Android-6-Tablet

Google Pixel C im Test

Pixel C, das erste Google-Tablet ohne Asus, Samsung oder HTC überrascht im Test mit glänzenden Ergebnissen im connect-Labor. Mit Android 6.0 und Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit über USB Typ-C ist es trotz Schwächen in der weiteren Ausstattung eines der technisch aktuellsten Tablets am Markt.

Google Pixel C

© Google

Google Pixel C
EUR 599,00

Pro

  • außergewöhnliches Design, hochwertiger Korpus
  • hochauflösendes, helles Display
  • sehr gute Ausdauer
  • schnelle Datenübertragung
  • Power-Delivery dank USB 3.1 / Typ-C
  • hochklassige Chipsatzgrafik
  • Android 6
  • Magnethaftung an geeigneten Flächen

Contra

  • Speicher nicht erweiterbar
  • kein HDMI-Ausgang
  • keine automatische Helligkeit
  • kein Mobilfunk

Fazit

connect-Urteil: gut (384 von 500 Punkten)
76,8%

Klares, reduziertes Design, hochwertige Materialien, Android 6 Marshmallow in Reinform - das ist Googles neues Tablet, das Pixel C. Es ist die zweite Eigenproduktion ohne Fremdbeauftragung.

Ursprünglich für Entwickler gedacht, lässt Google seit Jahren in enger Zusammenarbeit mit renommierten Herstellern Smartphones und Tablets bauen, die einheitlich unter dem Namen "Nexus" vorrangig über Googles Play Store vertrieben werden. An Software kommt nur Android auf die Geräte - natürlich in der jeweils aktuellsten Version und mit allen Google-Apps, vom Chrome-Browser über den Kalender bis zu den Play-Apps zur Unterhaltung.

Vor ziemlich exakt drei Jahren stellte das US-Unternehmen mit dem Chromebook Pixel sein erstes Eigengewächs vor, das ohne namentliche Unterstützung fremder Hersteller entwickelt wurde. In Deutschland bot Google es jedoch nicht an, sondern vornehmlich in den USA, wo die Notebooks mit Chrome OS einen besseren Start hatten - besonders an Schulen sind die günstigen Laptops inzwischen nicht mehr wegzudenken. Auf dem deutschen Markt feiert das erste Tablet in Eigenregie daher eine Premiere.

Wie schon das Chromebook steckt auch das Tablet Pixel C in einem hochwertigen Gehäuse aus eloxiertem Aluminium. Das "C" im Namen steht für "Convertible" und bedeutet, dass sich das Pixel C als eine Symbiose aus Tablet und kleinem Notebook versteht. Das gilt aber im Grunde nur, wenn man zum ab 499 Euro erhältlichen Tablet, das Google zunächst mal alleine verkauft, auch die zugehörige Tastatur für 169 Euro erwirbt. Tatsächlich handelt es sich hierbei zwar eher um eine Vervollkommnung als um eine Ergänzung. Dennoch muss sich das Pixel C im connect-Test so schlagen, wie es verkauft wird - nämlich solo.

Google Pixel C: App-Übersicht

© Google

Nichts außer Android, und doch nicht mager: Google liefert eine breite Grundausstattung mit. Noch fehlende Utensilien wie einen Dateimanager bekommt man im Play Store.

Sehr gute Messergebnisse im connect Labor

Und das lässt sich zunächst mal ganz hervorragend an: Um seinem Namen gerecht zu werden, glänzt das Pixel C gegenüber anderen hochauflösenden 10-Zöllern mit 512.000 zusätzlichen Pixeln und löst entgegen der verbreiterten Matrix von 2560 x 1600 Pixeln mit 20 Zeilen mehr auf, also mit 2560 x 1800 Bildpunkten. So kommt es bei gleicher Größe auf höhere 310 ppi. Zudem ist das Display mit 483 cd/m² sehr hell und verfügt über ein hervorragendes Kontrastverhältnis. Auch die Audiomessung bestätigt den guten Eindruck aus der Praxis: Das Pixel C ist mit zwei wertigen Lautsprechern ausgestattet, die auch lauter klingen als die vieler anderer Tablets.

Die Laufzeit fällt mit neuneinviertel Stunden ebenfalls sehr gut aus, obwohl der Verbrauch beim Download und reinen Video-Playback hoch ist. Des Rätsels Lösung ist ein 9000 Milliampere starker Akku. Der liefert genügend Saft, um auch mal ein schwächelndes Smartphone aufzutanken. Das ist über den USB-Typ-C-Anschluss und ein passendes Kabel generell möglich, kann aber auch deaktiviert werden, wenn eine reine Datenverbindung gewünscht ist. Eine Vollladung des Tablets dauert über das beiliegende 3-Ampere-Netzteil zweieinhalb bis drei Stunden; um den aktuellen Ladezustand auch im Standby zu erfahren, tippt man einfach die vierteilige Lichtleiste auf der Rückseite an.

Google Pixel C

© Google

Zusammen mit dem Tastatur-Cover kommt das Pixel C auf stolze 920 Gramm.

Hohes Gewicht, wenig Ausstattung

Die Kehrseite der Medaille: Man sieht es ihm nicht an, aber das Pixel C wiegt solo 519 Gramm. Kaum ein anderer Android-10-Zöller wiegt heute noch ein halbes Kilogramm. Im Test wirkt das hohe Gewicht negativ auf die Handhabung, wo sich ebenfalls die fehlende automatische Helligkeitsregulierung niederschlägt. Auch werden eingehende Nachrichten nicht signalisiert, obwohl sich die Lichtleiste auf der Rückseite dafür anböte.

Während dieses Manko durch ein Software-Update behoben werden könnte, bleiben andere Defizite unveränderlich: So verfügt das Pixel C weder über GPS noch kann ein HDMI-Signal nach außen geführt werden. Ein Modell mit mobiler Funklösung wird nicht angeboten. USB Typ C garantiert zwar die aktuell schnellste Datenverbindung von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde; ein Datenkabel wird aber nicht mitgeliefert, weil das Ladekabel fest mit dem Netzteil verbunden ist - ein Nachteil im Übrigen auch für die Mobilität.

Größtes Manko aber ist der bei Google traditionelle Verzicht auf die Verwendung von Speicherkarten. Umso bedeutsamer ist beim Kauf die Investition in die Speichergröße: 499 Euro kostet das Pixel C mit 32 Gigabyte Speicher, 599 Euro die Testgerätekonfiguration mit 64 Gigabyte, von denen etwa 54 Gigabyte frei sind.

Rechenpower von Nvidia

Hin und wieder verhielt sich das Testgerät träge. Nicht im laufenden Spiel oder Video, sondern beim Öffnen oder Wechsel zwischen Apps. Das Pixel C ist damit nicht allein: Hänger bei scheinbar banalen Abläufen sind bei Android-Tablets häufiger zu beobachten, selbst wenn die Hardware an sich gut aufgestellt ist.

Mit 3 Gigabyte Arbeitsspeicher sieht es auch für das Google-Tablet eigentlich gut aus. Der verbaute Chip gehört sogar zur Spitze derer, die in aktuellen Android-Tablets oder auch denen von Apple stecken. Der Tegra X1 mit Maxwell-CPU stellt sich der Herausforderung hochauflösender animierter 3D-Grafiken und -Videos und kommt in Benchmarks besser weg als Apples A8X im iPad Air 2. Wie er sich gegen den jüngsten Qualcomm-Chip Snapdragon 820 schlägt, ist noch offen.

Google Pixel C Rückseite

© Google

Magnete halten das 519 Gramm schwere Display in jedem Winkel fest. Das Scharnier ist stufenlos verstellbar.

Tastatur-Cover: Innovatives Zubehör

Bei 169 Euro sucht man gern mal nach Alternativen, und connect gibt gerne Tipps. In diesem Fall aber gilt die Kaufempfehlung klar dem originalen Zubehör, sofern es die Finanzen erlauben. Das gleichfalls aus Aluminium gefertigte Tastaturcover ist schlichtweg gut durchdacht: Weil es, sobald es schützend auf dem Tablet liegt, automatisch per Induktion geladen wird, muss man sich um seinen Akku kaum Gedanken machen. Ist er doch mal leer, reicht eine Viertelstunde am Tablet, um ihn zu laden.

Die Verwandlung in ein Mini-Notebook ist so einfach wie genial: Man legt das Tablet auf den Rand über der Tastatur und zieht es hoch, fertig. Die Verbindung hält derart fest, dass man die zusammen 920 Gramm schwere Kombi an beliebiger Stelle anpacken und herumtragen kann. Und auf dem Tisch kippt das Display trotz hohem Eigengewicht auch bei Öffnungswinkeln bis 160 Grad nicht hintenüber. Einziges Manko: Die Tasten sind nicht beleuchtet.

Fazit: Auf seine Art besonders

Das gute Testergebnis verdankt das Pixel C trotz Ausstattungsschwächen seinem sehr guten Auftritt im Labor. Eine Auszeichnung verdient neben dem ungewöhnlichen Design vor allem die pfiffige Technik in Kombination mit der optionalen Tastatur. Für diese Verbindung sitzen im Rücken des Tablets vier starke Magnete, die es fest mit der Tastatur zusammenhalten: Als kleines Notebook oder um mit der Tastatur das Display zu schützen, oder auch, um sie im Tablet-Betrieb auf dessen Rückseite zu fixieren. Auch ohne die Tastatur kann man von den Magneten profitieren: Denn durch sie haftet das Tablet etwa an Kühlschranktüren und anderen ebenen magnetischen Flächen wie festgeklebt.

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