Navigations-App

Google Maps im Test - Massiv verbessert

Google hat seine Navigations-App Google Maps massiv verbessert. Die App zeigt jetzt im Test dynamische Stauinformationen und Verbindungen mit dem öffentlichen Nahverkehr.

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Google Maps in der neuen Version 8.0.0 bringt einige neue Funktionen. Google ergänzt die App um dynamische Stauinformationen und integriert den öffentlichen Nahverkehr. Als Google 2005 mit seinem schlicht "Maps" genannten Kartendienst an den Start ging war an solche Features noch nicht zu denken. Damals war es noch gang und gäbe, sich vor Fahrtantritt von Routenplanern im Internet seine Strecke berechnen und ausdrucken zu lassen.

Mobile Navis standen ganz am Anfang ihrer Karriere, und die ersten Feature-Phones zeichneten die Straßenverläufe im zittrigen, grobpixeligen Spaghetti-Look mehr schlecht als recht auf ihre Minidisplays. Da war der Google-Dienst schon eine andere Hausnummer: flüssig zoom- und scrollbar, weltweit kostenlos und damals erstmalig auch mit Satellitenbildern. Auf dem PC wurde Google schnell Marktführer unter den Online-Kartendiensten, reihum verschwanden die Konkurrenten nach und nach von der Bildfläche.Integration des öffentlichen Nahverkehrs.

Schritt für Schritt verbessert

Auf dem Smartphone tat sich Google indes schwerer. Zwar war das erste iPhone mit integrierter Maps-App ebenfalls ein Meilenstein in Sachen Optik und Bedienung, doch die etablierten Navigations-Apps von Navigon, Tomtom und Co feierten davon unbehelligt große Verkaufserfolge. Als Google 2010 eine kostenlose Navi-Funktion in seine App packte, erzitterte die Branche zwar, doch auch dieser Schachzug änderte zunächst nichts am Erfolg der bekannten Lotsen-Apps.

Googles Navigation funktionierte zwar grundsätzlich, doch wer eine ernsthafte Lösung auf dem Smartphone wollte, der kam um eine der genannten Apps nicht herum. Die hatten in Sachen Funktionsumfang die Nase weit vorn - und das schlagende Argument der Offline-Karten auf ihrer Seite, denn Datenflats waren damals ein teures Gut. Jetzt muss sich die Konkurrenz aber wirklich warm anziehen: Google hat Anfang Mai die Version 8.0 (iPhone: Version 3.0) seiner Maps-App vorgestellt, und - obwohl optisch kaum verändert - einen Riesensprung nach vorne gemacht.

Jetzt mit Stauinfos

Das liegt vor allem an der neuen Stauumfahrung: Google Maps zeigte zwar schon bisher die Verkehrslage an, indem Straßen farblich gekennzeichnet wurden - grün für freie Fahrt, gelb für zähflüssigen Verkehr, rot für Stillstand. Doch in die Route hat Google diese Informationen nicht einbezogen, entsprechend gering war der praktische Nutzen.

Staus Umfahren

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Der Google-Staudienst ist voll integriert: Nach der Zieleingabe berechnet Google Maps verschiedene Routen, mit und ohne Staus - und zeigt die…

In der neuen Version richten sich die Wegempfehlungen nun nach der Verkehrslage: Gleich nach der Berechnung schlägt Maps passend zur Verkehrslage mehrere Routen mit ihren Fahrzeiten vor. Unterwegs signalisiert die Anzeige der noch verbleibenden Fahrzeit entsprechend eingefärbt, ob die Straße vor einem frei ist. Noch dazu hat man über eine neue Schaltfläche ständig Zugriff auf mögliche Alternativrouten, die direkt mit Zeitersparnis in die Karte eingeblendet und bei größerer Differenz sogar automatisch vorgeschlagen werden.

Wer bietet die besten Staumelder: Navigations-Apps im Vergleich

Das klappt alles beeindruckend gut: Die einzelnen Routenempfehlungen, Verzögerungsangaben und Ankunftszeiten kamen nahe an die der etablierten Apps heran; Google hat hier ein sehr hohes Niveau erreicht. Einzig die automatischen Vorschläge zu neuen Routen könnten öfters erfolgen, zudem sind die nach dem Verkehrszustand eingefärbten Straßen weiterhin unnütz: Nahezu an jeder roten Ampel malt Google einen Stau in die Karte, obwohl der Verkehr ganz normal fließt. Auch fehlt eine klare Angabe zur aktuellen Verzögerung durch die vor einem liegende Störung.

Mit Bus und Bahn ans Ziel

Doch das sind Kleinigkeiten, die man tolerieren kann - zumal andere Funktionen, wie zum Beispiel die Einbindung des öffentlichen Nahverkehrs, restlos begeistern. Nach der Zieleingabe einfach auf das Bus-Symbol am oberen Bildschirmrand klicken - und schon sucht Google alle möglichen Kombinationen von Bus, Bahn und Fußweg heraus, sogar mit Abfahrtszeiten - sofern man sich in einer der erfassten Städte befindet. Klar, das können andere schon länger - aber so schön umgesetzt und praktisch wie bei Google bietet das keiner. Fehlt nur noch die Möglichkeit, direkt aus der App heraus Tickets zu kaufen - im Testgebiet Stuttgart war dies nicht möglich.

Reisen mit Bus & Bahn

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Auch der öffentliche Nahverkehr wird neuerdings in die Planung bei Google Maps mit einbezogen. Nach der Auswahl des Ziels wechselt man im…

Routen gibt's nur mit Internet

Ein Onlinezugang ist übrigens immer Pflicht: Auch wenn Google die Möglichkeit, Kartenausschnitte auf dem Gerät zu speichern, deutlich vereinfacht hat, funktioniert die Berechnung von Routen nur mit aktiver Internetverbindung. Zudem muss man die Karten spätestens nach 30 Tagen aktualisieren oder erneut herunterladen - gut für die Aktualität, schlecht für denjenigen, der nicht ständig Zugang zu einem WLAN-Netzwerk hat. Die Anzeige der eigenen Position auf der Karte funktioniert jedoch auch ohne Internet - damit ist die kostenlose Fußgänger-Orientierung endlich auch im Ausland möglich.

Karten speichern

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So speichern Sie beliebige Kartenausschnitte und sparen damit Datenvolumen: Die letzten Ziele und die persönliche Such-Historie liegt gut versteckt…

Ziel: Der Standard im Auto

Ansonsten zeichnet die Google-App das aus, was sie von Beginn an attraktiv gemacht hat: die hohe Funktionalität und flüssige Bedienbarkeit. Noch führen die etablierten Navi-Apps verlässlicher, noch ist die dynamische Stauumfahrung bei manchen Konkurrenten etwas besser gelöst. Doch mit der neuen Version platziert sich Google mitten unter den kostenpflichtigen Konkurrenten. Und der Webgigant will noch weiter: Mit der jüngst gegründeten "Open Automotive Alliance" drängt Google auch ins Auto. Die dazu nötige hochwertige Navi-App hat man bereits. Die Arbeit für Datenschützer wird nicht einfacher.

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