Testbericht

HP Slate 7 im Test

HP setzt beim Slate 7 auf Google pur und überlässt die Gestaltung dem Benutzer. Die Hardware des Android-Tablet zeigt im Test aber Schwächen.

  1. HP Slate 7 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
HP Slate 7

© HP

HP Slate 7

Pro

  • erstes Tablet mit Beats Audio
  • Kamera: Skype- und Facebook-tauglich

Contra

  • Gratis-Apps nicht vorinstalliert
  • knapper Speicher
48,4%

Der zum Kampfpreis von 149 Euro lancierte 7-Zöller HP Slate 7 setzt auf Android 4.1 Jelly Bean in Reinform - hat im Wesentlichen also nicht mehr und nicht weniger zu bieten als Googles eigene Nexus-Linie. Gegen die Langeweile immer dabei: Play Books, Play Movies und Play Music. Eine Extravaganz gibt's aber doch: Laut HP ist das Slate 7 das erste Tablet mit Beats Audio.

Die Bässe werden bei 65 Hz, die Höhen bei etwa 12 kHz um 4 dB flach angehoben. Deaktiviert man die Klangverbesserung, bleibt die Anhebung trotzdem erhalten. Der Frequenzgang steigt bzw. fällt dann zu den Mitten hin stärker als mit ihr.

Ausstattung: Software nach Gusto

Ebenfalls als Eigenleistung an Bord: Die Software HP ePrint. Wer einen ePrint-fähigen Drucker besitzt, kann ihn über den Chrome-Browser zwar auch ohne spezielles Programm von überall her nutzen, wozu nur einige Schritte bei der Druckerinstallation und die Zuordnung im eigenen Google-Konto nötig sind. Doch mit der HP ePrint-App lässt sich der Cloudservice auch außerhalb des Browsers nutzen, zum Beispiel für ein PDF - einen Viewer gibt es im Google- Apps-Portfolio zunächst nicht.

Von Haus aus bleibt beim Tippen auf ein PDF nur die Wahl zwischen HP ePrint und der Anwendung Print File. Diese Lücke lässt sich freilich mit einer der zahlreichen PDF-Apps aus dem Play Store schnell schließen. Die Option Wi-Fi-Direct to Printer versteht sich auch mit kompatiblen Druckern anderer Hersteller.

HP Slate 7

© HP

Für alle, denen gediegenes Grau zu langweilig ist, gibt's das Slate 7 auch in ansprechendem Rot.

Der Besuch im Play Store empfiehlt sich auch den Anhängern sozialer Netzwerke. Ein bei anderen Herstellern üblicher Social Hub, der Nachrichten aus allen Kanälen sammelt, fehlt dem kleinen Tablet. Google+ ist natürlich an Bord, wer andere Freundeskreise pflegen will, muss die Gratis-Apps für Facebook, Twitter, Skype und Co installieren.

Kamera: Skype- und Facebook-tauglich

Ob Videotalk per Skype oder Google+: Die VGA-Kamera auf der Vorderseite macht's in jedem Fall möglich. Interessant ist, dass zumindest beim Testgerät nur die Frontkamera über verschiedene Belichtungsmodi verfügt, die einen beim Videochat nicht im Dunkeln stehen lassen. Die automatische Belichtung reagiert erfreulich flott, was nicht zuletzt ein Verdienst des schnellen Dual-Core-Prozessors Cortex A9 ist.

Mit mageren 3,4 Megapixeln und entsprechend mauer Bildqualität hat auch die Hauptkamera weniger die Anfertigung von Urlaubsbildern im Fokus als vielmehr die Mitteilung wichtiger Lebensereignisse an die Fangemeinde. Bei so viel sozialer Kompetenz wäre es konsequent gewesen, das Slate 7 gegen Aufpreis auch in einer Version mit Mobilfunk- Modem anzubieten.

Apropos Funkausstattung: GPS und NFC bietet das HP anders als das Nexus 7 nicht. Knapp fällt auch die Speicherausstattung aus: Gerade mal 8 GB bringt das Slate 7 ab Werk mit, immerhin erlaubt ein Micro-SD-Slot die Aufrüstung um bis zu 32 Gigabyte - womit wiederum das in 16- oder 32-GB-Variante erhältliche Nexus 7 nicht dienen kann.

Display: Optische Enttäuschung

Das größte Manko ist aber das Display: Nicht unüblich in dieser Preiskategorie, aber doch ein wenig enttäuschend, ist schon die geringe Auflösung von 600 x 1024 Pixeln. Noch mehr verwundert sind wir aber über das schlechte Kontrastverhältnis: HP setzt ein HFFS-Panel ein. HFFS steht für High-aperture-ratio Field Fringe Switching und soll über ein großes Blickwinkelspektrum gleichbleibend gute Ansichten ermöglichen.

Das geht leider in die Hose: Zwar glänzt das Display mit einer Helligkeit von 370 cd/m². Außergewöhnlich viele kleine Einschlüsse im Bildschirm wirken sich aber verheerend auf das Kontrastverhältnis aus. Es sinkt nicht erst im Außenbereich weit unter den Durchschnitt, sondern bereits in hellen Innenräumen mit 1:93 auf einen äußerst schlechten Wert.

Fazit: Kein überzeugendes Debüt

Der große Wurf ist HP mit seinem ersten Android-Tablet nicht gelungen. Wer das Slate 7 mit dem von Asus gefertigten Google Nexus 7 vergleicht, kommt schon ins Grübeln, ob er nicht lieber etwas mehr investieren will. Wer mit den genannten Einschränkungen leben kann, bekommt für moderates Geld ein brauchbares Tablet.

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