Testbericht

Google-Maps-Navigation

Ab jetzt weiß Google auch noch, wo man hinfährt - zumindest, wenn man sich von einem Android-Handy mit der kostenlosen Google-Maps-Navigation ans Ziel führen lässt.

Google-Maps-Navigation

© Google

Google-Maps-Navigation

Und trotzdem dürfte sich die Google-Navigation langfristig ein erkleckliches Stückchen vom Markt erobern, auch wenn die Verbreitung von Android-Smartphones noch nicht so weit fortgeschritten ist.

Jetzt auch in Deutschland

Google-Maps-Navigation

© Oliver Stauch

Die Kartenansicht überzeugt auch im Quermodus.

Den auf Google Maps aufsetzenden Navigations-Dienst hat Google bereits Anfang des Jahres gestartet, jedoch zunächst nur in den USA. Seit Juni ist der Service nun auch in Deutschland nutzbar, die Software kann über den Android Market geladen werden. Über ein eigenes Icon erhält man direkten Zugriff auf die Zieleingabe und kann so mit wenigen Klicks die Navigation starten.

Auch über die herkömmliche Maps-Anwendung kann man durch Auswahl eines Punktes auf der Karte oder einer Routenplanung die Zielführung einleiten - einfacher geht's kaum. Auch der Rest der Anwendung ist Google-typisch sehr reduziert gehalten, die von anderen Navisystemen in Massen gewohnten Einstellmöglichkeiten findet man hier nicht.

Was aber nicht heißt, dass es keine Ausstattung gäbe: Die Routen können auf verschiedene Arten bearbeitet und feinjustiert werden, das System berechnet auch mehrere Routen zur Wahl, neben der Karte kann auch ein Satellitenbild als Hintergrund angezeigt werden - auch im 3-D-Modus. Es gibt eine Wegpunktliste und eine sehr flexible Umkreissuche. Alles Wichtige ist da, dennoch: Steigt man von einer mobilen Navigation auf die Google Maps Navi um, fühlt man sich zunächst beschnitten.

Kernkompetenz: Suchen

Googles Erfahrung beim Suchen und Finden merkt man deutlich bei der Zieleingabe, die aus einer einzigen Eingabezeile besteht. Tippt man eine Adresse ein, wird sie in wenigen Sekunden gefunden, man kann aber auch allgemein nach "Restaurants" oder nach einer speziellen Lokalität mit dem vollen Namen suchen, sofern dieser bekannt ist. Das klappt so wunderbar, dass man die althergebrachte Eingabe nach Stadt-Straße-Hausnummer im Nu vergessen hat - eine schnelle Internet-Anbindung des Handys vorausgesetzt, denn ohne die geht nichts.

Davon profitiert auch die Routenberechnung: Routen quer durch Deutschland hat das Test-Handy HTC Legend schon mal in weniger als zehn Sekunden parat. Ein Datenflat ist übrigens vonnöten - auch bei langen Routen werden zwar nur wenige Megabyte übertragen, doch eine Speicherfunktion wie bei Nokias Ovi Maps gibt es nicht, die Online-Verbindung muss ständig aufrecht erhalten bleiben. Das ist natürlich ein Handicap bei Auslandsfahrten, denn Datenroaming ist nach wie vor teuer.

Flüssig und schnell

Google-Maps-Navigation

© Oliver Stauch

Die Zieleingabe findet neben Adressen auch Sonderziele.

Die Zielführung gelingt der Google-Maps-Navigation dank flüssiger Kartenanzeige übersichtlich, die gekippte 3-D-Darstellung wirkt jedoch auf den ersten Blick etwas ungewohnt. Auch die Satellitenbild-Ansicht wird gekippt, was nett aussieht, aber eher weniger zur Übersicht beiträgt. Dank der klaren Pfeile und der schnellen Kartendrehung ist die optische Zielführung dennoch top. Ein Geschwindigkeits- oder Spurassistent fehlt allerdings (noch).

Die Sprachausgabe wird über ein separat nachzuladendes Tool realisiert, das aber leider alle Inhalte von Abbiegeschildern vorliest, was einfach zu viel des Guten ist. Zusammen mit dem sehr quäkigen Lautsprecher des HTC Legend war die akustische Zielführung damit kein Highlight. Die Routen in der Stadt fielen etwas ungeschickt aus, über Land war dagegen alles okay. Ebenfalls gut: Kommt ein Telefonat, läuft die Navi im Hintergrund weiter.

Gut für gelegentliches Navigieren

Die Google-Maps-Navigation überzeugt mit einfacher Handhabung und ansehnlicher Optik, lässt aber Features vermissen und hat an etlichen Stellen noch Optimierungsbedarf. Ein vollwertiges Navisystem kann sie noch nicht ersetzen - aber das braucht auch nicht jeder. 

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