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Praxistest

Erster Check: Nokia E7

Mit dem E7 hat Nokia ein Symbian-3-Modell mit kompletter Tastatur vorgestellt, das das Zeug hat, den betagten Communicator abzulösen.

Mit einem lang gezogenen „It’s biiiig!“ versuchte der scheidende Smartphone-Chef Ansi Vanjoki bei seiner letzten Produktpräsentation für Nokia den Spöttern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. 124 x 62 x 14 Millimeter sind nichts für die Hosentasche, und so hat das Nokia E7 berechtigten Anspruch auf die Communicator- Nachfolge – denn das laut Nokia erste Smartphone der Welt war schon immer eines der größten Mobiltelefone überhaupt. Nokia verzichtet zwar auf den Beinamen und hat das Design etwas umgestaltet, dennoch ist das E7 das, was der Communicator schon immer war: ein Business-Smartphone.

Nokia E7
Nokia E7
Schieben statt klappen

Statt wie bislang das Gerät längs aufzuklappen, wird beim Nokia E7 das Display im Querformat nach oben geschoben und rastet im 30-Grad- Winkel ein. Der Mechanismus, den wir vom N97 kennen, machte bereits beim Vorseriengerät einen soliden Eindruck. Insgesamt wirktdas E7 in seinem Metallgehäuse hochwertig; wie beim N8 ist der Akku fest eingebaut – über eine wackelige Abdeckung muss sich also niemand ärgern, der schnelle Wechsel des Energieriegels ist dafür nicht möglich. Ob der 1200-mAh-Stromspeicher bei intensiver Nutzung einen Tag übersteht, muss sich noch zeigen.

Mit Strom versorgt werden will vor allem der 4 Zoll große kapazitive, sprich berührungsempfindliche Touchscreen, der sich wie bei allen vorgestellten Symbian-3- Modellen aus 360 x 640 Pixeln zusammensetzt. Die Konkurrenz bietet teils höhere Auflösungen, doch der AMOLED-Screen ist leuchtstark, zeigt kräftige Farben und ist auch bei schrägem Blickwinkel noch gut ablesbar. Bei geschlossenem Gerät wird die Displayausrichtung automatisch angepasst.

Durch die veränderte Bauform gewinnt Nokia mehr Raum fürs Display, verliert im Vergleich zum guten alten Communicator aber Platz für die Tastatur. Statt eines fünfzeiligen Keyboards muss sich der Nutzer wie bei Smartphones üblich mit einem vierzeiligen Layout begnügen, in das eine Zifferntastatur integriert ist; auch die Tasten für Umlaute fehlen. Wer damit leben kann, bekommt eine gelungene Texteingabe an die Hand, mit der sich im ersten Test schnell und zuverlässig tippen ließ. Die Drücker reagieren auf sanften Druck, sind leicht erhöht und spürbar voneinander abgesetzt.

Nokia E7
Nokia E7
Auf Business getrimmt

Geschlossen wirkt das Nokia E7 wie ein vergrößertes N8, und auch in Sachen Ausstattung nehmen sich die beiden fast nichts. Der deutlichste Unterschied findet sich auf der Rückseite: Der Kamera fehlt ein Blitz und sie zeichnet Videos nur in VGA-Auflösung auf (640 x 480 Pixel); dass die nominelle Fotoauflösung 8 statt 12 Megapixel beträgt, ist kein Nachteil.

Ansonsten steht das Nokia E7 dem N8 in nichts nach. Auch hier findet sich oben ein HDMI-Ausgang, um auf dem Gerät gespeicherte Videos in HDAuflösung auf einem Fernseher abzuspielen. Und auch das E7 bietet eine praktische Funktion, die wir sonst noch nirgends gesehen haben: Speichersticks und andere Speichermedien lassen sich über USB ans E7 anschließen und werden von diesem als externes Laufwerk erkannt.

Was fehlt: Der Speicher von 16 GB lässt sich nicht erweitern. Zum echten Business- Smartphone wird das Nokia E7 durch die vorins tallierte Software. So ist neben Mail for Exchange auch Quickoffice sowie die Sicherheitssoftware von F-Secure an Bord. Das Adressbuch fasst pro Kontakt unzählige Details und wurde mit Symbian 3 nochmals um einige Felder für soziale Netzwerke wie Facebook erweitert.

Im ersten Test reagierte das Nokia E7 flüssig, die große Darstellung der Benutzeroberfläche erleichtert die Bedienung. Vielen wird das E7 zu „biiiig“ sein, Communicator-Fans dürfen sich auf Ersatz für ihren alten Knochen freuen

Nokia E7

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