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Testbericht Samsung Galaxy Tab 10.1N im Test

von , weitere Autoren
Samsung bringt Galaxy Tab 10.1N
Labortest
72,2 %
Zuletzt aktualisiert: 24.07.2014
Samsung Galaxy Tab 10.1N GT-P7501
Tablets
Pro
  • sinnvolle Zusatzfunktionen
  • nützliche Software-Beigaben
Contra
  • hoher Stromverbrauch
  • recht teuer
Fazit

Die Veränderungen zum Galaxy Tab 10.1 sind marginal.

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Die Neuauflage des Samsung Galaxy Tab ist endlich im Handel erhältlich. Ob sich das Galaxy Tab 10.1N gegen Apples iPad 2 behaupten kann, zeigt der Test von connect.

Kommt es, oder kommt es nicht? Diese Frage bewegte 2011 die Gemüter – und beschäftigte auch die Gerichte im Streit zwischen Apple und Samsung. Mitten im Weihnachtsgeschäft überschlugen sich dann die Ereignisse: In Australien errang Samsung einen vorläufigen Sieg, während der iPad-Erfinder in den USA per Berufungsantrag eine weitere Runde einläutete und sich in Frankreich selbst gegen einen von Samsung angestrebten Verkaufsstopp des iPhones zur Wehr setzen musste.

Bei den Verbrauchern stoßen die Klagen von Samsung, Motorola und weiteren Unternehmen wegen technischer Patente oder unterstellter Markenrechtsverstöße weniger auf Kritik als die Härte, mit der die Kalifornier gegen Samsung vorgehen. Apple reklamiert bei mehreren Samsung-Produkten, vor allem aber beim Tablet, Design-Rechtsverstöße.

Geringe Designänderung

So waren wir wie alle Welt gespannt auf das dritte Galaxy Tab 10.1 mit dem Suffix „N“, das nach dem vorübergehend und nur bei Vodafone erhältlichen Galaxy Tab 10.1v und dem von Apple erwirkten Verkaufsstopp gegen das Galaxy Tab 10.1 im September gerade noch zum Weihnachtsgeschäft in die Läden kam. Wir stellen fest: Die Veränderungen sind marginal.

Rein äußerlich hat sich beim Samsung Galaxy Tab 10.1N im Vergleich zu seinem Vorgänger wenig getan.
Rein äußerlich hat sich beim Samsung Galaxy Tab 10.1N im Vergleich zu seinem Vorgänger wenig getan. ©

Auffällig ist allein der Rahmen, den Samsung seitlich leicht über die Vorderseite gezogen hat, und in dem jetzt die etwa einen halben Zentimeter längeren Lautsprecherschlitze untergebracht sind, sodass diese jetzt nach vorne strahlen. Aus Anwendersicht sind die nur geringen Änderungen allerdings ein Segen, denn am Design des Tablets gibt es nichts auszusetzen: Es ist mit 9 mm genauso schlank wie das iPad 2, in den Außenmaßen mit 256 x 174 mm gegenüber 241 x 186 mm geringfügig anders dimensioniert und mit 567 Gramm sogar mehr als 40 Gramm leichter. Die glatte Rückseite, in Weiß oder Schwarz erhältlich, geht ohne spürbare Kanten in den metallfarbenen Rand über, der allerdings hier nicht aus Aluminium ist.

Neben der 3-Megapixel-Kamera für Videoaufnahmen im Format 1280 x 720 kann ein LED-Lämpchen die Umgebung bei schlechten Lichtverhältnissen etwas aufhellen. Die Kamera sitzt, wie auch die Frontkamera mit 2 Megapixeln, auf der Längsseite des Tablets, sodass dieses bei Videochats idealerweise im Querformat gehalten wird.

Die Displaymessungen haben Werte ergeben, mit denen das Tablet deutlich hinter dem iPad rangiert.
Die Displaymessungen haben Werte ergeben, mit denen das Tablet deutlich hinter dem iPad rangiert. ©

Display bei Apple besser

Die Displaymessungen zeigen, dass das Galaxy Tab 10.1N dem iPad 2 in diesem Punkt deutlich unterlegen ist: Helligkeit und Kontrast liegen beim Galaxy Tab im mittleren Bereich und damit deutlich unter dem Niveau des iPad. Unter normalen Lichtverhältnissen
stört das aber nicht den Genuss von HD-Videos, die entweder auf dem 10,1-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixeln wiedergegeben werden, oder alternativ auf einem HDMI-fähigen Fernseher. Ein Adapter für den Anschluss an ein solches HDMI-Gerät liegt allerdings nicht bei, einziges Zubehör neben Strom- und Datenkabel ist ein Stereokopfhörer für den 3,5-Millimeter-Headset-Anschluss. Im Innern sorgt ein mit 1 Gigahertz getakteter Dual-Core-Prozessor für einen flüssigen Ablauf.

Zusatzfunktionen

Was das Galaxy Tab 10.1N von den anderen Android-Tablets unterscheidet: die hauseigene Benutzeroberfläche Touchwiz in der Version 4.0, die über die Google-Oberfläche gesetzt ist. Hält man das Tablet mit zwei Händen und berührt jeweils mit dem Daumen das Display, lassen sich Apps und Widgets bei aktivierter Motion-Erkennung durch Schwenken des Geräts zwischen den fünf Homescreens hin- und herkullern. Was an dieser Stelle eine nette Spielerei ist, erhöht bei Fotos und im Browser die Funktionalität: Wird das Tablet bei gleicher Haltung nach vorn oder hinten gekippt, vergrößert beziehungsweise verkleinert sich der Bildschirmausschnitt.

Kaufberatung: iPad 3 gegen Samsung Galaxy Note 10.1

Die Handhabung ist etwas gewöhnungsbedürftig, da das Auge dem wegkippenden Display folgen muss. Sie gewährt aber auch einen besseren Halt gebenüber der einhändigen Zoomgeste mit zwei Fingern. Eine Hardware-Taste für die Display-Verriegelung gegen versehentliches Rotieren der Ansicht fehlt beim Galaxy Tab, die Sperre ist dafür softwareseitig über das Systemmenü in der Statusleiste schnell erreichbar.

Nach einer kurzen Eingewöhnung ist das Tablet leicht zu handhaben.
Nach einer kurzen Eingewöhnung ist das Tablet leicht zu handhaben. ©

Alternativ zur Android-Standardtastatur ist beim Galaxy Tab 10.1N eine Swype-Tastatur wählbar, die Eingaben per Fingerwischen erlaubt und nach etwas Eingewöhnung durchaus bequem zu handhaben ist. Bei Verwendung der internen Samsung-Tastatur wird das deutsche Tastatur-Layout auch auf eine Bluetooth-Tastatur übertragen. Dies ist – auch bei anderen Tablets – im Zusammenspiel mit der Android-Standardtastatur nicht der Fall und somit bei Samsung gut gelöst. Im Test verschwand die Onscreen-Tastatur bei Nutzung der externen Keyboards allerdings nicht immer oder nur verzögert.

Nützliche Software-Beigaben

Sinnvoll ist der Einsatz einer externen Tastatur vor allem im Zusammenspiel mit der Software Polaris-Office, die zur Bearbeitung von Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien für ein Tablet ungewöhnlich viele Einfüge- und Bearbeitungsoptionen bereithält.

Eine Besonderheit ist der Task-Manager, der sich bei langem Druck auf den Home-Softkey öffnet. Anders als die zu Android gehörige Übersicht der zuletzt geöffneten Programme zeigt der Task-Manager die tatsächlich offenen Apps samt deren Speicherverbrauch. Kommt es bei einer Anwendung zu einem Problem, kann der Task-Manager die Apps einzeln beenden oder wahlweise auch alle offenen Anwendungen schließen.

Der Videoplayer des Galaxy Tab 10.1N spielt auch Videos im platzsparenden DivX-Format ab und hat eine ausgesprochen informative Filmübersicht, die nicht nur die Gesamtdauer, sondern auch die Spielzeit bereits gestarteter Filme anzeigt. Der Musicplayer zeichnet sich dadurch ebenfalls aus, dass der Equalizer zusätzlich zu den vorgegebenen Soundprofilen eine benutzerdefinierte Einstellung bietet, in der die Frequenzbereiche einzeln geregelt werden können.

Praxis: Android-Tuning für Tablets

Zur weiteren Ausstattung zählt neben einem Dateimanager, einem Stift-Memo – ein Stift liegt allerdings nicht bei – und einem EBook-Reader für das Epub-Format unter anderem die Anwendung Allshare, mit der multimediale Inhalte über WLAN auf andere DLNA-zertifizierte Geräte freigegeben werden können. Diesen Standard unterstützt Samsung auf mehreren Geräten, im Test funktionierte die Übertragung gut. Über WLAN synchronisiert sich das Galaxy Tab 10.1N auch mit dem PC und Outlook. Hierfür genügt die Installation der Software Kies auf dem PC sowie die Aktivierung der Option „Kies über WLAN“ in den Einstellungen.

Laborwerte

In unserem verlagseigenen Labor TESTfactory zeigte das Galaxy Tab 10.1N einen vergleichsweise sehr hohen Stromverbrauch, der aber durch die üppige Akkukapazität von 7000 mAh ausgeglichen wird. Dennoch ist das Tablet mit etwa fünf Stunden typischer Ausdauer kein Langstreckenläufer.

Der Preis von 629 Euro für die uns zum Test vorliegende Ausführung mit 16 Gigabyte Speicher ist hoch. Noch teurer wird es mit 32 GB für 749 Euro beziehungsweise 64 GB zu insgesamt 799 Euro. Wer auf mobile Datenverbindungen verzichten oder sein Smartphone als WLAN-Hotspot nutzen kann, spart mit dem Galaxy Tab 10.1N WiFI ohne GSM-Modem beim 16-GB-Tablet rund 90 Euro.

 
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Inhalt
  1. Samsung Galaxy Tab 10.1N im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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