Mittelklasse-Smartphone

HTC Desire 626 im Test

Das Mittelklasse-Smartphone HTC Desire 626 überzeugt mit schickem Design und gutem Empfang. Im Test offenbarte es aber auch Schwächen.

Desire 626

© HTC

HTC Desire 626
EUR 393,74

Pro

  • modernes Design mit flacher Bauform
  • großes IPS-Display
  • umfangreiche Ausstattung
  • etwa 8 GB interner Speicher
  • guter Empfang
  • 5-Megapixel-Frontkamera

Contra

  • durchschnittliche Ausdauer
  • wenig stabiles Gehäuse
  • Hauptkamera mit diversen Schwächen

Fazit

connect Urteil: gut (384 von 500 Punkten)
76,8%

Für den interessierten Nutzer gibt es im hart umkämpften Bereich der Mittelklasse-Smartphones fast im Wochentakt neue Modelle zu entdecken. Fleißig am liefern ist auch der taiwanische Hersteller HTC, der nun mit dem Desire 626 das Nachfolgemodell des beliebten Desire 620 auf den Markt bringt. Ob es den Vorgänger toppen kann?

Cooler Look, windiges Gehäuse

Mit 299 Euro liegt das Desire 626 am oberen Ende der Preisskala dieser Geräteklasse und sollte also auch etwas Besonderes bieten, um sich vom Gros der Mitbewerber abzusetzen. HTC setzt auf die Optik und steckt das Desire 626 in einen poppigen Bi-Color-Look – zumindest dann, wenn man das Gerät in Blau, Rot oder Weiß kauft. Wer es eher zurückhaltend liebt, für den ist das HTC auch in klassischem Schwarz zu haben.

Das ansehnliche Kunststoffgehäuse ist sauber verarbeitet, die matte Rückseite samt Gehäuseumrandung sorgt für ein griffiges und angenehmes Gefühl beim Bedienen. Der Nano-SIM- und der Micro-SD-Speicherkartenslot sind gut zugänglich unter einer Klappe an der Geräteseite untergebracht. Allerdings fallen die Abmessungen recht üppig aus, was nicht zuletzt an den beiden Lautsprechern auf der Vorderseite liegt.

Schwerer wiegt, dass das Smartphone generell wenig stabil gebaut ist. So lässt sich das Desire 626 sehr leicht biegen und sogar in sich verdrehen. Was dies für den Langzeiteinsatz bedeutet, kann man jetzt noch nicht sagen, doch der labile Eindruck lässt nicht viel Gutes erwarten. So ein windiges Gehäuse ist uns in jüngster Vergangenheit jedenfalls nicht untergekommen.

Produktivität

© Weka/ Archiv

Unter „Produktivität“ lassen sich mit Polaris Office-Dokumente anschauen und auch bearbeiten.

Flott und gut ausgestattet

Als Anzeige kommt ein 5 Zoll großes IPS-Display zum Einsatz. Die Auflösung beträgt allerdings lediglich HD-Niveau mit 720 x 1280 Pixeln und besitzt eine Pixeldichte von 294 ppi. Angesichts des Preises hätte dem Desire 626 auch ein Full-HD-Touchscreen gut zu Gesicht gestanden. Dennoch ist die Darstellung der Inhalte gut, die Helligkeit liegt mit 397 cd/m2 ebenfalls im grünen Bereich.

Als technische Basis kommt die bekannte und in dieser Klasse sehr gern eingesetzte Snapdragon-410-Plattform MSM8916 aus dem Hause Qualcomm zum Einsatz. Sie sorgt mit ihrer maximal 1,2 GHz schnellen Quad-Core-CPU für ein recht flottes Bedientempo und bekommt beim Desire 626 in Form von 2 GB Arbeitsspeicher tatkräftige Unterstützung. Für den Nutzer sind etwa 8 GB Speicher zur Befüllung frei. Im Alltag reicht diese Kombination für nahezu alle Anwendungsfälle aus. Erst bei anspruchsvollen Spielen und im Multitasking-Einsatz trüben Ruckler den Genuss und der Chipsatz stößt an seine Grenzen.

In Sachen Connectivity gibt es ebenfalls wenig zu kritisieren. So beherrscht das Desire 626 mit LTE, HSPA+, Bluetooth und NFC alle aktuell relevanten Standards. Lediglich das schnelle ac-WLAN fehlt auf der Ausstattungsliste. Dafür sorgen der gute Musicplayer und ein UKW-Radio mit RDS für Unterhaltung im Alltag, ein einfaches Headset legt HTC mit in den Karton.

Screenshot

© Weka/ Archiv

Das HTC bietet einen Auto-Modus mit großen Symbolen. Die Funktionen kann der Nutzer festlegen.

Kamera mit Problemen im Test

Bei den Kameras fährt HTC mit einer 13-Megapixel-Knipse auf der Rückseite und einer Frontkamera mit 5 Megapixeln richtig schwere Geschütze auf. Auch die Ausstattung der Kameras sowie die Bedienung sind top. Weniger erfreulich ist allerdings die im Test gebotene Fotoqualität der Hauptkamera. Während die Selfie-Knipse ihren Job zur Zufriedenheit erledigt, offenbarte die Hauptkamera Fokusprobleme und Artefakte, die jedoch nur sporadisch auftraten und sich oft auch nicht reproduzieren ließen. Hier schafft hoffentlich bald ein Software-Update Abhilfe.

Gelungene Benutzeroberfläche

Deutlich Erfreulicheres gibt es von der Bedienung zu berichten. Das Android-5.1-Modell ist mit der hauseigenen Sense-Benutzeroberfläche ausgestattet. Als Besonderheit gibt es hier den Blink Feed und das Widget Sense-Startseite zu entdecken. Während Ersterer eine eigene Startscreen-Ebene für soziale Netzwerke darstellt und den Nutzer über die jüngsten Twitter-, Facebook- und Nachrichten- Einträge informiert, stellt die Sense-Startseite standortbasierte Apps in den drei Profilen „Zuhause“, „Unterwegs“ und „Arbeit“ zur Verfügung. Abhängig vom Aufenthaltsort des Nutzers werden die Profile mit ihren Apps selbstständig vom Smartphone gewechselt.

Die Bedienung gelingt durch die Bank einfach und intuitiv und stellt auch Smartphone-Neulinge vor keine allzu großen Aufgaben. So soll es sein.

Gute Vorstellung im Labor

Wie bei connect obligatorisch musste auch das Desire 626 im redaktionseigenen Labor zeigen, was in puncto Ausdauer, Empfang und Akustik in ihm steckt. Die Ausdauerergebnisse liegen dabei im Vergleich zu den Mitbewerbermodellen eher im durchschnittlichen Bereich. So bleibt das HTC im praxisnahen Mischbetrieb lediglich sechs Stunden auf Sendung, und auch die Gesprächszeiten sind mit knapp 17 Stunden im GSM- und 6:46 Stunden im UMTS-Betrieb gut, aber nicht überragend.

Ein dickes Lob gibt es dagegen für die Sende- und Empfangseigenschaften im LTE- und GSM-Einsatz. Hier liefert das Desire 626 eine Top-Performance ab. Die Ergebnisse für UMTS sind etwas schwächer, aber immer noch gut. Die Akustik beim Telefonieren liegt ebenfalls auf einem guten Niveau.

Fazit

Das HTC Desire 626 ist ein spannendes Modell in der hart umkämpften Mittelklasse der Smartphones. Die Gehäuse- und Kameraschwächen wiegen allerdings schwer. Die nette Optik, die runde Ausstattung und die guten Messergebnisse können dagegen überzeugen.

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