Menü

Testbericht HTC One X+ im Test

von
HTC One X+
Labortest
75,2 %
Zuletzt aktualisiert: 02.09.2014
HTC One X+
Smartphones
Pro
  • Akku hält lange
  • gute Akustik
Contra
  • Akku fest verbaut
Fazit

Alle Apps und Dienste laufen mit dem One X+ rund, weder Browser noch Prozessor oder Touchscreen machen Ärger ? so muss das sein.

Anzeige
Das perfekte Smartphone gibt es nicht, auch das HTC One X+ ist nicht ohne Fehl und Tadel. Nach drei Wochen Test in Alltag und Labor ist allerdings klar: Es kommt dem Ideal verdammt nahe.

Erinern Sie sich noch an das HTC One X? Jetzt ist sein Nachfolger One X+ da. Das Grundgerüst hat HTC beibehalten, aber die Stellschrauben bei Prozessor, Speicher und Akku angezogen. Herausgekommen ist ein Smartphone, das zu den besten auf dem Markt gehört.

Auch wenn es hier und da noch immer Raum für Verbesserungen gibt, ist das Gesamtbild des One X+ beeindruckend. Das fängt beim Gehäuse und der Materialverarbeitung an. HTC setzt wie beim One auf hochwertiges Polycarbonat, einen vergleichsweise robusten und strapazierfähigen Kunststoff.

Die Rückseite ist matt und dezent gummiert und beinahe unempfänglich für Fingerabdrücke. Die Gehäusekanten sind leicht abgerundet, sodass das Smartphone sehr angenehm in der Hand liegt. Abnehmbare Teile gibt es keine, es handelt sich also um ein sogenanntes Unibodygehäuse. Das bedeutet, dass der Akku fest verbaut ist und man ihn nicht ohne Weiteres austauschen kann. Ärgerlich, keine Frage. Aber wie oft kommt es vor, dass man den Akku tauschen muss? Selten bis nie.

Verarbeitung: Kein Wackeln, kein Knarzen

Wichtiger daher sind die Vorteile des Unibodys: Es gibt keine wackligen Teile, kein Knarzen, kein Quietschen – nichts dergleichen. Das sehr hochwertige Gehäuse ist robust und überzeugt mit erstklassiger Haptik.

Daneben wirkt beispielsweise das ebenfalls aus Polycarbonat gefertigte Samsung Galaxy S3 – überspitzt formuliert – wie ein Spielzeug-Smartphone. Was die Anordnung der Hardwaretasten angeht, gibt es allerdings Verbesserungspotenzial: So ist der Ein-/Ausschalter eher ungünstig an der Gehäusestirn platziert und nur schwer zu erreichen, einfach weil das Smartphone so groß ist.

Um es bequemer mit einer Hand bedienen zu können, wäre es besser, wenn der Schalter am rechten oder linken Gehäuserand sitzen würde, also dort, wo ohnehin Daumen und Zeigefinger das Smartphone umgreifen.

Die Verarbeitung des HTC One X+ ist tadellos.
Die Verarbeitung des HTC One X+ ist tadellos. ©

Handhabung: Einhändig nur eingeschränkt nutzbar

Andererseits ist es kaum möglich, das One X+ tatsächlich mit nur einer Hand zu bedienen. Beim Lesen von Nachrichten oder beim Scrollen durch Webseiten klappt das noch einigermaßen, doch sobald man E-Mails oder SMS tippen möchte, nimmt man das HTC wie von selbst in beide Hände.

Aber keine Bange: Man gewöhnt sich schnell an die große Form, auch weil das Telefon trotz vergleichsweise großer Dimensionen relativ handlich ist und sogar noch in die Hosentasche passt. Vor allem aber, weil die Vorteile des großen Displays die Nachteile der Form ausstechen.

Bleiben wir noch kurz bei der Außenansicht: Die Sensortasten unterhalb des Bildschirms sind rot eingefärbt und daher immer gut sichtbar; sie reagieren zuverlässig und ermöglichen eine flotte Bedienung des Systems. Neben dem roten Ring um das Kameraobjektiv sind die roten Sensortasten der einzige optische Unterschied zwischen One X und One X+.

Steckplätze und Anschlüsse: Von USB bis HDMI

Um den im oberen Bereich des Gehäuses fest eingerasteten Steckplatz für die Micro-SIM-Karte auszufahren, steckt man den mitgelieferten Bügel in das kleine Loch neben dem Schacht – und die Vorrichtung springt heraus. Der Micro-USB-Anschluss, der an der linken Gehäusekante angebracht ist, dient in erster Linie zum Laden des Akkus und zum Übertragen von Daten zwischen Smartphone und Computer, etwa für Fotos, Videos oder Musik.

Praktisch hierbei: Der USB-Anschluss kommt mit MHL-Unterstützung. Das bedeutet, dass man das One X+ per optionalem HDMI-Adapter direkt an einen kompatiblen Fernseher anschließen und auf diesem seine Fotos und Videos betrachten kann; auch Musik lässt sich auf diese Weise abspielen.

HTC Media Link HD: Drahtlos Inhalte streamen

Wer sich den Kabelsalat sparen möchte, kann seine Multimediainhalte vom Smartphone auch über die optional erhältliche Streaming-Box HTC Media Link HD (rund 70 Euro) an seinen Fernseher schicken. Ist die Box mit der Flimmerkiste verbunden, nimmt das One X+ die Konfiguration automatisch vor.

Man muss lediglich die Media- Link-Box per HDMI-Kabel an den Fernseher anstöpseln und ihn mit Strom versorgen – den Rest macht das Smartphone. Über die Streaming-Box kommt auch der Bildschirminhalt des One X+ auf den Fernseher. Zudem lassen sich beispielsweise Games im Großformat spielen – clever.

HTC One X+: Der verbesserte Nachfolger des HTC One X

vergrößern

Speicher: Kaum Bedarf für Erweiterungen

Aber genug zum Thema Multimedia. Wie schaut’s eigentlich mit einem Steckplatz für Speicherkarten aus? Negativ. Genau wie beim One X verzichtet HTC auch beim One X+ auf diesen Slot. Hier ist das aber überhaupt kein Problem, denn das X+ stellt in der 64-GB-Variante mehr als 55 GB internen Speicher zur Verfügung (eine 32-GB-Version ist auch erhältlich) – das ist mehr als genug. Und falls doch nicht: Der Käufer bekommt zusätzlich 25 GB kostenlosen Online-Speicher bei Dropbox für zwei Jahre. Ein guter Deal, da der Dropbox-Client nahtlos in die Benutzeroberfläche eingearbeitet und jederzeit bequem erreichbar ist.

Dass der interne Speicher so groß ist, hat noch einen weiteren großen Vorteil: Man bekommt keinen Ärger mit seinen Apps. Diese lassen sich seit Android 4.0 nämlich nicht mehr ohne Umwege auf externe Speicherkarten verschieben, was je nach App- und Multimedia-Auswahl bei einem vergleichsweise kleinen internen Speicher durchaus problematisch werden kann.

Aber wie gesagt: Dieses Problem gibt’s beim One X+ nicht. Und wenn wir ein bisschen visionär sein wollen: Der erweiterbare Speicher ist langsam aber sicher auf dem Rückzug. In Zukunft werden die Hersteller weniger auf Speicherkarten setzen, sondern verstärkt auf Cloudspeicher. Das treibt die Auslagerung der Daten ins Web voran.

Display: Natürliche Farben

Damit man seine Inhalte bequem nutzen kann – ob nun lokal oder aus der Cloud – ist ein großes und vor allem gutes Display Grundvoraussetzung. Ob ein Screen mit 4,7 Zoll vielleicht schon zu groß ist, muss jeder selbst entscheiden; immer mehr Leute kommen mit diesem Format mittlerweile gut zurecht, auch wenn Smartphones mit kleineren Displays durchaus handlicher sind.

Dafür entschädigt der Bildschirm des One X+ dank seiner schieren Größe aber nicht nur mit komfortabler Übersicht, sondern auch mit einer wuchtigen Darstellung. Er bildet 720 x 1280 Bildpunkte ab, was einer Pixeldichte von 313 ppi entspricht, und glänzt mit sattem Kontrast, stabilem Blickwinkel und messerscharfer Auflösung. Hier bleiben keine Wünsche offen, versprochen.

Wer die TFT-Anzeige des One X+ mit einer OLED-Anzeige, wie sie bei modernen Smartphones häufig verbaut ist, vergleicht, wird feststellen, dass die Farben auf einem TFT-Screen natürlicher wirken als auf OLED-Bildschirmen. Letztere neigen technologiebedingt dazu, Farben etwas zu kräftig und zu knallig darzustellen. Immerhin lässt sich dieser Effekt etwa beim Samsung Galaxy S3 per Software ein bisschen regulieren; andere Hersteller bieten diese Möglichkeit allerdings nicht.

Ein weiterer Pluspunkt der TFT-Technik ist die deutlich höhere Bildschirmhelligkeit, die beim One X+ bei über 400 cd/m2 liegt. Das ist dann ein entscheidender Vorteil, wenn man mit seinem Smartphone oft im Freien unterwegs ist, denn je heller der Screen, desto besser ist er an hellen Tagen ablesbar. OLEDs kommen im Schnitt dagegen bloß auf 200 bis 250 cd/m2 und sind an sonnigen Tagen praktisch unbrauchbar.

Performance: Geschmeidige Oberfläche

Neben dem exzellenten Bildschirm gehört auch der Prozessor des HTC One X+ zum Besten, was momentan in Smartphones eingebaut wird: HTC setzt hier auf den neuen Nvidia Tegra 3 AP37, einen Chipsatz mit vier Kernen und maximal 1,7 GHz Taktfrequenz. Dessen Benchmarkwerte sind hervorragend, noch wichtiger ist jedoch die Alltagserfahrung: Die Android-Oberfläche gleitet butterweich und geschmeidig, Apps starten augenblicklich, Webseiten laden in Rekordzeit. Im Energiesparmodus können die Kerne ihre Leistung auf 1,3 Gigahertz drosseln – so wird der Akku geschont, ohne dass die Leistung spürbar nachlässt. Das klappt wunderbar.

HTC stülpt Android seine Sense-Oberfläche über.
HTC stülpt Android seine Sense-Oberfläche über. ©

Plattform: Android 4.1

Dass die Oberfläche so dermaßen geschmeidig läuft, liegt allerdings nicht zuletzt am Betriebssystem selbst. Bei der auf dem One X+ ab Werk installierten Android-Version 4.1 Jelly Bean hat Google die Bildwiederholungsrate auf maximal 60 Frames pro Sekunde (fps) hochgeschraubt, weshalb die Oberfläche noch flinker auf Fingerberührungen reagiert.

In Sachen Bediengeschwindigkeit ist das One X+ mitunter das Beste, was wir in der Redaktion in den letzten Monaten in die Finger bekommen haben. Traditionsgemäß legt HTC seine Sense genannte Benutzeroberfläche über das Android-System. Beim One X+ ist die neueste Version Sense 4+ installiert. HTC hat das Layout einzelner Menüs leicht überarbeitet, neue Sperrbildschirme hinzugefügt und den Alternativ-Webbrowser Chrome ins System integriert.

Software-Ausstattung: Flash und clevere Kamera-Software

Und da Android 4.1 von Haus aus kein Flash mehr unterstützt, packt HTC den Player eben mit dazu. Neu ist auch der Dienst „Get Started“, mit dem man das One X+ komplett über den PC-Browser einrichten und seine Einstellungen auf einem HTC-Konto hinterlegen kann, sodass man etwa bei einer Neuinstallation des Geräts nicht alles noch einmal neu eingeben und einrichten muss – sehr clever.

Top 10: Die besten Smartphones

Clever sind auch die diversen Kamera-Modi, die Sense bietet. So lassen sich etwa Effektfilter wie Sepia oder Graustufen direkt in die Kameravorschau einblenden und daher ganz einfach anwenden. Mit dem 8-Megapixel-Objektiv gelingen bei guten Lichtverhältnissen sehr schöne Fotos, erwartungsgemäß nimmt die Qualität aber rapide ab, je dunkler die Umgebung wird – ein Klassiker.

Die Kamera ragt etwas über das Gehäuse.
Die Kamera ragt etwas über das Gehäuse. ©

Labormessungen: Saubere Telefonakustik

Schade, dass die mitgelieferten Kopfhörer das spezielle, basskräftige und klangstarke Beats-Audio-Profil überhaupt nicht ausreizen können. Hierfür empfehlen sich neue, hochwertigere Ohrstöpsel. Aber sonst? Der Akku hält lange genug durch, einmal am Tag aufladen ist bei Smartphones, die viel und oft in Betrieb sind, absolut normal.

HTC: Alle Smartphone-Tests im Überblick

Beim Telefonieren war die Akustik im Test stets sauber, und zwar in beiden Richtungen. Unser Messlabor bestätigt den subjektiven Eindruck – Akkulaufzeiten und Telefonakustik sind top, nur beim UMTS-Empfang besteht Luft nach oben.

Fazit: Die Messlatte liegt hoch

Das HTC One X+ hat die Messlatte verdammt hoch gelegt. Es hat vielleicht nicht in jedem Punkt abgeräumt, viel zu kritisieren gibt’s aber nicht. Auf LTE muss man zwar verzichten. Doch dafür trat in drei Wochen Testzeit nicht ein einziger Systemabsturz auf! Alle Apps und Dienste laufen rund, weder Browser noch Prozessor oder Touchscreen machen Ärger – so muss das sein.

 
comments powered by Disqus
Inhalt
  1. HTC One X+ im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Anzeige
x