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HiFiMan HM-802 im Test

Der HiFiMan HM-802 im Vintage-Look mit einfacher Bedienbarkeit. Zusätzlich befindet sich die gesamte Verstärker-Einheit auf einer auswechselbaren Platine.

HM-802, HiFiMAN

© HiFiMAN

HM-802, HiFiMAN

Der HM-802 kokettiert mit seinen Vintage-Look, von dem die Bedienbarkeit durchaus profitiert: Steuerrad und knackige Tasten erfreuen all jene, die mit Touchscreens nicht richtig warm werden. Das auskunftsfreudige Display führt flott durch die Menüs. Nutzt der Große Bruder HM-901 zwei ESS9018, werkeln im HM-802 Wolfson-Chips vom Typ WM 8740, die sonst eher bei stationären Komponenten zum Einsatz kommen. Das gewandelte Signal überreichen die DACs an den integrierten Ausgangsverstärker.

Pro

  • Dynamisch,kerniger und mitreissender Klangkünstler. Vielseitig durch austauschbare Amp-Module.

Contra

  • Recht unfiligran und schwer

Besonderer Clou: Die gesamte Verstärker-Einheit befindet sich auf einer auswechselbaren Platine, wovon es neben der verbauten und einer zweiten mitgelieferten (die des Vorgängers HM-801) noch drei weitere gibt, die aber optional erhältlich sind. Das Standard-Modul wurde für ein möglichst harmonisches Gesamtgefüge mit genügsamen On-Ears um die 30Ω Impedanz optimiert. Freunde hochwertiger und wirkungsgradstarker In-Ears greifen zum IEM-Modul (229 Euro) - verzichten im Vergleich zum Standard-Board zwar auf Leistung, profitieren dafür von noch geringerem Störabstand und höherer Rauscharmut. Für symmetrisch beschaltete und leistungshungrige Kopfhörer steht das Balanced Modul (299 Euro) zur Verfügung, um Lautsprecher direkt anzutreiben das Mini Box Modul (249 Euro).

Man merkt, dass sich HiFiMAN als Hersteller magnetostatischer Kopfhörer viele Gedanken über die unterschiedlichen Leistungsanforderung eines HiRes-Portis gemacht hat. Zusätzlich erweitert wird der Anpassungs-Spielraum durch einen zweistufigen Gain-Schalter an der Seite, dank dem man das satt laufende Volume-Rad stets im idealen Regelbereich bewegen kann.

Kaufberatung: Fünf On-Ear-Kopfhörer im Test

Einen internen Speicher bietet der HiFiMAN nicht - eine Speicherkarte liegt auch nicht bei. Die bekommt man aber je nach Größe bereits für wenige Euro im Laden. Das SD-Karten-Reservoir lässt sich, am Rechner angeschlossen, unkompliziert befüllen - ob mit normalem oder hochaufgelöstem Material (bis zu 24bit/192kHz) oder DSD-Musik (64/128MHz). Blitzschnell sind die Ordnerstrukturen durchforstet, logisch strukturiert und bereit für die audiophile Entdeckungstour.

HM-802, HiFiMAN

© HiFiMAN

Auswechelbar: Mit den drei optional erhältlichen, nicht ganz billigenModulen lässt sich der HM-802 auf die Hörsituation anpassen.

So erklang Damien Jurados "Magic Number" (Brothers&Sisters) bereits als profane MP3-Kost mit anspringendem Charakter und breiter Brust. Schönbergs "Verklärte Nacht" in  CD-Qualität leuchtete der HiFiMAN tief aus, und ließ den Kopfhörer Audez'e LCD-XC reichlich Ausdruck und Dynamik versprühen. Mit feiner Auflösung, vermochte der HM-802 eine gestochen scharfe Differentierung der Instrumente untereinander aber auch in ihrer räumlichen Ortbarkeit - bar jeglicher Schärfe oder Lästigkeit darzustellen.

Mit souveräner Manier nahm er auch den magnetostatischen Kopfhörer in die Pflicht, lieferte bereits mit dem mitgelieferten Amp-Modul ein überzeugende Performance, die sich mit Einsatz des Balanced-Moduls, speziell im Mittenbereich noch etwas steigern ließ. Und auch bei Sufjan Stevens "The Age Of Adz" behielt der HiFiMAN die Übersicht - Blasinstrumente wirkten satt und Lebensecht, mit greifbarer Struktur und beeindruckendem Volumen. Unbändige Spielfreude in "Tuesday Wonderland" vom Esbjörn Svensson Trio (live in Hamburg): Klavier und Bass tönten kraftvoll wie präzise, das Schlagzeug imponierte mit mächtig Drive und Punch.

Hochaufgelöster Klassik (24 bit/192 kHz) rang er feingepudertes Glöckchenausklingen wie markerschütternde Paukenschläge bei enorm breiter und tiefer Bühnendarstellung ab. Michael Jacksons "Thriller" im raren DSD-Format: Die Stimme des King of Pop übertrug der Porti mit mitreßender Energie. Die atmosphärische Stringenz eines AK240 erreichte der HiFiMan zwar nicht, bot aber eine piekfeine erdig-dynamische Spielweise, ob über Kopfhörer oder an der Anlage.

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