Testbericht Google Nexus One
- Testbericht
- Datenblatt
- connect
Google Nexus One
- Hersteller
- Wertung
- 375.0 Punkte
- Testverfahren
- 1.0
Kann das sein, und ist Google wirklich schon zu einem Angriff auf Apple bereit? Auffällig ist: Bei Android fährt der Internet-Gigant eine zweigleisige Strategie. Da sind zum einen starke Unterstützer wie das breit aufgestellte koreanische Unternehmen Samsung und der innovative Handyspezialist HTC, die das Betriebssystem populär machen.
Zum anderen zeigt Google zumindest in den USA seit Kurzem selbst, wie ein Android-Smartphone aussehen kann. Nicht unwahrscheinlich, dass es das dort für 530 US-Dollar ohne Vertrag angebotene Google Nexus One war, das Steve Jobs einen Schreck eingejagt hat.
Optische Kampfansage?
Wer iPhone und Google Nexus One nebeneinander legt, kann jedenfalls eine ganze Menge Gemeinsamkeiten entdecken. Das fängt bei den handschmeichlerisch gerundeten Kanten an, welche die je knapp 12 Millimeter hohen Gehäuse einfassen.
Selbst die Displays haben annähernd die gleiche Diagonale, wobei die brillante OLED-Anzeige des Nexus One etwas schmaler und dafür höher ist. Beide sind mit beruhigend solidem Glas abgedeckt und dürfen zudem als ausgesprochen verwindungssteif bezeichnet werden.
In puncto Stil bedienen die beiden Smartphones aber unterschiedliche Geschmäcker. Auf der einen Seite steht das iPhone mit seiner glamourösen Eleganz, die auf glänzendes Metall in ebenso glänzender Kunststoff-Einfassung setzt, aber jeden Fingerabdruck betont. Der Rahmen des Google Nexus One dagegen präsentiert sich in anthrazit-silberfarbenem Mattglanz; darin liegen griffige Kunststoffflächen. Das wirkt zurückhaltender, aber mindestens genauso wertig und scheint besonders gut gegen den Zahn der Zeit zu schützen.
Ein bloßer iPhone-Clone in geänderter stilistischer Aufmachung würde natürlich nur wenig Aufmerksamkeit erregen – es ist das durchdachte Bedienkonzept, das die Android-Smartphones so attraktiv macht. So kommt auch mit dem Google Nexus One praktisch jeder auf Anhieb klar, was bei Android-Neulingen freudige Verblüffung auslöst.
Hinzu kommt, dass man die Oberfläche ganz den eigenen Wünschen anpassen und mit Programm-Icons, Links zu Bildern, Musikstücken, Kontakten und vielem mehr bestücken kann. Rechts und links neben dem Home-Screen sind zudem je zwei weitere Bildschirmflächen durch Schieben erreichbar; sie lassen sich wie die Hauptfläche ganz nach Gusto mit Elementen versehen.
© Foto: Hersteller
Ebenfalls hilfreich: An sämtliche verfügbaren Programme gelangt man über ein Icon unten in der Mitte jedes der fünf Haupt-Screens. Alle wichtigen Benachrichtigungen, etwa über eingegangene SMS oder entgangene Anrufe, lassen sich wiederum durch Herunterziehen der oberen Home-Screen-Leiste erreichen. So gelangen auch Anfänger ohne Kenntnis spezieller Tricks immer auf schnellstem Weg zur nächsten Aktion.
© Foto: Hersteller
So macht das Android-Betriebssystem auf dem Nexus insgesamt einen guten Eindruck: Es ist einfach zu bedienen, lässt sich an individuelle Vorlieben anpassen und macht dabei richtig Spaß. Auch für künftige Funktionen scheint es gut gerüstet zu sein.
Durch und durch Google
© Foto: Hersteller
Zu verschmerzen ist da schon eher, dass auch Office-Programme in der Grundausstattung fehlen – schließlich steht ein reich gefüllter Android-Market bereit, in dem sich so manche hilfreiche App findet. Doch auch das hochkarätige Angebot im mobilen Software-Shop ändert nichts daran, dass die Bluetooth-Funktionalität des Google Nexus One fast ausschließlich auf Telefonie- und Audio-Funktionen abgestimmt ist und wichtige Profile wie OBEX oder SIM-Access fehlen. Damit erreicht die Ausstattung trotz der Stärken beim Display nur ein „befriedigend“.
Kaum Klagen aus dem Labor
Fazit
Damit dürfte Googles Nexus One für so manchen zum Android-Smartphone Nummer eins avancieren. Denn der Konkurrent Motorola Milestone bietet zwar eine echte Tastatur und einiges mehr an Ausdauer und Ausstattung, fällt aber auch größer und schwerer aus. Auch das iPhone liegt bei Ausstattung und Ausdauer vorn. Doch gerade in seiner Paradedisziplin, der Usability, hat Steve Jobs einigen Anlass, das Google Nexus One kritisch zu beobachten.
Alle Daten und Testergebnisse zum Google Nexus One