Smartphone

Honor 5X im Test

Dass ein preiswertes Smartphone nicht billig aussehen muss, beweist Honor mit dem 5X. Aber nicht nur das Design ist stark, auch die Ausstattung stimmt. Mehr Smartphone für weniger Geld gibt es derzeit nicht.

Honor 5X

© Honor

Ganz viel Aluminium: Das Gehäuse schließt nur oben und unten mit Kunststoffkappen ab, der Rest besteht aus Metall.

EUR 200,99

Pro

  • elegantes Aluminiumgehäuse
  • top Verarbeitung
  • leuchtstarkes Full-HD-Display
  • Fingerabdruck- Sensor
  • Dual-SIM
  • exzellente Funkeigenschaften
  • starke Akkulaufzeit

Contra

  • relativ groß und schwer
  • Android-Version 5 ist nicht mehr ganz frisch

Fazit

Connect Testurteil: sehr gut (431 von 500 Punkten)
86,2%

Wie günstig das Smartphone-Paket ist, das die Huawei-Tochter Honor mit dem 5X schnürt, macht ein Vergleich mit dem BQ Aquaris X5 (Test) deutlich, das mit einem Straßenpreis von 225 Euro praktisch genauso wenig kostet, aber ohne Full-HD-Display kommt und auch nicht in einem Metallgehäuse steckt. Die haptischen Unterschiede sind allerdings kleiner als man zunächst denkt, was auch daran liegt, dass das 5X eben nicht vollständig aus Aluminium besteht, sondern oben und unten mit breiten Kunststoffkappen abschließt.

Auch die Frontseite kann nicht verleugnen, dass sie zu einem 200-Euro-Smartphone gehört: Zum einen spiegelt das Displayglas vergleichsweise stark, zum andern sind die Ränder um den Bildschirm sehr breit - mit 152 x 76 Millimetern ist das Honor für einen 5,5-Zöller recht groß. Zum massigen Eindruck trägt auch die rückseitige Kameralinse bei, die mit mehr als einem Millimeter hervorsteht. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Gehäusequalität zwar sehr gut ist, aber nicht an teurere Huawei-Modelle wie das Mate 8 heranreicht. Das kostet mit einer UVP von 600 Euro allerdings auch fast das Dreifache.

Einzigartige Ausstattung

Das Display überzeugt nicht nur mit der hohen Auflösung - Full HD (1920 x 1080 Pixel) ist ein Novum in dieser Preisklasse -, sondern auch mit einer hohen Leuchtkraft von 537 Candela. Weil der Schwarzwert mit 0,66 Candela recht hoch ausfällt, reicht es zwar nicht für intensive Kontraste, mit Blick auf den Preis ist das Gebotene aber top. Positiv: Im Einstellungsmenü kann man die Farbtemperatur anpassen.

Den Antrieb übernimmt ein Mittelklasse-SoC von Qualcomm, der Snapdragon 616, dessen acht Kerne mit 1,5 GHz takten und von 2 GB RAM unterstützt werden. Die Leistung reicht für eine verzögerungsfreie Bedienung, aber nicht für eine flüssige Darstellung von anspruchsvollen 3D-Spielen. Im Vergleich mit Top-Smartphones dauert es zudem deutlich länger, Apps zu installieren oder zu starten, auch der Wechsel zum Task Manager braucht einen Moment.

Honor 5X Fingerabdruck ID

© Honor

Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite kann viel mehr als nur das Phone entsperren.

Von der 13-Megapixel-Kamera darf man ebenfalls keine Wunderdinge erwarten. Sie ist sehr schnell startbereit und bietet Extras wie Zeitlupe- und Zeitraffervideos, liefert aber allenfalls eine durchschnittliche Bildqualität. Auffällig ist, dass Motive nicht besonders scharf eingefangen werden und dass die Detailtiefe zu wünschen übrig lässt. Bei schlechten Lichtverhältnissen sind die Fotos aufgrund des hohen Rauschanteils kaum noch zu gebrauchen. Was dramatisch klingt, ist letztendlich aber typisch in dieser Preisklasse. Gute Kamera-Smartphones gibt es erst ab 350 Euro, diese Regel bricht auch Huawei mit dem Honor 5X nicht. Das Fehlen von 5-GHz-WLAN ist ebenfalls keine Überraschung.

Trotzdem: Das Ausstattungsniveau ist beeindruckend. Auch der rückseitige Fingerabdrucksensor, der sehr zuverlässig arbeitet, ist in dieser Preisklasse einzigartig.

Software: Nicht mehr ganz frisch

Auf dem Honor 5X läuft keine aktuelle Android-Version, statt 6.0 Marshmallow ist nur 5.1 installiert. Dass ein Update kommt, ist sehr wahrscheinlich, die Frage ist nur, wann. Honor-Geräte wurden bisher nicht besonders fix versorgt, es kann sich also noch bis in die zweite Jahreshälfte ziehen. Gut gefallen hat uns die Benutzeroberfläche EMUI mit ihrem iPhone-ähnlichen Bedienkonzept, das man auch auf den Modellen von Huawei findet. Während das Mate 8 mit Version 4.0 läuft, ist auf dem 5X noch 3.1 installiert - die neue Version dürfte zusammen mit dem Marshmallow-Update auf das 5X kommen. Aber schon 3.1 ist gelungen und enthält viele Extras, die bei Android nicht Standard sind. Huawei implementiert etwa einen Benachrichtigungsmanager, mit dem man definieren kann, wie welche App über Neuigkeiten informiert (Statusleiste, Sperrbildschirm, etc.), und eine umfassende App-Verwaltung, mit der man festlegen kann, ob eine Anwendung im Hintergrund aktiv bleiben darf.

Dual-Sim und Benachrichtigungsmanager

© Screenshot WEKA / Connect

Einfache Verwaltung der SIM-Karten: beide Steckplätze beherrschen LTE- und UMTS (links). Über den Benachrichtigungsmanager kann man regeln, ob und wie eine App Neugkeiten signalisiert (rechts).

Viel Platz für Apps gibt's allerdings nicht: Von dem 16 GB großen Speicher belegt das System bereits die Hälfte, sodass dem Nutzer nur 8 GB bleiben. Zum Glück ist die Aufrüstung mit Micro-SD-Karten möglich, sogar ohne damit die Dual-SIM-Funktionalität einzuschränken, denn das 5X gehört zu den wenigen Phones mit drei vollwertigen Steckplätzen für Nano-SIM, Micro-SIM und Micro-SD. Die Funkeigenschaften sind in allen Netzen hervorragend - Huaweis Knowhow als Netzausrüster macht sich also bezahlt. Auch die Ausdauer ist top, mit einem 3000 mAh starken Akku erreicht das 5X eine Laufzeit von 8:48 Stunden in unserem Nutzungsmix und schafft es damit in die Top 10 der ausdauerndsten Phablets, die wir je gemessen haben. Zwei Tage ohne Steckdose sind mit dem 5X drin.

Fazit: Konkurrenzlos gut

Huawei macht mit dem Honor 5X alles richtig, an dem günstigen Phablet kann man nur kritisieren, dass eine nicht mehr ganz frische Android-Version installiert ist. Dass die Kamera kein Überflieger ist und 5-GHz-WLAN fehlt, ist dem günstigen Preis geschuldet und wird locker wieder wettgemacht vom Aluminiumgehäuse und den darin verpackten technischen Highlights: Ein so scharfes Display und einen Fingerabdrucksensor hat man in dieser Preisklasse bisher nicht gesehen. Hinzu kommen exzellente Funkeigenschaften und eine herausragende Ausdauer. In der connect-Bestenliste springt das Smartphone damit in die Top 10 - das hat bisher noch kein 230-Euro-Gerät geschafft.

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