Hifi-Kopfhörer

Fostex TH900mk2 im Test

Der Fostex TH900mk2 ist mit edlen Materialien aufwändig verarbeitet. Doch wie klingt der Kopfhörer im Test?

Fostex TH900MK2

© Fostex

Fostex TH900mk2, aufwendig hergestellt mit Holz, Silberfolie und Speziallack.

Pro

  • wuchtiger, grollender Bass
  • bleibt präzise
  • baut eine schöne breite Bühne auf
  • Top-Verabeitung

Contra

Fazit

Audio-Klangurteil: 95 Punkte; Preis/Leistung: gut
Hervorragend

Auf den ersten Blick erscheint der Fostex TH900mk2 unscheinbar, doch das täuscht gewaltig, denn die Japaner haben hier richtig weit ausgeholt. Das fängt schon bei der Materialwahl an. Die Hörergehäuse bestehen nicht aus Kunststoff, nein, aus echtem Holz - das der japanischen Zierkirschen-Birke wird hier in Form gedrechselt. Dann kommt eine dünne Silberfolie auf die Gehäuse, die von Hand in kleinen Portionen aufgetragen wird. Dadurch entsteht ein charakteristisches Muster, das aus jedem Hörergehäuse ein Einzelstück macht, das optisch unterscheidbar bleibt. Auch für den Fostex-Schriftzug haben sich die Japaner etwas Besonderes einfallen lassen: Er besteht aus hauchdünner Platinfolie.

Schließlich werden die Gehäuse nach einem aufwendigen, uralten und traditionellen japanischen Verfahren lackiert. Und zwar mit dem Naturlack "Urushi", der extrem haltbar und widerstandsfähig ist, den aber nur wenige japanische Manufakturen verarbeiten können. Bei der mehrschichtigen Lackierung kommt dann auch das Bordeauxrot ins Spiel, das durch Zusätze im Lack entsteht.

Den Produktionsaufwand und die Liebe zum Detail spürt man sofort, wenn man den Hörer in die Hand nimmt. Die Hörergehäuse fühlen sich stets kühl und edel an. Nicht eine einzige Unebenheit oder gar ein Staubeinschluss im Lack lässt sich feststellen.

Fostex TH900MK2 Ohrmuschel

© Fostex

Die Verarbeitung des TH900mk2 ist schlicht perfekt. Die Metallbügel, die erscheinen, wenn man den Hörer in der Größe verstellt, sind sogar verchromt.

Die Ohrmuscheln sind mit einem speziellen Kunstleder überzogen, das aus den Proteinen von Eiermembranen gewonnen wird. Auch der stabile Metallbügel ist mit diesem Leder überzogen. Bis zu 4 Zentimeter lässt sich jede Hörerseite herausziehen, wobei sich die Metallführungen perfekt in die edle Gesamtoptik einfügen, denn sie sind verchromt.

Anschlusskabel

Auch beim Anschlusskabel knausern die Macher aus Fernost nicht: Mit drei Metern ist es sehr lang und auf seiner kompletten Länge mit Gewebe ummantelt. Ein Kabelbruch ist hier so schnell nicht zu befürchten. Innen kommt hochreines (99,99999%) und sauerstofffreies Kupfer zum Einsatz. Ab Werk bekommt man das Kabel mit dem üblichen 6,3-Millimeter-Klinkenstecker geliefert, doch man kann die Leitung mit zwei einfachen Handgriffen austauschen.

Dazu hat Fostex an jedem Hörer spezielle Verbindungsstecker vorgesehen, die erstens verpolungssicher sind und zweitens eine Sicherheitsfunktion erfüllen: Steht man mal auf der Leitung (was durchaus vorkommen soll), reißt man nicht gleich das Kabel aus dem Hörer und zerstört ihn damit in den meisten Fällen nachhaltig - hier lösen sich lediglich die Stecker aus dem Hörer. Unabsichtliche Beschädigungen bleiben damit praktisch aus. Außerdem kann man das Kabel daher auch sehr leicht wechseln. Optional bietet Fostex eine XLR-Variante an. Nettes Detail: Im Lieferumfang befindet sich ein Kopfhörerständer, der ebenfalls aufwendig aus Holz hergestellt und mattschwarz lackiert ist.

Fostex TH900MK2 Kabel

© Fostex

Das Kabel lässt sich austauschen, die optionale symmetrische Version kostet stolze 392 Euro extra. Die Stecker an den Hörmuscheln sind gegen Verpolung gesichert. Rechts/links kann man jedoch vertauschen.

Hörtest

Technisch verwendet der TH900mk2 Wandler nach dem dynamischen Prinzip. Ein Dauermagnet mit 1,5 Tesla magnetischer Flussdichte treibt ultradünne Membranen an, die aus Bio-Zellulose bestehen und dadurch eine extrem geringe Masse aufweisen sollen.

Und diesen enormen Aufwand hört man. Der Fostex erzeugte im Test ein sehr ausgeglichenes, frisches Klangbild mit wuchtigem, aber stets präzisem Bassfundament. Knurrige Tiefbasspassagen, etwa beim Blues-Kracher "It Takes Two" von Jesper Munk, brachte der Kopfhörer mit einem irre authentischen Grollen rüber.

Geschlossene Kopfhörer neigen ja manchmal etwas zur Trägheit. Nicht so der Fostex: Die stakkatoartigen Schlagzeugimpulse auf Charly Antolinis "Jammin" verkraftete der Japaner mit einer geradezu frühlingshaften Leichtigkeit, selbst wenn es mal richtig laut wurde - und das wurde es! Mit dem brandneuen Album "Tsar" der Symphonic-Metal-Truppe "Almanac" rund um Ausnahmegitarrist Victor Smolski tobte sich der Fostex dann so richtig aus. Dabei blieb er immer detailreich und bildete eine schöne breite Bühne ab. Damit ist klar: Pop, Rock und Metal liegen dem japanischen Schmuckstück am meisten.

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