Gerätebasis

bFly-audio BaseTwo Pro & BaseTwo Pro XL im Test

Eine Gerätebasis soll unliebsame Schwingungen und Vibrationen während der Musikwiedergabe reduzieren. Unser Test verrät, ob sich die Anschaffung der bFly-audio-Basen BaseTwo Pro & BaseTwo Pro XL lohnt.

bFly BaseTwo Pro & Base Two Pro XL

© bFly-audio

bFly BaseTwo Pro & Base Two Pro XL

Pro

  • verstellbare Absorber-Füße
  • Aluminium- Oberfläche
  • Verarbeitungsqualität
  • spürbare Reduktion von Vibrationen

Contra

Wenn man es ganz genau nimmt, repräsentiert die Gattung der sogenannten Gerätebasen eine Wissenschaft für sich. Während sich zahlreiche audiophile Zeitgenossen mit den Folgen von Schwingungen, Vibrationen, Resonanzen und den daraus resultierenden Folgen für die Musikwiedergabe auseinandersetzen, winken andere mit dem Hinweis auf Erbsenzählerei lässig ab.

Fakt ist jedoch, dass sich auch die HiFi-Industrie mit dieser Thematik seit ewigen Zeiten auseinandersetzt. So ist die Aventage-Serie des japanischen Herstellers Yamaha mit ihrer Anti Resonance Technology (A.R.T) ein leuchtendes Beispiel dafür, wie sehr sich die Hersteller mit der Thematik von unliebsamen Schwingungen und Vibrationen befassen.

Gerätebasen, wie die hier getesteten bFly-Basen BaseTwo Pro und BaseTwo Pro XL, wurden eigens konstruiert, um unliebsame Vibrationen oder Schwingungen von den darauf befindlichen Geräten mittels Entkopplung fernzuhalten. Der aus Augsburg stammende Spezialist bFly-audio hat mit den Gerätebasen BaseOne und BaseTwo, deren XL-Ablegern, sowie weiteren Absorberprodukten, ein breites Repertoire in Sachen maßgeschneiderte Entkopplung in der Hinterhand.

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Reinhold Schäffer, Mastermind von bFly-audio, beschäftigt sich seit über einer Dekade mit diesem Thema. Er greift also auf ein großes Maß an Erfahrung zurück, wie der ungeliebten Mikrofonie begegnet werden kann.

BaseTwo Gerätebase

© bFly-audio

Die BaseTwo-Gerätebasis gibt es auch mit Naturverkleidung.

Schall und Mikrofonie

Generell wird als Mikrofonie der Effekt bezeichnet, bei dem elektronische Bauteile durch Körperschall oder Luftschall in Schwingung versetzt werden und dies mit einer Veränderung ihrer elektrischen Parameter quittieren. Speziell Plattenspieler mit ihrem filigranen Nadel-System oder Röhrenverstärker mit ihren empfindlichen Elektronenröhren, reagieren unter Umständen recht deutlich auf unliebsame mechanische Anregung. Ebenso auch auf Anregung über Raumschallanteile.

Doch es geht weiter - auch Kondensatoren, Übertrager und Spulen reagieren auf störende Beeinflussung. Also heißt es entweder die Baugruppen speziell "dämpfen" oder eine Abkopplung von der mechanischen Anregung (Schwingungsenergie) erreichen. Oder am besten beides gleichzeitig.

Körperschall, der sich in Form von unliebsamen Schwingungen - von den Lautsprechern verursacht - seinen Weg durch den Boden an die Komponenten bahnt, hat die Eigenschaft sich in Geräten wie z.B. Plattenspieler, CD-Player oder Verstärker unkontrolliert auszubreiten.

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Diese, durch die Beschaffenheit des Bodens abgeschwächte (z.B bei einem Beton-Boden) oder verstärkte (schwimmend verlegtes Laminat / Parkett) schwingungsbasierte Schallausbreitung innerhalb empfindlicher Baugruppen, kann durchaus für nervösen und unruhigen Klang verantwortlich sein. Deshalb kann eine durchdachte Entkopplung und damit einhergehende Ruhigstellung der Komponenten ein durchaus folgerichtiger Schritt sein. Schallanteile, die sich ihren Weg über die Luft an die Komponenten bahnen, sind ein weiterer Störenfried. Hierbei wirkt die Schallausbreitung des Lautsprechers von außen auf die Komponenten ein und erzeugt ebenfalls eine unwillkommene Unruhe.

Gerätebasis bFly-audio BaseTwo Pro

Der Augsburger Hersteller bFly-audio hat sich ausführlich mit den Wirkungen der Mikrofonie befasst und zahlreiche Produkte entworfen, die hier Abhilfe mittels Entkopplung schaffen sollen. Für unseren Test fanden die Gerätebasen BaseTwo Pro, sowie deren XL-Version Einzug in die Redaktion.

bFly-audio Gerätebasen

  • BaseTwo Basic: 278 Euro
  • BaseTwo Pro: 308 Euro
  • BaseTwo Pro XL: 448 Euro
  • BaseOne Basic: 158 Euro
  • BaseOne PRO: 188 Euro
  • BaseOne PRO XL: 288 Euro

Die Basen bestehen aus jeweils einer 30 mm starken Multiplexplatte und in der Höhe verstellbaren Absorber-Füßen, die hier in der Pro-Ausführung mitgeliefert wurden. Die Absorber werden, so gibt Entwickler Reinhold Schäffer zu verstehen, nach dem Multi Layer Adjustment Verfahren entworfen, d.h. mit einer Schichtung unterschiedlicher Materialien. Diese Vorgehensweise hat zum Ziel, dass jede Schicht andere Frequenzspektren absorbiert und deren Wirkung sich alsdann entsprechend addiert.

Je nach dem, ob ein leichtes oder doch schwereres Gerät Verwendung findet, lässt sich eine Anpassung (Adjustment) durch verschiedene Versionen des Absorbers realisieren. Die Absorber-Füße stehen in einer normalen und in einer Pro-Ausführung zur Verfügung. Die Pro-Variante verfügt über einen zusätzlichen, das Absorbermaterial eng umfassenden Aluminiumring auf der Unterseite, der Horizontalschwingungen reduzieren soll.

Gegenüber der BaseOne verfügt die BaseTwo über eine zusätzliche Oberfläche aus eloxiertem Aluminium. Eine spiralförmig angebrachte Polymer-Verklebung zwischen der Aluminiumplatte und dem Multiplex, reduziert die aufliegende Fläche und soll ebenfalls über absorbierende Eigenschaften verfügen. Und auch der Aluminiumplatte spricht bFly isolierende Eigenschaften zu.

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Die Basen und ihre Einzelteile werden ausschließlich in Deutschland gefertigt und dies vorwiegend in Zulieferbetrieben rund um Augsburg. Endmontage und Qualitätskontrolle erfolgen dann direkt beim Hersteller. Die unterschiedlich großen Basen weisen eine aufwendig aufs Detail konzentrierte Verarbeitungsqualität auf und beeindrucken durch ihr hohes Gewicht. Der Hersteller verzichtete bewusst auf deutlich aufwändigere Entwicklungen, die Füllungen aus Sand oder Bleischrott beinhalten. Denn der in diese Richtung betriebene Aufwand brachte laut bFly-audio einen nur verhältnismäßig geringen Erfolg und hätte unausweichlich zu kaum mehr erschwinglichen Preisen der Basen geführt.

Absorbertest mit Subwoofer

Dass das Fernhalten von unliebsamen und störenden Einflüssen bei Plattenspielern, Röhrenverstärkern, und CD-Playern einen positiven Effekt haben kann, wird sicherlich kaum jemand bestreiten wollen. Die Erkenntnis, dass die Gerätebasen hier wirksam agieren können, lieferte zunächst ein kleiner verwegener wie erkenntnisreicher Erstversuch.

Unter dem Schreibtisch sorgt ein Subwoofer für ordentliche musikalische Tiefdruckgebiete, also wurde er flugs auf die kleine BaseTwo Pro gehievt. Die sonst deutlich wahrnehmbaren Vibrationen des Bodens, die vor allem an den Füßen zu spüren waren, erfuhren eine merkliche Reduzierung. Wenn also die Gerätebase sogar einen Subwoofer, der sich per se wie ein ausgewachsener Vibrationsgenerator gebiert, im Zaum halten kann, dann sollte es sicherlich auch genauso gut umgekehrt funktionieren.

Zu diesem Zwecke kamen der MT-34L Röhrenverstärker von Cayin und die BaseTwo Pro auf einem Rack über Dielenboden zum Einsatz. Die ultrapräzisen LS50 von KEF sollten zeigen, ob sich Unterschiede mit den Basen einstellten. Damit auch die große BaseTwo Pro XL sich nicht über Langeweile beklagen konnte, wurde ihr der Rega RP6 überantwortet. Die BaseTwo Pro XL bietet mit ihren großzügigen Maßen von 56 x 46 cm ordentlich Platz - auch für richtig ausladende Laufwerke.

Hörtest

Sufjan Stevens komplexe wie mehrschichtige Bombastkompositionen aus dem The Age of Adz-Album erschienen sowohl in FLAC als auch auf Vinyl mehr als komplex genug, um für den anschließenden Hörtest in Anspruch genommen werden zu können. Nachdem sich der Röhrenamp einen ganzen Tag lang warmspielen durfte, machte das gleichnamige Stück aus Sufjan Stevens Album den Anfang.

Und oha: gelassener und feinfühliger zeigte sich die Darbietung immer dann, wenn der Röhrenamp auf der Base residierte. So fügte sich der Einsatz der wild umher zirkulierenden Instrumentierung mit stabilerer, konzentrierter geführter Hand ein. Frei von unentschlossener Nervosität. Ein tiefes Eindringen in die musikalischen Zwischenebenen schien wie vollkommen selbstverständlich möglich. Ähnlich frei und unbeschwert tönte es auch bei dem Stück "Song For Her", von Manu Katche (Playground). Konturen wurden deutlicher, der subtile Dialog von Klavier und Schlagzeug gewann an Natürlichkeit und Offenheit.

Das gleiche Bild, jedoch deutlicher umrissen, zeichnete sich auch beim Hörtest mit der BaseTwo XL und dem Plattenspieler ab. Feinzeichnung und Abbildungsruhe hoben sich bei Verwendung der Base ab und lieferten das insgesamt ausgewogenere Hörerlebnis. Bei klassischen Stücken wie z.B. Anton Dvoraks "Serenade für Streichorchester E-dur op.22" (Uraufgeführt 1876 durch die Prager Philharmonie), drängte sich erneut das Gefühl auf, die Musik losgelöster und mit feineren Verästelungen erleben zu können. Der musikalische Fluss des Orchesters wirkte stimmiger, eine Spur dynamischer, während die Darbietung insgesamt mit galanter Weiträumigkeit überzeugte.

Bei Edgar Knechts "Lilofee" (Dance On Deep Waters) wirkten die Klavieranschläge körperhafter und schärfer umrissen. Bassläufe legten eine vorher vorhandene Eindickung ab und gewannen an Tempo, Dynamik und Plastizität. Das Stück wurde in Verbindung mit der Base flüssiger und differenzierter vorgetragen.

Fazit

Bei HighEnd-Zubehör bewegt sich der geneigte Audiophile oft auf einem schmalen Grat. Gerätebasen können durchaus einen hörbaren Unterschied in einer bestehenden Anlagenkette bewirken, der je nach Aufstellungsposition (und -situation) der Anlage, den Gerätschaften an sich oder weiterer Einflüsse eines Raumes mal größer und mal kleiner ausfallen kann. Letztlich bleibt es der subjektiven Betrachtung des Musikliebhabers überlassen, ob sich eine Base lohnt. In den meisten Fällen heißt es einfach -  ausprobieren!

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