Testbericht

Garmin nüvi 3790T

Ganz oben wird die Luft dünn - das ist auf einem Berggipfel nicht anders als in der Formel 1, wo dem Führenden nicht nur der Fahrtwind knallhart gegen die Scheibe schlägt, sondern auch die ständig drängelnden Verfolger von hinten Druck machen. Um hier zu bestehen, macht man entweder alles besser als die Konkurrenz oder hat die bessere Ausrüstung.

  1. Garmin nüvi 3790T
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Garmin nüvi 3790T

© Garmin

Garmin nüvi 3790T

Pro

  • kapazitiver und brillanter Touchscreen
  • aufgeräumte Menüoberfläche
  • fein gestaltete Icons
  • dynamische Zielführung

Contra

  • keine Spiele
  • kein MP3-Player
  • kein Reiseführer
  • keine Online-Anbindung
91,6%

Oder beides - dann wird es freilich teuer. Das Garmin Nüvi 3790T steht mit einem Preis von rund 350 Euro angesichts der auf Handys zum Teil sogar kostenlosen Konkurrenz äußerst selbstbewusst am Start, deswegen darf man mit Fug und Recht hochklassige Leistungen und eine hervorragende Ausrüstung erwarten.

Die Hardware

Das Garmin Nüvi 3790T enttäuscht nicht. Es entzückt schon, wenn es nur auf dem Tisch liegt - zahlreiche Kollegen vermuteten auf den ersten Blick das neue iPhone 4, denn das 8,95 Millimeter flache und 118 Gramm leichte Gerät mit seiner schwarzen Front und dem umlaufenden Metallbügel erinnert tatsächlich an Apples neuesten Streich. Hier zahlt sich aus. dass Garmin extra eine neue Design-Abteilung aus dem Boden gestampft hat, um auch optisch Akzente zu setzen. Das Gerät wirkt wie aus einem Block gefräst. Erstmalig kommt ein kapazitiver und hochauflösender Touchscreen zum Einsatz, der die gesamte Front abdeckt. Gut verarbeitet waren die Garmin-Navis schon immer, seit dem Nüvi 3790T dürfen sie nun auch als schön gelten. Da spielt auch die extrem kleine Garmin-Halterung eine Rolle, die komplett hinter dem Gerät verschwindet und auch noch einen extra Lautsprecher für bessere Tonwiedergabe mitbringt.

Die Ausstattung

Das Garmin Nüvi 3790T kommt standesgemäß ausgestattet daher: Europakarte mit Aktualitätsgarantie, eine ausgereifte Sprachsteuerung zur Zieleingabe, 3-D-Gebäudesimulation, Bluetooth-Freisprechanlage und der Premium-Verkehrsdienst Navteq Traffic via TMC. Dazu kann man mit den City-Explorer-Karten Fußgänger-Navigation mit ÖPNV-Verbindungen nutzen und auch viele andere Garmin-Karten aufspielen. Die Ecoroute-Funktion berechnet besonders spritsparende Routen, als Zugabe gibt's einen Bildbetrachter und diverse Uhrzeit- und Rechenfunktionen.Spiele, MP3-Player und Reiseführer fehlen, genau so wie eine Online-Anbindung.

Die Handhabung

Bei der Bedienung kann das Garmin Nüvi 3790T mehrere Vorteile ausspielen: Die hohe Auflösung von 800 x 480 Bildpunkten macht die Displaydarstellung zum Vergnügen, der kapazitive und Multitouch-fähige Bildschirm nimmt flüssig und verzögerungsfrei Befehle an. Das Bedienen macht richtig Spaß, was durch Animationen und die aufgeräumte Menüoberfläche noch erleichtert wird. Die erste Assoziation mit Apples iPhone trifft auch hier zu - das Spielerische stellt sich schon nach dem ersten Einschalten ein, die Menüs nach Funktionen zu durchsuchen, ist ein Vergnügen. Die Sprachsteuerung wird beim Garmin Nüvi 3790T durch das Aussprechen eines Schlüsselwortes aktiviert - man bekommt dann die möglichen Befehle angezeigt. Die Erkennung ist gut aber nicht ganz perfekt.

Die Zielführung

Die Rechengeschwindigkeit kann sich sehen lassen. Einmal unterwegs, betört das Garmin mit seiner hochauflösenden Darstellung ein ums andere Mal - es verfügt über ein angenehm zu betrachtendes Höhenmodell, fein gestaltete Icons und eine flüssige Animation. Dazu kann man das Gerät hochkant drehen und hat so wie auf einem Navigations-Handy sehr viel Übersicht in Fahrtrichtung. Das ist so praktisch, dass man sich wundert, warum kein Hersteller eher auf die Idee gekommen ist. In der Stadt wird die Kartendarstellung um eine Gebäudesimulation erweitert, die schick aussieht und dank stets passender Perspektive bei der Orientierung hilft, weil die Route nie verdeckt wird. Auch wenn die Darstellung von Sonderzielen fehlt, hat Garmin hier alles richtig gemacht. Das Garmin Nüvi 3790T führt dank Zusatzlautsprecher in der Halterung und klarer Text-to-Speech-Ansagen sicher, lässt jedoch das letzte Quäntchen Präzision vermissen.

Die Routen

Bei den Algorithmen zur Routenberechnung rechnet das Garmin Nüvi 3790T nicht mehr statisch mit den im Kartenmaterial vorhandenen Daten, sondern ziehen tageszeitabhängige Verkehrsfluss-Informationen zu Rate. Bei Garmin läuft die Funktion unter dem Oberbegriff "nüRoute" und heißt "trafficTrends" und "myTrends". Im Praxistest wählte das Garmin gerne auch mal eine Strecke über Landstraße, fuhr aber in der Stadt minimal umständlich. Bei der dynamischen Zielführung konnte das Garmin Nüvi 3790T überzeigen - auch weil das Premium TMC hier sehr gut umgesetzt ist.

Fazit

Das Garmin Nüvi 3790T gehört zum Besten, was derzeit auf dem Markt ist. Hardware und Screendesign beeindrucken. Es funktioniert im Alltag hervorragend und macht schlicht Spaß - und verdient somit zu Recht das Prädikat "sehr gut". 

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