Testbericht

Gigaset SL400A

Diamonds are a girl's best friend" - diese Weisheit soll nun auch für Männer gelten. Zumindest, wenn es sich um das brandneue Edel-Telefon Gigaset SL400A handelt. Das Luxus-DECT trug beim Entwicklungsprozess den Codenamen "Diamond" und dürfte nach den gängigen Klischees die Weiblichkeit mit äußeren Reizen und die Männer mit praller Technik begeistern. Oder umgekehrt.

  1. Gigaset SL400A
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Gigaset SL400A

© Archiv

Gigaset SL400A
Jetzt kaufen
EUR 125,00

Pro

  • hohe Verarbeitungsqualität
  • Bluetooth und USB
  • umfangreiches Adressbuch
  • Strahlenreduktion

Contra

  • kein Schnäppchen
85,4%

Wie bei Autobauer Mercedes kennzeichnet bei DECT-Hersteller Gigaset Communications, der aus der ehemaligen Siemens-Telefonsparte hervorgegangen ist, das SL im Produktnamen die Luxusausführung - was sich nicht zuletzt am Preis von rund 170 Euro zeigt. Dafür bekommt der Käufer schon rein haptisch einiges geboten: Der Rahmen des Telefons besteht aus massivem Metall, sogar die Tasten sind galvanisiert und damit metallisch. Das verleiht dem Mobilteil nicht nur einen edlen Touch, sondern auch ein wertiges Gewicht von 116 Gramm.

Gigaset SL400A: Qualität auf hohem Niveau

Die Experten werden sich jetzt fragen, wie das Mobilteil Kontakt zur Basis aufnimmt, denn Metall schirmt ja bekanntlich Funkwellen ab. Für die Lösung dieses Problems hat Gigaset viel Ingenieurskunst investiert und eine Dualband-Rahmenantenne entwickelt - das Gerät nutzt also den Metallrahmen als Antenne. Und das nicht nur für DECT, sondern auch für den Kurzstreckenfunk Bluetooth, der das Mobilteil mit Headsets oder dem PC zur Adressbuchsynchronisation verbindet; doch dazu später mehr.

Gigaset SL400A

© Hersteller

Die Tasenbeleuchtung wurde mit gleichmäßig strahlender Leuchtfolie realisiert.

Auch die Tastatur ist mit hohem Aufwand gefertigt: Da die Hintergrundbeleuchtung absolut gleichmäßig sein sollte, schieden die sonst üblichen LEDs aus. Stattdessen entschloss man sich in den Entwicklungslabors in München, eine Leuchtfolie unter die Drücker zu legen. Die einzelnen Tasten sind übrigens so passgenau ins Gehäuse eingesetzt und arbeiten mit einem derart präzisen Druckpunkt, wie wir das noch bei keinem DECT-Telefon gesehen haben. Das ist Qualität auf ganz hohem Niveau.

Wer jetzt meint, die Tasten wären bei dem Mobilteil im Miniformat mit gerade mal zwölf Zentimetern Länge, 4,5 Zentimetern Breite und nicht einmal zwei Zentimeter Tiefe ebenfalls eingedampft, der irrt. Die Tasten sind sogar deutlich größer als bei den meisten Konkurrenten mit deutlich üppigerem Gehäuse. Dasselbe gilt auch für das Display. Damit ist Gigaset SL400A praktisch die Quadratur des Kreises gelungen: Ein kleines Gehäuse ohne Kompromisse bei Tastatur und Display - darauf haben wir lange gewartet.

Gigaset SL400A: Bluetooth und USB

Nur Zeitgenossen, die das Telefon gerne zwischen Kopf und Schulter klemmen, bekommen Probleme. Aber zum freihändigen Plaudern gibt's ja neben erwähnter Bluetooth-Schnittstelle auch noch eine exzellente Vollduplex-Freisprecheinrichtung sowie die Möglichkeit, ein kabelgebundenes Headset anzuschließen. Dazu bedarf es allerdings eines Adapters, der bei Gigaset zugekauft werden muss und die USB-Schnittstelle auf der Unterseite in eine 2,5-mm-Klinkenbuchse umsetzt.

Gigaset SL400A

© Hersteller

Per USB-Anschluss nimmt das SL400A Kontakt zum PC oder Headset auf.

Erwähnte USB-Buchse hat aber noch einen anderen Zweck: Über sie kann man das Mobilteil per USB-Kabel mit dem PC verbinden. Und wer dort seine Kontakte in Outlook verwaltet, kann mithilfe der kostenlos bei Gigaset herunterladbaren QuickSync-Software seine kompletten Kontaktdaten ins Telefonbuch des Mobilteils beamen - die lästigen Tipporgien bei der Ersteinrichtung entfallen damit.

Aber über USB und die Software geht noch mehr, denn das SL400A ist updatefähig. Gigaset kann dem Gerät also per Firmwareupdate neue Funktionen beibringen. Ist es so weit, informiert die Software den Kunden. Der schließt das Gerät per USB-Kabel am Rechner an und mit einem Mausklick startet das Update - fertig.

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Auch kann man mit Kabel und Software eigene Klingeltöne aufs Mobilteil laden; als Quelle dienen die eigenen MP3-Dateien. Auch Anruferbilder kann man im Mobilteil hinterlegen. Wer also ein Bild von Onkel Fritz abspeichert, sieht künftig schon beim Klingeln, dass selbiger anruft.

Im Mobilteil steht für Sound- und Bilddateien ein gemeinsamer Speicher zur Verfügung - der ist mit den 23 Klingeltönen und zahlreichen Hintergrundbildern ab Auslieferung schon gut gefüllt. Man kann nicht genutzte Klingeltöne und Bilder aber löschen und damit mehr Platz schaffen. Demnächst will Gigaset die eigenen Klingeltöne und Bilder auch zum Download anbieten - so kann der Kunde nachträglich wieder die originalen Töne und Bilder installieren.

Gigaset SL400A: Umfangreiches Adressbuch

Von ganz besonderer Klasse sind auch scheinbare Selbstverständlichkeiten wie das Telefonbuch: Das bietet ganz Outlook-like verschiedene Felder für Vorname und Nachname, für private, geschäftliche sowie mobile Telefonnummern, für E-Mail-Adresse, Geburtstag und für einen eigenen zuweisbaren Rufton sowie ein Hintergrundbild pro Kontakt. Das ist natürlich viel übersichtlicher, als wenn für eine Person drei Einträge (privat, Büro, mobil) erstellt werden müssen.

Gigaset SL400A: Anrufbeantworter im Mobilteil

Ladeschale und Basisstation sind beim Gigaset SL400A getrennt. Da Letztere außer der Paging-Taste zum Auffinden des Mobilteils keine Features bietet, kann man die schwarze Technikkiste getrost im Flur oder hinter dem Schrank verstecken, die optisch ansprechende Ladeschale dagegen prominent platzieren.

Der Anrufbeantworter wird ausschließlich per Mobilteil bedient - was aber dank perfekter Menüsteuerung nach kurzer Eingewöhnung kein Problem ist. Der Rufsammler klingt ordentlich und merkt sich in der höchsten einstellbaren Qualitätsstufe rund 15 Minuten Nachrichten. Wer sich mit geringerer Aufnahmequalität zufrieden gibt, kann die Kapazität auf 45 Minuten hochtreiben. Features wie zwei verschiedene Ansagen oder Fernabfrage sind in der Preisklasse selbstverständlich.

Gigaset SL400A: Strahlenreduktion nach Maß

Bei Gigaset bereits seit einigen Generationen selbstverständlich sind Technologien zur Minimierung von Stromverbrauch und Strahlung. So begnügt sich das SL400A im connect-Nutzungsmix (Laden, Telefonieren, Standby) mit zwei Watt. Obendrein spielt es die komplette derzeit verfügbare Klaviatur von Strahlungsreduktionstechniken.

Stellt man im Menü die dynamische Regulierung der Sendeleistung ein, reduziert das Mobilteil seine Funkleistung, wenn man sich beim Plaudern im Umkreis von einigen Metern um die Basis aufhält. Die permanente Reduktion der Sendeleistung der Basis reduziert dagegen die Stärke des Basisfunks sowohl im Standby-Modus als auch im Betrieb um circa 70 Prozent - die Reichweite sinkt damit natürlich auch; für die meisten Wohnungen reicht es aber immer noch.

Ebenfalls schaltbar und mit der Sendeleistungsreduktion kombinierbar ist der Voll-Eco-Mode: Er unterbindet das permanente Funken der Basis im Standby-Modus - was allerdings zulasten der Akkulaufzeit des Mobilteils geht. Die wurde, genau wie die umfangreichen Akustikmessungen, wie immer von unserem verlagseigenen Labor Testfactory ermittelt: Im Standby-Betrieb mit Voll-Eco-Mode hielt das Gigaset SL400A knapp fünf Tage, bei deaktiviertem Voll-Eco-Mode rund neun Tage durch. Die Gesprächszeit von weit über 16 Stunden wird auch den schlimmsten Plaudertaschen reichen. Lob gibt's auch für ausgewogenen Klang sowohl in Sende- als auch in Empfangsrichtung.

Fazit: teuer, aber gut

Ein Schnäppchen ist das Gigaset SL400A mit rund 170 Euro nicht - dafür trifft die alte Weisheit "Qualität hat ihren Preis" hier ins Schwarze. Fertigung, Design, Haptik, Technik und Verarbeitung suchen ihresgleichen und heben den "Diamanten" auf ein noch nie dagewesenes Niveau - damit führt das Gigaset SL400A die connect-Bestenliste souverän an.

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