tonarm

© Elipson

Carbon, wohin man blickt. Das Laufwerk macht den Eindruck, als sei es auf dem Reißbrett der Formel-1-Entwickler entstanden.

Das Ortofon 2M FAZIT Red machte dabei grundsätzlich eine gute Figur, die massiven Impulsspitzen bei der per Rimshot angespielten Snare klangen jedoch teils verwaschen. Grandios löste das Laufwerk hingegen die mit Besen gespielten Toms im Song „Kilt“ auf. Keine Nuance ging unter. Leise Töne mochte der Elipson also. Zum Schluss musste er sich einer klassischen Aufnahme stellen: In Alan Parsons „The Fall Of The House Of Usher“ löste der Elipson vor allem das Holz sehr gut auf. Streicher und Bläser klangen frisch, lediglich die Flöten wollten sich nicht so recht abheben, besonders als wir den Player per Bluetooth betrieben.

Fazit

Hier bekommt man viel moderne Technik, gut verpackt in einem wirklich ansprechenden High-Tech-Gehäuse. Der Elipson ist ideal dazu geeignet, ihn in einem moderen Digitalhaushalt zu betreiben. Die Bluetooth-Anbindung ist wirklich praktisch, der USB-Port eignet sich hervorragend zum Digitalisieren der Plattensammlung. Mich stören nur ein paar Kleinigkeiten wie beispielsweise die leichten Verarbeitungsmängel, die fehlende Höhenverstellung des Tonarms und, dass man die integrierte Phono-Vorstufe nicht umgehen kann.

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