Android-6-Smartphone

HTC One A9 im Test

Der krisengeschüttelte Smartphone-Pionier HTC sucht Halt bei Apple und bringt mit dem One A9 seinen ersten waschechten iPhone-Klon in den Handel. Kann das gut gehen? Wir haben das HTC One A9 getestet.

HTC One A9

© HTC

HTC One A9

EUR 378,00

Pro

  • elegantes, ultraflaches Aluminiumgehäuse
  • erstklassisge Verarbeitung
  • leuchtstarkes OLED
  • Kamera erlaubt Aufnahmen im RAW-Format
  • neueste Android-Version 6
  • ansprechende Benutzeroberfläche mit vielen cleveren Zusatzfunktionen

Contra

  • hoher Preis
  • Schwächen in den GSM- und UMTS-Netzen
  • kurze Akkulaufzeit

Fazit

connect-Urteil: gut (392 von 500 Punkten)
78,4%

Nach der Präsentation des A9 Mitte Oktober musste HTC einiges an Spott und Hohn über sich ergehen lassen. Nicht wenige Beobachter waren überrascht, dass ausgerechnet ein so traditionsreicher Smartphone-Hersteller wie HTC so schamlos von Apple abkupfert. Die Ähnlichkeiten sind in der Tat frappierend: Das zu den Rändern hin gerundete Displayglas, die herausstehende Kameralinse und den von Kunststoffstreifen durchzogenen Aluminium-Unibody findet man genauso auch beim iPhone 6 (Test).

Man kann das frech finden oder langweilig, unbestritten ist allerdings, dass das gerade einmal 7,26 Millimeter dünne Smartphone einen außerordentlich schicken Eindruck macht. Eine erstklassige Verarbeitung und Haptik gehört ja praktisch zur DNA von HTC, aber das One A9 ist zweifellos das Meisterstück der Taiwaner. Es fühlt sich mindestens genauso gut an wie das Original von Apple und liegt mit 140 Gramm obendrein sehr leicht in der Hand.

HTC One A9 Fingerabdruck-Sensor

© connect

Der Fingerabdruck-Sensor unter dem Display entsperrt das Smartphone.

Schnell und modern

Das Display ist top. HTC bleibt beim handlichen 5-Zoll-Format, setzt aber erstmals auf ein OLED, das mit einer hohen Blickwinkelstabilität, satten Farben und kräftigen Kontrasten überzeugt. Die Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln bietet eine knackscharfe Darstellung, die Leuchtkraft ist mit 401 Candela für ein OLED sehr hoch.

Der Fingerabdrucksensor unter dem Display ist ebenfalls klasse: Es ist kein Knopf zum Drücken, sondern eine Sensorfläche, auf die der Daumen nur leicht aufgelegt werden muss. Die Entsperrung gelingt reibungslos, dabei fällt auf, wie schnell sich das Display aktiviert und startklar ist - ein Beleg für die starke Systemperformance. Dabei ist der verwendete Snapdragon 617 "nur" ein Mittelklasse SoC von Qualcomm, dessen Performance hinter der 800er-Serie angesiedelt ist, was durch Benchmarks klar bestätigt wird.

Ein Arbeitsspeicher von 2 GB RAM ist auch nicht State of the Art in der Android-Welt, andere 500-Euro-Smartphones kommen mit 3 GB. Aber entscheidend ist am Ende, was HTC daraus macht. Und hier gibt es keinen Grund zum Klagen: Das System reagiert immer flüssig, Hänger oder Aussetzer haben wir nicht zu beanstanden. Selbst grafikintensive Spiele wie Temple Run laufen geschmeidig.

Platz genug ist auf dem One A9 vorhanden, denn vom 16 GB großen Speicher stehen dem Nutzer knapp 10 GB zur Verfügung, die sich noch einmal clever erweitern lassen: Weil das Smartphone mit der neuesten Android-Version Marshmallow läuft, kann man eine eingelegte Micro-SD-Karte zum internen Speicher hinzufügen.

Kamera mit RAW-Option

Die 13-Megapixel-Kamera bietet eine gute Bildqualität, der Abstand zur Oberliga um das iPhone 6s und Samsungs S6-Modellen ist aber spürbar, obwohl HTC einen optischen Bildstabilisator der neuesten Generation einbaut. Wenn es dunkler wird, zeigt sich dennoch viel früher Bildrauschen, außerdem neigen helle Bildbereiche bei einem hohen Kontrastumfang zum Überstrahlen.

Über einen neuen Profimodus kann man eine misslungene Aufnahme aber mitunter doch noch retten. Er erlaubt das Speichern des Fotos im RAW-Format, das viele Bildinformationen enthält, die bei der sonst üblichen JPEG-Kompression verloren gehen. Die Rohdaten kann man entweder am Computer weiter bearbeiten oder auf dem Smartphone direkt nach der Aufnahme durch eine automatische Optimierung laufen lassen, die in den meisten Fällen gute Ergebnisse liefert, allerdings einige Zeit in Anspruch nimmt - mit zehn Sekunden pro Foto muss man rechnen.

HTC One A9 Kamera

© connect

Die Kamera auf der Rückseite ragt leicht aus dem Gehäuse heraus.

Die schlimmen Vorahnungen, die mit Blick auf die niedrige Akkukapazität von 2150 mAh aufkommen, werden vom Testlab bestätigt. Mit einer Laufzeit von nur knapp fünf Stunden im connect-Nutzungsmix gehört das One A9 zu den kurzatmigsten Smartphones, die wir jemals gemessen haben, in der Preisklasse über 500 Euro steht es sogar mit Abstand an letzter Stelle. Mit diesem Modell kommt man bei intensiver Nutzung nicht über den Tag.

Empfang: Eine Frage des Netzbetreibers

Und wie steht's um den Empfang? Kommt drauf an: Eine niedrige Strahlungsleistung sorgt für ein mangelhaftes Ergebnis im GSM-Netz. Das wird, wie unser Netztest zeigt, zwar nur noch wenig genutzt, ist aber bei schlechter Abdeckung immer noch eine wichtige Alternative. Auch im UMTS-Betrieb sind die Ergebnisse nicht berauschend. Im modernen LTE-Netz fühlt sich das A9 dagegen wohl und funkt stabil. Beim richtigen Netzbetreiber kann man also durchaus Spaß mit dem edlen Apple-Klon haben.

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