Google-Smartphone

Google Pixel XL im Test

Mit dem Pixel XL beerdigt Google die Nexus-Serie und geht einen neuen Weg, Premium statt günstig lautet nun die Devise. Aber die Frage ist: Kann Google überhaupt teuer? Wir haben das Pixel XL ins Testlab gesteckt.​

Google Pixel XL

© Google

Es gehört Mut dazu, eine Glasplatte auf das obere Drittel einer ansonsten glatten Smartphone- Rückseite zu kleben. Das unverwechselbare Design macht das Pixel XL zum Blickfänger.​

EUR 990,00

Pro

  • Haptik und Verarbeitung top
  • eigenständiges und unverwechselbares Design
  • brillantes OLED-Display mit QHD-Auflösung
  • Kamera mit sehr guter Bildqualität
  • einzigartiges Android-System mit vielen Extras und Update-Garantie
  • lange Akkulaufzeit

Contra

  • Gehäuse nicht wasserdicht
  • Speichererweiterung per Micro-SD nicht möglich
  • enttäuschende Funkeigenschaften
  • hoher Preis

Fazit

connect-Urteil: gut (384 von 500 Punkten)
76,8%

Die Nexus-Modelle hat Google immer in Zusammenarbeit mit bekannten Smartphone-Herstellern produziert, die prominentesten Namen sind HTC, Huawei, LG und Samsung. Die neuen Modelle Pixel (5 Zoll) und Pixel XL (5,5 Zoll) sind dagegen hundertprozentige Google-Smartphones, bei denen der Suchmaschinenriese die vollständige Kontrolle über Entwicklung, Produktion und Vertrieb hat. Der Hersteller der Pixel-Geräte, HTC, fungiert als Auftragsfertiger ohne den geringsten Einfluss auf das Endprodukt. Auf Gehäuse und Verpackung ist daher keine Spur von HTC zu entdecken, stattdessen ziert ein dezentes „G“ die Smartphone-Rückseite. 

Auch bei den Preisen bricht Google mit der Hardware-Strategie der letzten Jahre. Während bei der Nexus-Serie immer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund stand, sind die Pixel-Smartphones als Premium-Produkte am iPhone orientiert: Das kleinere Pixel startet bei 759 Euro (32 GB), das größere sogar bei 899 Euro. Der Aufpreis für ein Speicherupgrade ist wie bei Apple saftig: Die 128-GB-Variante kostet jeweils 140 Euro mehr, womit das XL-Modell die 1000-Euro-Schallmauer durchbricht. Interessenten sollten sich vor dem Kauf gründlich überlegen, für welches Modell sie sich entscheiden, denn​ eine nachträgliche Speichererweiterung per Micro-SD ist nicht möglich. Mit Blick auf den Preis ist das ein starkes Stück. Apple kann sich so etwas erlauben, weil die Kunden daran gewöhnt sind, aber Google?​

Als Hersteller von Premium-Smartphones trat das Unternehmen bisher nicht in Erscheinung und im Android-Bereich gibt es viele klangvolle Alternativen, etwa Samsung und Sony. Die Verpackung des Pixel XL macht jedenfalls klar, dass Google es ernst meint mit der Premium-Strategie. Der Karton ist hochwertig gestaltet, die Bedienungsanleitung aufwendig gefaltet und der Inhalt üppig – zumindest auf den ersten Blick. Das Netzteil mit USB-C-Buchse hat eine hohe Ausgangsleistung (18 Watt) und lädt den Akku innerhalb von anderthalb Stunden komplett auf. Google packt neben dem obligatorischen Kabel mit USB C an beiden Enden, das zum Aufladen oder für den Anschluss an moderne Computer oder Smartphones genutzt werden kann, auch ein USB-C-auf-USB-A-Kabel dazu. Ebenfalls mit dabei ist ein Adapter mit USB-A-Buchse, über den sich etwa USB-Sticks mit dem Pixel verbinden lassen. Adapter und Kabel können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass kein Kopfhörer beiliegt.​​

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Das Design ist gewöhnungsbedürftig 

Obwohl beim Smartphone-Design aufgrund der Bauform die Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt sind und im Prinzip alles schon mal ausprobiert wurde, ist Google das Kunststück gelungen, einen eigenständigen Look auf die Beine zu stellen. Ob man den als gelungen ansieht, ist allerdings eine andere Frage. Die Rückseite, die im oberen Drittel mit einer Glasplatte überzogen ist, ist zumindest gewöhnungsbedürftig. 

Unbestritten ist dagegen die hervorragende Haptik: Das Gehäuse besteht aus einer besonders festen Aluminiumlegierung aus einem Guss und vermittelt eine hohe Stabilität. Weil die Seiten stark gerundet sind, liegt das Pixel XL zudem sehr gut in der Hand. Einhändig bedienen kann man den 5,5-Zöller mit Maßen von 155 x 76 Millimetern allerdings nicht. Google lässt wie Apple breite Ränder um das Display – andere Hersteller, etwa Huawei, bekommen das besser hin. 

Die​ Verarbeitung ist tadellos, eine hohe IP-Klasse fehlt dem Pixel XL allerdings; es ist mit IP53 lediglich gegen Spritzwasser geschützt, was ein klarer Nachteil gegenüber der Konkurrenz ist. Die Topmodelle von Apple, Samsung und Sony sind allesamt IP67-zertifiziert und damit gegen zeitweiliges Untertauchen immun. Google bietet das Pixel XL momentan nur in zwei Farbvarianten an: Silber (mit weißer Front) und Anthrazit (mit schwarzer Front).​

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