Testbericht

Garmin zümo 500 Deluxe

Das Garmin zümo 500 Deluxe verkündet mit jedem Quadratzentimeter seiner Gehäusefläche: "Ich bin für den harten Einsatz gemacht!" Absolut wasserdicht, stossfest, griffig - die optimalen Voraussetzungen für den Betrieb auf dem motorisierten Zweirad.

  1. Garmin zümo 500 Deluxe
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Garmin zümo 500 Deluxe

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Garmin zümo 500 Deluxe

Pro

  • absolut wasserdicht, stossfest, griffig
  • Display stets gut ablesbar

Contra

  • Sprachansagen oft etwas früh

Fazit

Trotz sehr guter Handhabung im Preis-Leistungs-Verhältnis mangelhaft.
77,2%

Die Sorge, dass einem das Garmin unterwegs vom Bike fliegen könnte, kommt gar nicht erst auf: Die Halterung stammt von RAM-Mounts und ist genauso stabil, wie sich der Name anhört. Trotzdem ist der Halter schnell montiert; eine Saugnapfhalterung mit integriertem Lautsprecher für das Auto liegt ebenfalls bei. Auf dem Motorrad funktioniert die Sprachausgabe über Bluetooth-Headset - das nicht im Paket enthalten ist, was man angesichts des stolzen Preis von 699 Euro und der Bezeichnung "Deluxe" schon hätte erwarten können. Grundsätzlich ist das System aber kompatibel mit fast allen Headsets und Helmen mit integrierter Freisprecheinrichtung.

Zieleingabe

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Spezialtastatur: Damit die Zieleingabe auch mit Handschuhen klappt, bietet das Zümo eine Auswahl von jeweils fünf Buchstaben, die dann einzeln großflächig angezeigt werden.

Motorradhandschuhfreundlich zeigt sich die Bedienung des Zümo: Über vier gummierte Hardkeys an der linken Seite kann man die Zoomstufe, die Lautstärke oder die Helligkeit einstellen, die Ansicht wechseln oder den Musikplayer aufrufen. Die Menüdarstellung wurde ebenfalls an behandschuhte Gliedmaßen angepasst. Sämtliche Schaltflächen sind ausreichend groß, die Untermenüpunkte verzichten auf Grafiken und setzen lieber auf sehr gut ablesbar beschriftete Buttons. Besonders clever haben die Garmin-Entwickler die Zieleingabe gelöst: In einer separaten Leiste kann man die Buchstaben in Fünfergruppen auswählen - die jeweiligen fünf Buchstaben werden dann sehr großflächig im oberen Bildschirmteil angezeigt und können bequem angetippt werden. In der Praxis bewährt sich das System, auch wenn man bei der Zieleingabe ein paar Mal mehr auf den Bildschirm tippen muss als bei einer konventionellen Tastatur.

Routenplanung ist gut gelöst

POIs

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Praktisch: Sonderziele kann man direkt über das Navi anrufen, sofern ein Headset und ein Handy damit verbunden sind. Eine Reservierung beim Lieblingsrestaurant von unterwegs aus ist damit kein Problem.

Alles andere als eine Alibilösung ist die integrierte Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Mit ihr kann man auf das Telefonbuch des Handys zugreifen oder per Spachwahl einen Eintrag anrufen. Telefonnummern gibt man nach dem gleichen Prinzip wie Navigationsziele ein - über große Buttons in Fünfergruppen.  Die Sprachqualität ist abhängig vom verwendeten Headset und den Umgebungsgeräuschen, die auf dem Motorrad etwas lauter sind als im Auto. Mit dem Fahrzeug-Kit ist zwar die Stimme des Anrufers gut zu hören, bei der Gegenseite kommt der Fahrer allerdings etwas leise an. Die für Motorradtouren so wichtige Routenplanung ist sauber gelöst: Mit der beiliegenden Software MapSource kann man am PC beliebig viele Wegpunkte auf der Karte abstecken und das Ganze als Route über den USB-Anschluss auf den Zümo exportieren. Europaweites Kartenmaterial liegt auf DVD bei, Zusatzkarten und Sonderziele (POIs) wandern per SD-Card ins Navi. Letztere werden leider nicht in der Navigationsansicht angezeigt, warten im Menü aber mit Informationen wie Straße, Hausnummer und Telefonnummer auf - wer ein Hotel buchen will, kann direkt anrufen.

Schneller Rechner, aber manchmal nicht optimale Sprachansagen

Hauptmenü

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Easy: Das Hauptmenü besitzt gerade mal fünf Buttons - sofern das Handy verbunden ist. Die Flächen für Zieleingabe und Karte sind groß genug für drei behandschuhte Finger.

Wirklich gut gefiel im Test die Reaktionsschnelligkeit: Auf alle Eingaben folgte prompt Reaktion, egal ob im Menü oder bei der Zieleingabe. Diesen Turbo spielte das Garmin auch bei der Routenberechnung aus: Für die Strecke Stuttgart-Hamburg brauchte es nur acht Sekunden. Routen zu näheren Zielen stehen meist schon nach drei bis vier Sekunden zur Verfügung. Die Routenneuberechnung ist ebenfalls recht flink. Doch genug der Theorie, jetzt geht's an Eingemachte: Auf der Teststrecke musste das Zümo seine Qualitäten auf dem Motorrad beweisen. Hier zeigte sich, dass das Display etwas weniger empfindlich auf Umgebungshelligkeit reagiert als der TomTom Rider. Es bleibt stets gut ablesbar. Gegen direkten prallen Sonneneinfall hat aber auch das Garmin keine Chance - in dem Fall muss man sich auf die Dame oder den Herrn im Ohr verlassen können. Und hier zeigt das Garmin ein Manko: Grundsätzlich sind die Sprachansagen ausreichend ausformuliert, allerdings kommen sie oft etwas früh, was bei schnell hintereinander folgenden Abbiegungen zu Verwirrung führen kann.

Die Strecke zum Ziel wählt das Zümo sehr sinnvoll aus. Es lotste den Tester in der Stadt nie auf Schleichwege oder durch verkehrsberuhigte Zonen, sondern führte stets auf Hauptstraßen. Die Kartendarstellung mag verwöhnten Auto-Navigatoren wenig filigran erscheinen - auf ruppiger Straße oder bei ebensolcher Fahrweise mit dem Bike sind die breiten Linien aber einfach besser zu erkennen als dünne und kontrastarme Pixelsträßchen. Das Garmin ist also eine robuste und zuverlässige Motorradnavi - ein Headset im Lieferumfang und besser getimte Sprachansagen sowie eine Handy-Onlineanbindung für Zusatzfunktionen wären das i-Tüpfelchen gewesen.

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