Testbericht

Endstufe Naim NAP 150x

Kraftvoll klingende Endstufe

  1. Endstufe Naim NAP 150x
  2. Datenblatt
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© Archiv

Die Naim-Briketts sind das zu Gehäuse gewordene Understatement. Äußerlich sieht man weder der Vorstufe NAC 122x noch der Stereo-Endstufe NAP 150x  ihre Preise von 1300 respektive 1480 Euro an. Und auch der innere Reichtum erschließt sich dem oberflächlichen Blick in die nur knapp vier Kilogramm leichte Vorstufe oder die nur fast doppelt so viel wiegende Endstufe nicht. 

Messen und Hören

Erwartungsgemäß sticht Advance in der Leistungsmessung die Konkurrenz glatt aus. Interessant die dynamische Analyse des Klirrverlaufs. Hier wird untersucht, wie stark die Amps Klirr - also ganzzahlige Vielfache der eingegebenen Grundfrequenz - in welchem Verhältnis bei zunehmender Leistung dem Messton beigeben. Der dynamische Klirr fiel bei der leistungsschwachen Britin wesentlich gutmütiger aus als bei der kraftstrotzenden Französin. Weil aber auch diese anerkanntermaßen sehr praxisrelevante Messung nur Anhaltspunkte für den tatsächlichen Klang einer Komponente geben kann, bleibt der Hörtest spannend.

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© Foto: H.Härle

Die Naim Vor-End-Kombi zusammen

Die Naims legten sich mächtig ins Zeug, um nuancenreiche Stimmen krachscharf in die Mitte des versierten Begleitensembles zu stellen - sicher ein Hauptverdienst der penibel abbildenden Vorstufe. Markanten Rhythmuswechseln schien das Naim-Team aus Salisbury nicht bloß zu folgen. Vielmehr gingen Vorverstärker Naim NAC 122x und Endstufe NAP 150x regelrecht mit, so präzise war das Timing im musikalischen Fluss.

Wenn das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin dann allerdings in Anton Bruckners 5. Sinfonie mit Pauken und Trompeten auftrumpfte, schlich sich über die Naims etwas kratzige Nervosität ins Klangbild, während das Advance-Gespann auch im rasantesten Fortissimo stoisch blieb. Obwohl die Jury mit der wirkungsgradstarken KEF Reference 207/2 (AK 52) einen gutmütigen Spielpartner zur Verfügung stellte, schien die NAP 150x bei hoher Abhörlautstärke schneller am Ende ihrer Kräfte. Bis zu bestimmten Pegeln aber spielte sie lebendiger als die beiden Advance Acoustic MAA 705, mit herbem Rock (Dream Theater) oder derbem Pop (Anastacia) fast schon übermotiviert. 

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© Foto: H.Härle

Die Schaltung der NAP 150x braucht nur wenig Zierrat, die Versorgungseinheit mit kapitalem Ringkerntrafo fällt dafür recht großzügig aus.

Den knackigen Bass bei überbordender Spiellaune hätte man den kleinen Engländerinnen nicht ohne Weiteres zugetraut. Dass die Naims noch etwas mehr in die Tiefe staffelten, hatten sie wohl der Vorliebe der Advance-Vorstufe für die Breite zu verdanken. So kommen die Endstufen mit sehr unterschiedlichen Mitteln auf Gleichstand. Musikalische Spitzigkeit spricht für Naim, unspektakuläre Leistung für Advance Acoustic.

Fazit:

In dieser Auseinandersetzung zwischen Konzepten zolle ich der Advance-Acoustic-Kombi reichlich Respekt: Große Klasse, was die Franzosen zum Preis anbieten. Vor die Wahl gestellt, würde ich dennoch zur Naim-Kombi greifen, die noch mehr Musik macht. Beim Fußball finde ich ja auch den eleganten Thierry Henry besser als den eher kraftvollen Wayne Rooney.

Naim Audio NAP 150 X

HerstellerNaim Audio
Preis1150.00 €
Wertung90.0 Punkte
Testverfahren1.0

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