Testbericht

Garmin nüLink 1695

Technologieträger: Im nüLink 1695 kombiniert Garmin die neue Menüoberfläche des nüvi 3790T mit den Live-Services "nüLink" des nüvi 1690.

  1. Garmin nüLink 1695
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Garmin nüLink 1695

© Garmin

Garmin nüLink 1695

Pro

  • Staumeldungen
  • leicht bedienbar
  • großes Display

Contra

  • nicht immer übersichtlich
91,4%

Der Name ist Programm: Das brandneue Garmin-Navi für mit der Kennziffer 1695 ist das erste Garmin, das nicht mehr nüvi heißt, sondern nüLink Dafür verantwortlich sind die gleichnamigen Internet-Services (anderswo "Live" genannt), über die Garmin sein nüLink 1695 mit diversen Informationen versorgt. Neben Staumeldungen sind dies vor allem ein um Satellitenbilder erweiterbarer Wetterdienst, An- und Abflugdaten großer Flughäfen, die Google-Suche zur Zieleingabe, aktuelle Benzinpreise verschiedener Tankstellen und gegen Aufpreis ein Online-Telefonbuch samt Adressenspeicher.

Ein Jahr lang sind die Dienste europaweit im Kaufpreis enthalten, danach muss man pro Jahr 79 Euro bezahlen. Das nötige Mobilfunkmodul ist direkt ins Gerät integriert; außer einer Feldstärkeanzeige wie bei Handys bekommt man von der hochintegrierten Technik nichts mit. Der Rest ist typisch Garmin: Das rückseitig gummierte und mit einem schicken Chromrahmen versehene Gerät ist erstklassig verarbeitet, die Halterung erfreulich klein und trotzdem stabil. Damit entsprechen Hardware und Zugaben dem Vorgänger 1690 - mit Ausnahme des auf stattliche fünf Zoll gestreckten und exzellent ablesbaren Displays.

Das Beste aus zwei Welten

Während die Hardware sozusagen aus der Vergangenheit stammt, hält bei der Software die Zukunft Einzug: die hoch gelobte Bedien-Oberfläche kommt vom Design-nüvi 3790T. Die Bedienlogik mit den ständig am linken Bildrand eingeblendeten Steuerbuttons überzeugt auch hier, die Garmins sind damit einfach zu bedienen. Doch da der Bildschirm des Garmin nüLink 1695 nur eine normale Auflösung bietet (480 x 272 Pixel), weckt die Aufmachung nicht ganz so viel Begeisterung wie beim Designer-Gerät. Vielmehr spielt das Garmin nüLink 1695 überzeugend den Seriösen: leicht bedienbar, schnell und schick, aber weniger Bling-Bling.

Garmin nüLink 1695

© connect

Die Menüs wirken leicht und übersichtlich, die Seitenleiste ist ständig sichtbar und bietet verschiedene Bedienoptionen.

Dafür trumpft Garmin bei der Ausstattung auf: In loser Aufstellung hat das Garmin nüLink 1695 eine spezielle Öko-Routenoption mit Verbrauchsberechnung, einen Diebstahlschutz, eine Europakarte mit 60-Tage-Aktualisierung und günstigen Updates (89 Euro fürs Lifetime-Update), eine manierlich funktionierende Bluetooth-Freisprecheinrichtung, einen Routenplaner, Bildbetrachter, Navigation zu geocodierten Fotos, Fußgänger-Modus, Notfallhilfe, die automatische Speicherung der letzten Parkposition, einen Währungsrechner und eine Weltzeituhr. Uff. Dazu kommen seit Mitte November die sogenannten Photoreal-3-D-Kreuzungsansichten, für die Garmin mehr als 7000 Abzweigungen in Deutschland fotografiert und digitalisiert hat. Nähert man sich einer entsprechenden Kreuzung oder Ausfahrt, schaltet das Gerät von der animierten Karte auf das Standbild, das dann aber fast exakt der echten Straßensituation entspricht. Die Geschwindigkeitswarnung schlägt sofort beim Erreichen des zulässigen Tempos mit einem "Ping" Alarm und nervt daher etwas; bei der Konkurrenz kann man eine etwas laxere Überwachung einstellen.

Neue Staumeldungen

Garmin nüLink 1695

© connect

Treten Verzögerungen auf, berechnet das Garmin eine Alternativroute - hier ist sie jedoch nicht schneller.

Am auffallendsten sind jedoch die neuen Staumeldungen, die von Navteq Traffic via nüLink geliefert werden. Statt einzelner Störungen kann man auf dem Garmin nüLink 1695 auch den aktuellen Verkehrsfluss beobachten - ob es fließt oder sich staut, verrät ein farbiger Balken neben der Strecke: Gelb heißt zähflüssig, Rot bedeutet Stillstand. Aufgrund der niedrigen Auflösung sieht das Ganze etwas unübersichtlich aus, wie auch die Kartendarstellung etwas grob geraten ist. Zusätzlich gibt's den Verkehrsbutton, der ebenfalls von Grün auf Gelb und Rot wechselt und hinter dem sich die Optionen zur aktuellen Route verstecken. Neuerdings kann man sich hier auch eine detaillierte Ausweichroute berechnen lassen, in einer Übersicht werden Straßentyp und Dauer skizziert.

Dank seines großen Displays kann man das Garmin nüLink 1695 auch aus größerer Entfernung gut ablesen, etwa in einem Van. Die detailarme Kartendarstellung hilft hier ebenfalls, doch wer etwas näher dran sitzt, wünscht sich eine feinere Gestaltung. Für die Routenberechnung nimmt sich das Garmin nüLink 1695 etwas mehr Zeit als die besten Konkurrenten, doch in der Praxis fällt das nicht weiter auf.

Auf der Strecke zuverlässig

Garmin nüLink 1695

© connect

Nimmt die Verkehrsdichte zu, malt das nüLink einen farbigen Streifen neben die Straße - nicht immer übersichtlich.

Unterwegs gefällt die wortreich moderierende Text-to-Speech-Stimme, die jedoch ab und zu etwas unmotiviert und abgehackt klang. Bei den Routen lässt Garmin nichts anbrennen, nur in der Stadt weist das System einen kleinen Hang zu Nebenstrecken auf: Vor allem, wenn man die Hauptroute verlässt, leitet das Garmin nüLink 1695 in quirligem Aktionismus auf neue Strecken, was nicht immer optimal ist. Insgesamt überzeugt die umfangreiche Ausstattung des Garmin nüLink 1695, aber auch die einfache Bedienung und das große Display nebst der hervorragenden Verarbeitung sind top.  

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