6-Zoll-Phablet

Huawei Ascend Mate 7 im Test

Mit dem Phablet Ascend Mate 7 hat Huawei nicht nur das Publikum der IFA 2014 überrascht. Trotz 6-Zoll-Display ist das Telefon erstaunlich kompakt, außerdem steckt es in einer eleganten Aluminiumschale und glänzt mit phänomenaler Akkulaufzeit. Im Test stellen wir das Phablet auf die Probe.

  1. Huawei Ascend Mate 7 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Huawei Ascend Mate 7

© Huawei

Huawei Ascend Mate 7
EUR 331,80

Pro

  • attraktives Aluminium-Gehäuse
  • brillantes und helles IPS-Display
  • herausragende Ausdauer
  • sehr gutes Preis- Leistungs-Verhältnis

Contra

  • Schwächen im GSM-Betrieb
  • Fotoqualität nur Durchschnitt
85,4%

Mit der Berliner Max-Schmeling-Halle hatet Huawei in diesem Jahr eine extragroße Bühne gewählt, um seine IFA-Neuheiten vorzustellen. Dass das ein passender Rahmen ist, wurde spätestens klar, als Huawei-Chef Richard Yu das Ascend Mate 7 aus der Tasche zog. Denn an diesem Gerät ist alles groß - vom Preis einmal abgesehen.

Kompakt trotz 6-Zoll-Display

Trotz eines gewaltigen Bildschirms, der mit 6 Zoll fast Tablet-Dimensionen erreicht, passt das Huawei Ascend Mate 7 noch gut in eine Hand. Man muss nur ein iPhone 6 Plus daneben legen, um deutlich zu machen, wie platzsparend die Chinesen gebaut haben. Obwohl das Apple- Smartphone ein kleineres Display hat (5,5 Zoll), ist es mit 158 x 78 Millimetern etwas höher als das Ascend Mate 7 (157 x 81 Millimeter).

Die Einschübe für Micro- SIM und Micro-SD sind auf der linken Seite passgenau in den Aluminiumrahmen des Huawei Ascend Mate 7 eingearbeitet. Auch die Rückseite besteht fast vollständig aus gebürstetem Aluminium. Der edle Werkstoff sorgt in Kombination mit dem schnörkellosen, schlichten Design und der hervorragenden Verarbeitung für einen eleganten Gesamteindruck. Kein Zweifel, das Ascend Mate 7 ist ein Hingucker.

Ascend Mate 7

© Huawei

Die Rückseite besteht fast vollständig aus Aluminium, nur oben und unten findet man zwei 6 Millimeter schmale Streifen aus Kunststoff in Metalloptik.

Technisch ganz weit vorne

Die Vorderseite besteht nahezu vollständig aus Display, rechts und links reicht der Bildschirm fast bis an den Rand. Die Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln auf 6 Zoll reicht für eine Pixeldichte von 367 ppi - das ist mehr als beim iPhone 6 (326 ppi) und für eine scharfe Darstellung absolut genug. Die maximale Helligkeit liegt bei guten 456 Candela; Kontrastverhältnis, Blickwinkelstabilität und Farbdarstellung sind top.

Unter dem Display wartet eine echte Weltpremiere auf den Anwender: Huawei baut erstmals seinen neuen Prozessor HiSilicon Kirin 925 ein, einen Achtkerner, der nach dem modernen big.LITTLEDesign von ARM gefertigt wurde: Vier starke, mit 1,8 GHz getaktete A15-Kerne sind für rechenintensive Aufgaben zuständig, vier sparsame A7-Kerne erledigen die Routinejobs wie System- Standby, Musikstreaming oder Internet-Browsing. Der Arbeitsspeicher ist mit 2 GB ordentlich bemessen.

Im Test gab sich das Prozessorgespann keine Blöße, im Gegenteil: Die Oberfläche flitzte schnell und ruckelfrei über den Bildschirm, das System reagierte stets ohne Verzögerung.

Besondere Beachtung verdient der Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite, direkt unter der Kameralinse - weil es der erste Sensor neben Apples iPhones ist, der reibungslos funktioniert. Man muss nur mit dem Zeigefinger drüberstreichen, um das Mate 7 aus dem Standby aufzuwecken und die Displaysperre abzuschalten.

Die Erkennungsrate ist sehr gut, Fehlversuche sind genauso selten wie beim iPhone 5s. Weil die Sensorfläche auf der Rückseite ins Gehäuse eingelassen ist, kann man den Sensor sehr leicht ertasten, sodass es kein Problem ist, das Phablet in die Hand zu nehmen und mit einer "blinden" Fingerbewegung zu aktivieren. Es ist übrigens auch möglich, mit seinem Fingerabdruck bestimmte Anwendungen oder Ordner zu schützen - sie werden dann nicht mehr innerhalb der normalen Dateistruktur angezeigt.

In Anbetracht der Topausstattung fällt die Kamera etwas ab, sie kann das hohe Niveau nicht halten. Das liegt nicht an der Kamera-App, die sehr übersichtlich ist, obwohl sie viele Einstellungen bietet; unter anderem kann man den Fokuspunkt nachträglich verschieben und so den Schärfebereich eines Fotos verändern. Vielmehr ist die Qualität des 13-Megapixel- Modells nicht mit Top-Kamera-Smartphones wie dem getesteten Xperia Z3 vergleichbar, was vor allem am niedrigen Kontrastumfang liegt. Und an der Tatsache, dass die Fotos von der Software stark nachgeschärft werden. Alles in allem handelt es sich aber um eine gute Mittelklasse- Kamera.

Bildergalerie

Phablet Ascend Mate 7
Galerie
Galerie

(links) Praktisch: Der Telefonmanager optimiert das System auf Knopfdruck.         (rechts) Apps satt: Viele…

Ein besonderes Extra: Beim Huawei Ascend Mate 7 hat man die Möglichkeit, die Kamera über den Fingerabdruck-Sensor auszulösen - praktisch vor allem bei Selfies, auf die das Telefon dank einer lichtstarken 5-Megapixel-Kamera auf der Front gut vorbereitet ist.

Emotion UI 3.0 macht Spaß

In der Android-Welt ist Huaweis Nutzeroberfläche Emotion UI etwas ganz Besonderes, weil sie auf den für das Google-System so charakteristischen App-Drawer verzichtet, der alle Apps in einem Gittermenü anzeigt. Stattdessen werden die Apps auf dem Homescreen abgelegt und können hier in Ordnern sortiert werden. Das erinnert verdächtig an iOS - aber wer jetzt denkt, Huawei habe einfach bei Apple geklaut, der irrt. Emotion UI in der neuen Version 3.0 kommt in einem erfrischenden, modernen und flachen Look daher - und wer will, kann die Oberfläche mit Hilfe von unzähligen, online erhältlichen Themes vielfältig anpassen.

Ascend Mate 7

© Huawei

SysÜber die App "Designs" hat man Zugriff auf unzählige Themes, die die Optik umkrempeln. Auch die Android-Navigationsleiste lässt sich anpassen, per Fingertipp verschwindet sie ganz. Im Einhandmodus wird die Tastatur auf die Seite verschoben, auf die man das Telefon neigt.

Hinzu gesellen sich kluge Zusatzfunktionen wie ein Telefonmanager, der einen Überblick über die Leistungsfähigkeit und den Stromverbrauch des Smartphones bietet und das System auf Wunsch automatisch optimiert. Zu Emotion UI gehören außerdem ein paar nette Extras von Drittanbietern, unter anderem ein Jahr lang 50 GB Cloudspeicher bei Bitcasa und die App ToDoIst in der Premium-Version, ebenfalls für ein Jahr.

Platz 1 knapp verpasst

Kommen wir nun zum absoluten Highlight: der Ausdauer. Huawei stattet den Riesen mit einem 4100-mAh-Akku aus - eine rekordverdächtige Kapazität, die in Verbindung mit dem sparsamen Achtkern-Prozessor für eine überragende Laufzeit sorgt. Im normierten connect-Nutzungsmix hält das Huawei Ascend Mate 7 phänomenale 10:37 Stunden durch. Zwei Arbeitstage ohne Steckdose sind für das XXL-Smartphone also überhaupt kein Problem.

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Smartphone- und Handy-Vorschau

Die Funkleistungen beeindrucken dagegen weniger, vor allem im GSM-Netz fällt das Huawei Ascend Mate 7 deutlich zurück. Weil ein Großteil der telefonischen Versorgung in Deutschland aber inzwischen über UMTS abgewickelt wird, ist das verkraftbar, zumal die Funkleistungen im UMTS- und LTE-Netz in Ordnung gehen.

Ohne den GSM-Patzer hätte sich das Huawei Ascend Mate 7 (Herstellerseite) an die Spitze der Bestenliste gesetzt. So reicht es immerhin für Platz 4. Der macht einmal mehr deutlich, dass Huawei in der Topliga angekommen ist. Das aktuell beste Phablet stammt von einem chinesischen Hersteller, den hierzulande vor ein paar Jahren niemand auf dem Radar hatte.

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