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Testbericht

Huawei Ascend D quad im ersten Test

huawei ascen d quad
Huawei bewirbt das Ascend D quad vollmundig als "schnellstes Smartphone der Welt". Tatsächlich kann das Quadcore-Smartphone mit einigen technischen Superlativen glänzen. Welche das sind und wie schnell das Handy in der Praxis ist, zeigt der erste Test von connect.
Elegante Kunststoffschale: Das D quad kann sich sehen lassen.
Elegante Kunststoffschale: Das D quad kann sich sehen lassen. ©
Zunächst einmal fühlt sich das Ascend D quad sehr gut an und die gummierte Rückseite sieht elegant und keineswegs billig aus. Auch die Verarbeitung hinterließ einen grundsoliden Eindruck. In dieser Beziehung hat der chinesische Hersteller also seine Hausaufgaben gemacht. Mit den abgerundeten Seiten liegt das Smartphone außerdem sehr bequem in der Hand – dabei gelingt Huawei das Kunststück, das Gehäuse trotz riesigem Bildschirm sehr kompakt zu halten. Mit 129 x 64 x 8,9 Millimeter ist das quad-Modell deutlich kleiner als das Galaxy Nexus (136  x 68 x 8,9 Millimeter), obwohl das Display fast genauso groß ist. Das liegt daran, dass der Bildschirm beim Ascend D quad fast bis an die Gehäuseränder reicht.

Apropos Display: Die Anzeige überzeugt auf ganzer Linie. Aufgrund der hohen Auflösung von 1280 x 720 Pixel werden Inhalte sehr scharf dargestellt. Hinzu kommen eine für ein LCD sehr intensive Farbdarstellung und eine hohe Blickwinkelstabilität. Die Farben verfälschen auch nicht, wenn man von der Seite auf das Display schaut.

Das Display reicht fast an die Gehäuseränder.
Das Display reicht fast an die Gehäuseränder. ©
Unter dem Display versteckt Huawei etwas ganz Besonderes: seinen ersten selbst entwickelten Chipsatz K3V2. Der chinesische Elektronikriese gehört damit zu den wenigen Smartphone-Herstellern neben Apple und Samsung, die die Prozessoren ihrer Geräte nicht bei Qualcomm oder Texas Instruments einkaufen, sondern in Eigenregie entwickeln und produzieren. Der SoC (System on Chip) besteht aus 4 Cortex-A9-Kernen, die wahlweise mit 1,2 oder 1,5 Gigahertz getaktet sind. Sie werden von einem Grafikchip (GPU) mit 16 Kernen ergänzt. Mit dieser neuen Recheneinheit will Huawei deutlich leistungsfähiger und gleichzeitig sparsamer sein als die Konkurrenz. Nach Angaben des Unternehmens ist das Ascend D quad damit fast doppelt so schnell wie alle vergleichbaren Smartphones, die aktuell auf dem Markt sind.

Tatsächlich reagiert das Android-System (Ice Cream Sandwich) sehr schnell auf Fingerberührungen, das Hauptmenü oder der Homescreen lassen sich butterweich und verzögerungsfrei durchscrollen. Aber einen Unterschied zu vergleichbaren Smartphones wie dem Galaxy Nexus haben wir nicht feststellen können. Ob der Huawei-Chip wirklich so stark ist wie der Hersteller verspricht, wird sich erst zeigen, wenn man ihn an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit bringt, etwa durch grafisch aufwendige Spiele oder Benchmarks. Im Volltest werden wir den Vierkerner auf die Probe stellen.

Huawei Ascend D quad

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Auch die Akku-Versprechen, die Huawei macht, lassen sich erst im Labor überprüfen. Der Hersteller übernimmt die Android-Oberfläche zwar unverändert von Google und verzichtet auf eine eigene Benutzeroberfläche, erweitert das System aber mit einem neuen Energiemanagement, das perfekt auf den K3V2-SoC abgestimmt ist und damit Einsparungen von bis zu 30 Prozent im Vergleich mit anderen Smartphones ermöglichen soll. Für den ersten Test müssen die Herstellerangaben zur Akkukapazität als Richtwerte herhalten – und beim Ascend D quad sind die mit 1800 mAh nicht schlecht. Huawei wird sogar noch eine XL-Variante des Modells mit einem 2500 mAh starken Akku anbieten. Das Ascend D quad XL ist dementsprechend mit 10,9 Millimeter deutlich dicker als das Schwestermodell.

Hauptmenü: Huawei übernimmt die Android-Oberfläche unverändert von Google.
Hauptmenü: Huawei übernimmt die Android-Oberfläche unverändert von Google. ©

Die übrige Technik ist ebenfalls State of the Art. Neben Wlan mit DLNA, GPS, HSPA und Bluetooth 3.0 steht auch eine 8-Megapixel-Kamera auf der Ausstattungliste. Videos gelingen mit der vollen HD-Auflösung von 1080p.

Fazit: das Potential ist da

Das Ascend D quad macht bereits im ersten Test richtig Eindruck. Huawei spart eigentlich nur beim Speicher: 8 Gigabyte sind einfach zu wenig für ein Spitzenmodell, zumal bei unserem Testgerät nur 5 Gigabyte frei verfügbar waren. Zum Glück kann man mit microSD-Karten nachrüsten.

Wenn unsere ersten Eindrücke von soliden Laborwerten untermauert werden, dann ist Huawei ein Top-Modell gelungen, das es gut mit der etablierten Konkurrenz um Samsung und HTC aufnehmen kann – zumal es sicherlich weniger kosten wird. Der chinesische Smartphone-Newcomer will Europa anscheinend also nicht nur mit viel Geld, sondern auch mit guten Produkten erobern.

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